737
Signatur
AdJb, F 1, 737
Stück-Serie
Identifikation (kurz)
Titel
Titel
Dankgottesdienst zum Reichskonkordat in der St. Hedwigs-Kathedrale zu Berlin
Laufzeit
Laufzeit
1933
Vermerke
Enthält
Enthält
121 Fotografien
Sachverhalt
Sachverhalt
Sachverhalt
In den 1930er Jahren finden sich im Nachlass von Julius Groß zunehmend Fotografien aus einem nicht mehr explizit jugendbewegten Umfeld, insbesondere von kirchlichen und musikalischen Veranstaltungen sowie Porträt- und Hochzeitsfotografien. Aber auch die fotografische Dokumentation von politischen Veranstaltungen aus dem Umkreis der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Aktivitäten von Verbänden, Vereinen und Firmen gehörten nunmehr zu Julius Groß‘ Fotografenalltag.
So war Julius Groß am Sonntag, den 17. September 1933, bei einem Dankgottesdienst zum Konkordatsabschluss in der St.-Hedwigs-Kathedrale zugegen, einer auf dem ehemaligen Forum Fridericianum – heute: Bebelplatz – im Jahre 1930 erbauten Bischofs- und Pfarrkirche und zugleich der wichtigste katholische Sakralbau in Berlin. Diesem Festakt war die Unterzeichnung des umstrittenen „Reichskonkordats“, einem Staatskirchenvertrag zwischen dem Vatikan und dem Deutschen Reich zur Regelung des Verhältnisses, durch Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli und Vizekanzler Franz von Papen im Vatikan am 20. Juli 1933 und die Ratifizierung am 10. September 1933 vorausgegangen.
Vor dem Dankgottesdienst, der unter Anwesenheit des Bischofes (vermutlich der Nachfolger des kurz zuvor verstorbenen Christian Schreiber: Nikolaus Bares) sowie des apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo gehalten wurde, fand eine feierliche Prozession hin zur St.-Hedwigs-Kathedrale statt. Der Umzug wurde begleitet von verschiedenen katholischen Gruppierungen, wie etwa der Marianischen Jungfrauen-Kongregation und Katholischen Studentenverbindungen, einem Herrenzirkel aus Berlin-Neukölln, aber auch von zahlreichen Vertretern nationalsozialistischer Organisationen, darunter etwa der Spielmannszug der Sturmabteilung (SA) der NSDAP oder Jungen der Hitlerjugend (HJ). Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf dem Vorplatz der mit Hakenkreuzbannern behangenen Kathedrale, auf deren Treppenstufen ein Außenaltar aufgestellt worden war. Die FahnenträgerInnen fanden sich hier zu einem Spalier zusammen und demonstrierten ihre Fahnen, die mit den Symbolen ihrer jeweiligen Gruppierung sowie religiösen Motiven, Ikonen und Segenssprüchen (z.B. „Heiliger Aloysius bitte für uns“) bestickt waren. Der Gottesdienst fand sowohl innerhalb der Kirche als auch im Freien statt.
Informationen / Notizen
Zusatzinformationen
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Originaltitel: [Konkordatsfeier zu St. Hedwig]