549

Identifier

AdJb, F 1, 549

Item series


Identification (short)


Title Title
Veranstaltung „Danzig bleibt deutsch“ des Vereins für das Deutschtum im Ausland (VDA) im Reichstag in Berlin
Life span Life span
13. Januar 1933

Notes


Includes Includes
43 Fotografien

Facts of the case


Facts of the case Facts of the case
1881 entstand der nationalistische „Allgemeine Deutsche Schulverein“ als ein zentraler Dachverband der deutschen Ableger des in Wien gebildeten „Deutschen Schulvereins“ mit dem Ziel der materiellen und ideellen Förderung von Auslandsdeutschen. 1908 benannte sich der völkisch orientierte Bund in Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA) um, blieb aber weiterhin im Schatten der österreichischen Mutterorganisation. Mit Unterstützung von staatlicher Seite (darunter das preußische Kultusministerium und das Auswärtige Amt) wendete sich das Blatt nach dem Ersten Weltkrieg. Aus Solidarität mit den ehemals deutschen Gebieten im Osten traten nun immer mehr Menschen dem Verein ein, so dass die Mitgliederzahlen von rund 360.000 im Jahre 1923 auf mehr als zwei Millionen 1930 stiegen. In der Jugendarbeit orientierte sich der konservative Verein an der Arbeiterjugendbewegung und richtete eigene Heime ein, veranstaltete politische Kundgebungen und gemeinsame Abende mit Tanz, Theaterspiel und Musik, blieb aber aufgrund der akademischen Herkunft der Mitglieder dem bürgerlichen Milieu verhaftet.
Am 13. Januar 1933 erhielt der „Führer der Danzig-Flieger-Staffel“, der Student Gerhard Zirwas, die Gelegenheit, im großen Sitzungssaal des Berliner Reichstages eine Rede zu halten, in der er sich für die Reintegration der Freien Stadt Danzig nach Deutschland aussprach. Zwei Tage zuvor war Zirwas mit weiteren Mitstreitern, nachdem sie zuvor weitere deutsche Städte besucht hatten, in Berlin auf dem Tempelhofer Flughafen gelandet, wo sie von militärischen Vertretern und Mitgliedern des VDA empfangen wurden. Julius Groß war bei beiden Ereignissen anwesend und erstellte Fotografien (vgl. AdJb F1 Nr. 548). Im Reichstag lichtete er von der Empore aus die anwesenden VDA-ler ab, die sich mit Danzig-Fahnen entlang der Wände des Sitzungssaals postiert hatten. Weitere Bilder widmete er der Rede des Berliner Oberbürgermeisters Dr. Heinrich Sahm (1931-1935), zuvor seit 1920 Präsident des Senats von Danzig, und den VDA Jungmannen.

Information / Notes


Additional information Additional information
Originaltitel: [VDA: "Danzig bleibt deutsch" im Reichstag]
Quellen u. Literatur: Gerhard Zirwas (Hrsg.): Deutsche Fliegerei. Ein Appell an Deutschlands Jugend, Leipzig 1933; Volksbund für das Deutschtum im Ausland: Verpflichtendes Erbe. Volkstum im Ringen um seinen Bestand und seine Anerkennung, Kiel 1954; Gerhard Weidenfeller: VDA – Verein für das Deutschtum im Ausland. Allgemeiner Deutscher Schulverein (1881–1918). Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Nationalismus und Imperialismus im Kaiserreich, Bern/Frankfurt am Main 1976; http://www.vda-kultur.de/de/ueber_uns/ueber-uns.php (zuletzt abgerufen am 28.4.2015).