M3
Vollständige Signatur
StadtA Grün, M3
Bestand
Identifikation (kurz)
Titel
Titel
Bäckerei Carle
Laufzeit
Laufzeit
1918-1971, (2025)
Bestandsdaten
Bestandsgeschichte
Bestandsgeschichte
Die Unterlagen des Bestandes M3 „Bäckerei Carle“ wurden dem Stadtarchiv am 12. Juni/2. Juli 2025 durch Karin Schäfer übereignet.
Die übernommenen Unterlagen stammen aus dem Haus der Carlés in der Breslauer Straße 18 in Grünberg. Der Vater von Karin Schäfer, Eugen Pfeiffer, war ein Schulfreund von Hans Kurt Daniel Carlé. Als das Ende der 1960er Jahre von den Eltern des Hans Kurt Daniel Carlé, Hans Carlé und Lydia Wenzel, gebaute Haus in der Breslauer Straße im Jahr 1997 verkauft wurde, half Eugen Pfeiffer bei der Entrümpelung und sicherte die übernommenen Dokumente. Von dort gelangten sie an seine Tochter, Karin Schäfer, die diese im Auftrag von Hans Kurt Daniel Carlé im Jahr 2025 dem Stadtarchiv übereignete.
Die übernommenen Unterlagen stammen aus dem Haus der Carlés in der Breslauer Straße 18 in Grünberg. Der Vater von Karin Schäfer, Eugen Pfeiffer, war ein Schulfreund von Hans Kurt Daniel Carlé. Als das Ende der 1960er Jahre von den Eltern des Hans Kurt Daniel Carlé, Hans Carlé und Lydia Wenzel, gebaute Haus in der Breslauer Straße im Jahr 1997 verkauft wurde, half Eugen Pfeiffer bei der Entrümpelung und sicherte die übernommenen Dokumente. Von dort gelangten sie an seine Tochter, Karin Schäfer, die diese im Auftrag von Hans Kurt Daniel Carlé im Jahr 2025 dem Stadtarchiv übereignete.
Geschichte des Bestandsbildners
Geschichte des Bestandsbildners
Daniel Carlé, geb. am 28. November 1866 in Ebsdorf, und seine Verlobte Margaretha Walbrecht, geb. am 6. November 1873 als Tochter eines Bäckermeisters in Fronhausen/Lahn, erwarben am 25. August 1900 das Anwesen in der Rabegasse 16 bis 18 in Grünberg und übernahmen die Bäckerei der Familie Jöckel. Daniel Carlé hatte zuvor von 1882 bis 1885 das Bäckerhandwerk als Lehrling in Gießen erlernt und war anschließend als Geselle in Fronhausen und Gießen tätig. Die bestandene Meisterprüfung im Jahr 1900 ermöglichte ihm die Übernahme der besagten Bäckerei in Grünberg und die Anmeldung seines Gewerbes am 9. Oktober 1900, wie dem im Stadtarchiv erhaltenen Gewerbetagebuch der Stadt Grünberg zu entnehmen ist.
Nach der Heirat von Daniel und Margaretha Carlé am 20. September 1900 wurde am 5. September 1901 Sohn Hans Carlé geboren.
Hans Carlé erlernte ebenfalls das Bäckerhandwerk, zunächst als Lehrling im elterlichen Betrieb von 1916 bis 1919 und ergänzt um einen Lehrgang an der Handelsschule Hermes in Gießen. Am 4. Mai 1919 bestand er die Gesellenprüfung. Von 1919 bis 1926 arbeitete Hans Carlé als Bäckergeselle im elterlichen Betrieb und anschließend in einer Konditorei in Gießen bis zur erfolgreich abgelegten Meisterprüfung am 20. Mai 1926. Von Juni bis August 1926 absolvierte er einen Lehrgang an der internationalen Konditorenschule in Stuttgart.
Am 2. Februar 1927 starb Daniel Carlé infolge einer Blutvergiftung. Seine Witwe Margaretha wurde somit Alleininhaberin der Bäckerei Carlé und ihr Sohn Hans Carlé übernahm die Leitung des Betriebes. Im Jahr 1933 wurde Hans Carlé alleiniger Besitzer der Bäckerei, nachdem Schwester Anna Carlé für Ihre Mitarbeit als junges Mädchen im elterlichen Betrieb eine finanzielle Abfindung erhalten hatte. Margaretha Carlé starb am 27. Januar 1938.
Ihr Sohn Hans Carlé heiratete am 24. Mai 1930 die Tochter des Grünberger Volksschullehrers Karl Wenzel, Lydia. Sie hatten drei Kinder: Margaretha Marie Carlé, geb. am 1. Juni 1931, gest. am 6. Dezember 2019, Hans Kurt Daniel Carlé, geb. am 30. Januar 1934, und Gertrud Carlé, geb. am 2. März 1938, gest. am 13. Februar 1998.
Hans Carlé modernisierte die Bäckerei 1938 durch Bau eines zweistöckigen Backhauses mit Dampfrohrheizung, eingebauten Mehlsilos, Metallschränken zum Ausreifen der Teige und einem Badezimmer. Zur Auslieferung von Brot und Gebäck an einen geographisch erweiterten Kundenkreis schaffte er ein motorisiertes Dreirad an.
Zum 31. Dezember 1962 gab Hans Carlé mit Erreichen des Rentenalters die „Brot- und Feinbäckerei“ auf, die ab 1. Januar 1963 zeitweise noch als Bäckerei Schmidt durch Bäckermeister Wilhelm Schmidt fortgeführt wurde.
Nach der Heirat von Daniel und Margaretha Carlé am 20. September 1900 wurde am 5. September 1901 Sohn Hans Carlé geboren.
Hans Carlé erlernte ebenfalls das Bäckerhandwerk, zunächst als Lehrling im elterlichen Betrieb von 1916 bis 1919 und ergänzt um einen Lehrgang an der Handelsschule Hermes in Gießen. Am 4. Mai 1919 bestand er die Gesellenprüfung. Von 1919 bis 1926 arbeitete Hans Carlé als Bäckergeselle im elterlichen Betrieb und anschließend in einer Konditorei in Gießen bis zur erfolgreich abgelegten Meisterprüfung am 20. Mai 1926. Von Juni bis August 1926 absolvierte er einen Lehrgang an der internationalen Konditorenschule in Stuttgart.
Am 2. Februar 1927 starb Daniel Carlé infolge einer Blutvergiftung. Seine Witwe Margaretha wurde somit Alleininhaberin der Bäckerei Carlé und ihr Sohn Hans Carlé übernahm die Leitung des Betriebes. Im Jahr 1933 wurde Hans Carlé alleiniger Besitzer der Bäckerei, nachdem Schwester Anna Carlé für Ihre Mitarbeit als junges Mädchen im elterlichen Betrieb eine finanzielle Abfindung erhalten hatte. Margaretha Carlé starb am 27. Januar 1938.
Ihr Sohn Hans Carlé heiratete am 24. Mai 1930 die Tochter des Grünberger Volksschullehrers Karl Wenzel, Lydia. Sie hatten drei Kinder: Margaretha Marie Carlé, geb. am 1. Juni 1931, gest. am 6. Dezember 2019, Hans Kurt Daniel Carlé, geb. am 30. Januar 1934, und Gertrud Carlé, geb. am 2. März 1938, gest. am 13. Februar 1998.
Hans Carlé modernisierte die Bäckerei 1938 durch Bau eines zweistöckigen Backhauses mit Dampfrohrheizung, eingebauten Mehlsilos, Metallschränken zum Ausreifen der Teige und einem Badezimmer. Zur Auslieferung von Brot und Gebäck an einen geographisch erweiterten Kundenkreis schaffte er ein motorisiertes Dreirad an.
Zum 31. Dezember 1962 gab Hans Carlé mit Erreichen des Rentenalters die „Brot- und Feinbäckerei“ auf, die ab 1. Januar 1963 zeitweise noch als Bäckerei Schmidt durch Bäckermeister Wilhelm Schmidt fortgeführt wurde.
Findmittel
Findmittel
Arcinsys
Weitere Angaben (Bestand)
Umfang
Umfang
0,16 lfm
Bearbeiter
Bearbeiter
Dipl.-Archivarin Marei Söhngen-Haffer M.A., 2025