Vollständige Signatur

ISG FFM, W1-82

Bestand


Identifikation (kurz)


Titel Titel
Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft
Laufzeit Laufzeit
1896-2017

Siehe


Korrespondierende Archivalien Korrespondierende Archivalien
ISG FFM, A.02.01, T-2070
ISG FFM, A.02.01, 1560
ISG FFM, A.02.01, 9925
ISG FFM, A.02.01, 10088
ISG FFM, A.64, 870
ISG FFM, S2, 11053
ISG FFM, S3, 9684
ISG FFM, S8-1, 1067f.

Bestandsdaten


Bestandsgeschichte Bestandsgeschichte
Die Unterlagen aus der Altregistratur der Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft wurden dem Institut für Stadtgeschichte 2024 von Herrn Michael Wettemann aus dem Vorstand der Genossenschaft übergeben.
Geschichte des Bestandsbildners Geschichte des Bestandsbildners
Die Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft ist die älteste Wohnungsgenossenschaft in Frankfurt. Die Gründung wurde durch den evangelischen Theologen Friedrich Naumann initiiert, der 1890 nach Frankfurt kam und bereits 1891 einen evangelischen Arbeiterverein gründete.
1895 fanden erste Verhandlungen über die Satzung einer Genossenschaft statt, die 1896 als Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft gegründet wurde. Die Gründer setzten sich zusammen aus 4 Theologen, 11 Handwerkern, 13 Arbeitern und 3 Kaufleuten. Ziel der Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft war es die Wohnungsnot zu bekämpfen und damit Teil einer Lösung der sozialen Frage in Frankfurt zu werden. Sie verfolge die genossenschaftliche Idee der solidarischen Selbsthilfe und sah sich dem Prinzip der Gemeinnützigkeit verpflichtet. 1932 wurde sie dann als gemeinnütziges Wohnungsunternehmen anerkannt. Ihre Philosophie beschreibt sie als Verbindung der genossenschaftlichen Solidarität und der christlichen Nächstenliebe.

Zu Beginn konstituierte sich das Eigenkapital für den Erwerb eines Grundstückes aus den Geschäftsanteilen der ersten Mitglieder. So konnte 1897, ein Jahr nach Gründung, das erste Grundstück – die Hansteinstraße 15 – erworben werden. Sie enthielt 10 Dreizimmerwohnungen und kostete die Wohnungs-Genossenschaft 69.000 Mark. Der nächste Hauskauf – die Humboldstraße 84 – für 54.000 Mark wurde zum Jahresbeginn 1900 getätigt. Nach dieser anfänglichen Phase der Ankäufe bestehender Häuser setzte die Wohnungs-Genossenschaft sich das Ziel selbst zu bauen. Dies war nur möglich durch dreijähriges Sparen und ein neues ihren Zwecken förderliches städtisches Erbbaurecht von 1901. Da sie bei der Erwerbung von Erbbaugrundstücken Kosten sparte, konnte sie von 1903 bis 1912 131 Wohnungen in Bornheim, Sachsenhausen und im Nordend bauen. Auf eigenem Gelände – also nicht Erbbaugelände der Stadt – wurde erstmals 1909 in der Großen Rittergasse 43 acht Wohnungen gebaut. In den Folgejahren wurde sowohl gebaut als auch angekauft und wieder verkauft. Neuerungen waren beispielsweise ab 1929 der Einbau von Etagenheizungen und besseren Bädern.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939 besaß die Wohnungs-Genossenschaft 36 Häuser mit insgesamt 293 Wohnungen. Durch den Krieg wurden etwa 200 Wohnungen beschädigt und 17 Wohnungen zerstört. Die finanzielle Kraft wurde in den Folgejahren auf den Wiederaufbau verwendet, sodass erst 1951 wieder neu gebaut wurde. So entstanden in den 50er und 60er Jahren insgesamt 294 Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen. 1971 besaß die Wohnungs-Genossenschaft 58 Häuser mit 603 Wohnungen. 2023 besaß sie 637 Wohnungen. Die Gebäude befinden in den Stadtteilen Bornheim, Nied, Nordend, Nordweststadt, Sachsenhausen und Westend.

Parallel zur ansteigenden Häuser und Wohnungsanzahl stiegen auch die Mitgliederzahlen. Die 31 Gründungsmitglieder hatten sich im ersten Jahr nicht ganz verdoppelt auf 52. 1924 hatte die Wohnungs-Genossenschaft bereits 515 und 1948 609 Mitglieder. 1970 hatten sich diese wieder fast verdoppelt auf 1164 Genossenschaftsmitglieder. 2023 sind 1255 Menschen Mitglied in der Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft.
Enthält Enthält
Der Bestand enthält Akten, Protokoll- und Geschäftsbücher, Drucksachen sowie vereinzelt Bild- und Kartenmaterial.
Literatur Literatur
Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft (Hrsg.), Fünfundsiebzig Jahre Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft Hamburg : Hammonia-Verl., [1971]

Weitere Angaben (Bestand)


Umfang Umfang
117 Verzeichnungseinheiten, [4 Regalmeter]
Deskriptoren Deskriptoren
Personen: Naumann, Friedrich