LWV-Archiv Fonds B 73

  • Show associated objects
  • Print
  • Create link
  • Send
  • Improve

Description: Fonds

Identification (short)

Title 

Hermann-Schafft-Schule (Homberg/Efze): Sachakten

Life span 

1825-1971

See

Corresponding archival items 

LWV-Archiv, B 71 Nr. 1 (Das sog. Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und die Landestaubstummenanstalt Homberg, Bd. 1 )

LWV-Archiv, B 71 Nr. 350 (Das sog. Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und die Landestaubstummenanstalt Homberg, Bd. 2 )

LWV-Archiv, B 71 Nr. 378 (Das sog. Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und die Landestaubstummenanstalt Homberg, Bd. 3 )

Fonds data

History of creator 

Die kurfürstliche Regierung von Hessen-Kassel gründete 1838 eine "Taubstummenanstalt" in Homberg. Ursprünglich mit dem Lehrerseminar in Homberg verbunden, wurde die Einrichtung 1867 dem preußischen Provinzial-Schulkollegium in Kassel unterstellt und 1870 vom Bezirkskommunalverband Kassel übernommen. 1911/12 wurde für die Schule ein neues Gebäude geschaffen. Anstelle des alten Baus am Schlossberg schuf man einen an den damaligen Erfordernissen orientierten Schulzweckbau, der auch heute noch genutzt wird.
Ab 1937 war die Taubstummenanstalt Homberg einer tiefgreifenden Umorganisation ausgesetzt. Die Nationalsozialisten setzten die Auflösung der Schule durch und vereinigten die Einrichtung in Frankfurt zusammen mit den Taubstummenanstalten Camberg und Frankfurt zur Landesgehörlosenschule. Die Leitung der neu gegründeten Institution wurde Direktor Hermann Müller aus Camberg übertragen. Sie stellte jedoch bereits im September 1939 den Schulbetrieb ein und verlor 1943 durch Bomben einen Großteil der Lehrmittel und Bibliotheksbestände.
Nach dem Krieg wurde die Landesgehörlosenschule aufgelöst. Die Taubstummenanstalt Homberg nahm am 1. Juli 1946 wieder ihren Betrieb auf. 1953 ging die Schule in die Trägerschaft des
Landeswohlfahrtsverbandes über. 1970 wurde die Einrichtung nach dem bekannten Theologen und Taubstummenseelsorger Prof. Dr. Hermann Schafft benannt. Heute finden hörbehinderte Kinder und Jugendliche in Homberg eine Schule sowie eine Internat vor, die eine behinderungsspezifische Bildung anbieten. Seit 2006 ist die Schule (angelehnt an das hessische Landesprogramm "Ganztagsschule mach Maß") gebundene Ganztagsschule. Im September 2011 wurde ihr Konzept zur Unterstützung der Schüler bei der Berufsorientierung vom Hessischen Kultusministerium mit einem Gütesiegel ausgezeichnet.

Literature 

Achtzig Jahre kommunale Selbstverwaltung des Regierungsbezirks Kassel. Im Auftrag der Kommunalverwaltung bearbeitet von Dr. Eduard Becker, Kassel 1949, S. 77-78.

Landeswohlfahrtsverband Hessen (Hg.), 10 Jahre Sozialarbeit in Hessen. 1953-1963 (Schriften des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen 10), Kassel 1963, S. 185.

Frank Andreas Brodehl, Widerstand, Anpassung, Pflichterfüllung? Zur Konfrontation der Taubstummenpädagogik mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 (Sonderpädagogik in Forschung und Praxis 35), Hamburg 2014.

Günter Wolf, Die Geschichte der Taubstummenanstalt Homberg, in: Homberger Hefte. Beiträge zur Heimatgeschichte und Familienkunde, Heft 19, 1977.

Finding aids 

Arcinsys-Datenbank

Further information (fonds)

Person in charge 

Dr. Jörg Westerburg