K 10
Complete identifier
LWV-Archiv, K 10
Fonds
Identification (short)
Title
Title
Heil- und Pflegeanstalt / Psychiatrisches Krankenhaus Eichberg: Patientenakten
Life span
Life span
1909-1980
See
Corresponding archival items
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Fonds data
Custodial history
Custodial history
Der Bestand LWV-Archiv, K 10 wurde im Zeitraum 2021 bis 2023 vom LWV-Archiv übernommen (Acc. 11/2021; Acc. 4/2022; Acc. 10/2023 und Acc. 15/2023). Er umfasst - bis auf wenige Ausnahmen - die Patientenakten der Einrichtung Eichberg ab dem Jahr 1950. Patientenakten vor dem Jahr 1950 werden im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden aufbewahrt (HHStAW, Bestand 430/01). Sie wurden in den 1970er Jahren vor Gründung des LWV-Archivs von der Einrichtung Eichberg an das Hauptstaatsarchiv abgegeben.
Die in den Jahren 2021 bis 2023 übernommenen Patientenakten haben einen Umfang von 50 laufenden Metern. Davon sind aktuell 14,3 laufende Meter erschlossen.
Im Rahmen einer 2024 durchgeführten Bestandsrevision wurden dem Bestand LWV-Archiv, K 10 rund 80 Patientenakten aus der NS-Zeit zugeordnet, die bislang dem Bestand LWV-Archiv, B 10 angehört haben. Es handelt sich hierbei um Akten, die vom LWV-Archiv bereits in den 1990er Jahren aus der Einrichtung Eichberg übernommen worden sind. Die Akten dokumentieren das Schicksal von Patientinnen und Patienten, die in den 1930er Jahren aus anderen Anstalten (vor allem dem St. Vinzenzstift in Aulhausen) zur Zwangssterilisation vorübergehend in die Landesheilanstalt Eichberg verlegt wurden.
Die in den Jahren 2021 bis 2023 übernommenen Patientenakten haben einen Umfang von 50 laufenden Metern. Davon sind aktuell 14,3 laufende Meter erschlossen.
Im Rahmen einer 2024 durchgeführten Bestandsrevision wurden dem Bestand LWV-Archiv, K 10 rund 80 Patientenakten aus der NS-Zeit zugeordnet, die bislang dem Bestand LWV-Archiv, B 10 angehört haben. Es handelt sich hierbei um Akten, die vom LWV-Archiv bereits in den 1990er Jahren aus der Einrichtung Eichberg übernommen worden sind. Die Akten dokumentieren das Schicksal von Patientinnen und Patienten, die in den 1930er Jahren aus anderen Anstalten (vor allem dem St. Vinzenzstift in Aulhausen) zur Zwangssterilisation vorübergehend in die Landesheilanstalt Eichberg verlegt wurden.
History of creator
History of creator
Am 18. Oktober 1849 wurde die "Heil- und Pflegeanstalt Eichberg" auf dem Gebiet der Gemeinde Erbach, heute Eltville-Erbach, eröffnet. Die Trägerschaft hatte das Herzogtum Nassau. Als Vorläufereinrichtung existierte 1815 bis 1848 die "Herzoglich Nassauische Irrenanstalt" im nahe gelegenen säkularisierten Kloster Eberbach. Die Anstalt Eichberg diente vor allem der Behandlung psychiatrischer Patientinnen und Patienten aus dem Herzogtum Nassau, später aus dem preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden. 1865 errichtete die Anstalt Eichberg wiederum in Kloster Eberbach eine Außenstelle. 1866 ging die Anstalt Eichberg in preußischen Besitz über. 1872 übernahm der "Kommunalständische Verband des Regierungsbezirks Wiesbaden" die Trägerschaft, der 1885 zum "Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden" wurde. 1890 wurde das 1888 angekaufte Landgut Wacholderhof als Außenstation der Anstalt bezogen und bis 1996 beibehalten. Ab 1928 hieß die Einrichtung "Landesheilanstalt Eichberg".
Ab 1934 wurden Patientinnen und Patienten Opfer der nationalsozialistischen Zwangssterilisationen. 1934 bis 1938 unterhielt die Anstalt eine eigene Sterilisationsabteilung, in der auch auswärtige Patientinnen und Patienten zwangssterilisiert wurden. 1941 bis 1945 wurden Patientinnen und Patienten der Anstalt im Rahmen der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Aktion verlegt und anschließend ermordet. Ab 1941 diente der Eichberg auch als Zwischenanstalt für die Verlegung auswärtiger Patientinnen und Patienten auf dem Weg in die Mordanstalt Hadamar. 1939 bis 1945 starben zahlreiche Kranke in der Anstalt Eichberg an Unterversorgung und durch Medikamententötungen. Von 1941 bis 1945 existierte in der Anstalt Eichberg darüber hinaus eine so genannte "Kinderfachabteilung", wo Hunderte von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der "Euthanasie"-Verbrechen ermordet wurden. Zwischen 1943 und 1945 dienten große Teile der Einrichtung als SS-Lazarett, als Tuberkulosesanatorium und als Ausweichkrankenhaus für somatisch Kranke aus Wiesbaden und Frankfurt.
1953 übernahm der Landeswohlfahrtsverband die Trägerschaft der Einrichtung. 1957 wurde diese in "Psychiatrisches Krankenhaus Eichberg" umbenannt. 1974 wurde auf dem Gelände zusätzlich die "Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Rheinhöhe" eingerichtet. Dieser wurde als Außenstelle die bisher eigenständige Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Idstein angegliedert. Seit 1994 unterhält das Psychiatrische Krankenhaus die "Sektorklinik Wiesbaden" als Außenstelle. Das Psychiatrische Krankenhaus Eichberg wurde 1998 in "Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Eichberg" umbenannt und als Betriebszweig in den neu gegründeten Eigenbetrieb "Zentrum für Soziale Psychiatrie Rheinblick" integriert. Zu weiteren Betriebszweigen dieses Zentrums wurden zugleich die nun umbenannte "Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes und Jugendalters Rheinhöhe" sowie das "Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit seelischer Behinderung Eltville", das bis dahin Teil des Psychiatrischen Krankenhauses gewesen war. Vierter Betriebszweig wurde durch Beschluss der LWV-Verbandsversammlung von 2002 die auf dem Eichberg gegründete "Klinik für forensische Psychiatrie Eltville".
Ab 1934 wurden Patientinnen und Patienten Opfer der nationalsozialistischen Zwangssterilisationen. 1934 bis 1938 unterhielt die Anstalt eine eigene Sterilisationsabteilung, in der auch auswärtige Patientinnen und Patienten zwangssterilisiert wurden. 1941 bis 1945 wurden Patientinnen und Patienten der Anstalt im Rahmen der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Aktion verlegt und anschließend ermordet. Ab 1941 diente der Eichberg auch als Zwischenanstalt für die Verlegung auswärtiger Patientinnen und Patienten auf dem Weg in die Mordanstalt Hadamar. 1939 bis 1945 starben zahlreiche Kranke in der Anstalt Eichberg an Unterversorgung und durch Medikamententötungen. Von 1941 bis 1945 existierte in der Anstalt Eichberg darüber hinaus eine so genannte "Kinderfachabteilung", wo Hunderte von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der "Euthanasie"-Verbrechen ermordet wurden. Zwischen 1943 und 1945 dienten große Teile der Einrichtung als SS-Lazarett, als Tuberkulosesanatorium und als Ausweichkrankenhaus für somatisch Kranke aus Wiesbaden und Frankfurt.
1953 übernahm der Landeswohlfahrtsverband die Trägerschaft der Einrichtung. 1957 wurde diese in "Psychiatrisches Krankenhaus Eichberg" umbenannt. 1974 wurde auf dem Gelände zusätzlich die "Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Rheinhöhe" eingerichtet. Dieser wurde als Außenstelle die bisher eigenständige Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Idstein angegliedert. Seit 1994 unterhält das Psychiatrische Krankenhaus die "Sektorklinik Wiesbaden" als Außenstelle. Das Psychiatrische Krankenhaus Eichberg wurde 1998 in "Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Eichberg" umbenannt und als Betriebszweig in den neu gegründeten Eigenbetrieb "Zentrum für Soziale Psychiatrie Rheinblick" integriert. Zu weiteren Betriebszweigen dieses Zentrums wurden zugleich die nun umbenannte "Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes und Jugendalters Rheinhöhe" sowie das "Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit seelischer Behinderung Eltville", das bis dahin Teil des Psychiatrischen Krankenhauses gewesen war. Vierter Betriebszweig wurde durch Beschluss der LWV-Verbandsversammlung von 2002 die auf dem Eichberg gegründete "Klinik für forensische Psychiatrie Eltville".
Literature
Literature
Schroeter, R[ichard]: Die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg im Rheingau 18. Oktober 1849-1899, Wiesbaden 1899.
Vanja, Christina / Haas, Steffen / Deutschle, Gabriela / Eirund, Wolfgang / Sandner, Peter (Hg.): Wissen und irren. Psychiatriegeschichte aus zwei Jahrhunderten - Eberbach und Eichberg ( Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen 6), Kassel 1999.
Finding aids
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Arcinsys-Datenbank
Further information (fonds)
Extent
Extent
50 lfm. (davon 14,3 lfm. erschlossen)
Person in charge
Person in charge
Johannes Wagner (2022)
Dominik Reeg (2024)