340 Busemann

Complete identifier

HStAM, 340 Busemann

Fonds


Identification (short)


Title Title
Nachlass Adolf Busemann
Life span Life span
1910-1968

Fonds data


Custodial history Custodial history
Der Nachlass wurde im Mai 1974 durch die Tochter Dr. Gerda Pflugradt übergeben (Acc. 1974/80).
History of creator History of creator
Adolf Busemann wurde am 15.05.1887 als Sohn des Lehrers Libertus Klaassen Busemann und dessen Frau Anna in Emden geboren. 1911 heiratete er Katharina van Diecken. Das Paar hatte drei Kinder; Käthe Anna Hedwig (1913), Gerda Maria (1914) und Adolf (1919-1944). Adolf Busemann starb am 05.06.1967 in Marburg.
Nach seinem Abitur im Jahr 1906 studierte Busemann in Göttingen philosophische Propädeutik, evangelische Theologie und Hebräisch. Seit 1911 war er als Seminarlehrer für Theologie, Psychologie und Pädagogik in Essen in der Lehrerbildung tätig, ab 1917 dann als Seminaroberlehrer in Frankenberg (Hessen). Im Ersten Weltkrieg wurde er als dienstuntauglich entlassen. Von 1922 bis 1925 arbeitete Busemann als Seminarstudienrat am evangelischen Lehrerseminar in Einbeck. 1925 schloss er seine psychologische Dissertation ab. Bei der Schließung des Einbecker Seminars wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt. In Greifwald erfolgte 1926 seine Habilitation als Privatdozent für Psychologie und experimentelle Pädagogik sowie seine Berufung zum Professor an die Pädagogische Akademie in Rostock. 1928 bzw. 1931 wechselte er an die Pädagogischen Akademien in Breslau und Kiel. Aufgrund von Sparmaßnahmen infolge der Weltwirtschaftskrise wurde Busemann 1932 erneut in den einstweiligen Ruhestand versetzt, konnte jedoch eine weitere Dozentenstelle in Greifwald erlangen. Seine Bücher wurden durch die Nationalsozialisten geächtet und Busemann selbst 1934 aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zum Volksschullehrer in Greifswald zurückgestuft. Von 1933 bis 1945 war er Mitglied in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Seine ältere Tochter wurde 1935 verhaftet und zwei Jahre im Zuchthaus interniert. Adolf Busemann wurde 1938 wegen dauernder Dienstuntauglichkeit in den Ruhestand versetzt. Seit 1940 arbeitete er als Personalgutachter bei der Personalprüfstelle IX des Heeres in Kassel, bevor er 1942 aus dem aktiven Wehrdienst entlassen wurde und 1943 eine Stelle als klinischer Psychologe in einem Speziallazarett für Hirngeschädigte in Cappel bei Marburg antrat. Zum Wintersemester 1945/46 wurde Busemann Lehrbeauftragter für Psychologie und Pädagogik an der Philipps-Universität in Marburg und stellvertretender Leiter des Instituts für Psychologische Anthropologie. Ab 1954 arbeitete er als Lehrbeauftragter für heilpädagogische Psychologie für die Lehrgänge zur Ausbildung von Sonderschullehrern in Marburg. Während seine Forschungsschwerpunkte vor 1933 auf der jugendlichen Entwicklung und der Milieukunde lagen, wandte er sich nach der Arbeit mit Hirnverletzten dann der Heilpädagogik zu. Er wurde zum Mitherausgeber der Zeitschriften „Unsere Jugend“, „Schule der Psychologie“ und „Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik“. 1957 wurde ihm das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, sowie 1962 die medizinische Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg verliehen.
Includes Includes
Wissenschaftlicher Nachlass des Adolf Busemann, vor allem private und dienstliche Korrespondenz, Intelligenztests und Testmaterialien sowie Manuskripte.
Immer wieder finden sich Arbeitsnotizen auf der Rückseite älterer Dokumente seiner Tätigkeit, etwa Soldatenfragebögen aus den 1940er Jahren.
Finding aids Finding aids
Arcinsys

Further information (fonds)


Extent Extent
2,41 MM
Access Access
Depositum. - Nichtwissenschaftliche Benutzung nur mit Genehmigung des Deponenten.

Information / Notes


Additional information Additional information
Letzte Aktualisierung: 02.04.2026