Vollständige Signatur

StadtA KS, B 45

Bestand


Identifikation (kurz)


Titel Titel
Unitariergemeinde Kassel
Laufzeit Laufzeit
1948-2019

Bestandsdaten


Bestandsgeschichte Bestandsgeschichte
Aufgrund der 2024 bevorstehenden Auflösung der Unitariergemeinde Kassel, wandte sich diese bereits 2023 an das Stadtarchiv, um über Möglichkeiten für die Überlieferung der Gemeinde im Stadtarchiv Kassel zu sprechen. Die Kasseler Gemeinde stelle eine der ältesten Gemeinden der Unitariergesamtgemeinde dar und übernahm bis zur Auflösung auch eine prägende Rolle in dem Gesamtverband ein. Übernommen wurden insbesondere die Gemeindeblätter der Kasseler Gemeinde sowie die Gemeindehefte des Gesamtverbandes, da sich darin zahlreiche Berichte über die Kasseler Gemeinde befinden. Darüber hinaus wurden auch Organisationsunterlagen übernommen, anhand derer die Gestaltung von Feiern und Festen nachvollzogen werden kann.
Die Erschließung der Unterlagen erfolgte durch eine studentische Praktikantin im Herbst 2024.
Zur Gliederung der Unterlagen wurden drei Klassifikationspunkte eingerichtet, die einerseits zwischen den verschiedenen Publikationen unterscheiden und andererseits die organisatorischen Unterlagen davon trennen.
Bei der Zeitschrift des Gesamtverbandes wurde jeweils eine Serie für die jeweilige Zeitschriftenreihe angelegt. Bis 1977 trug die Zeitschrift den Namen "Glaube und Tat". Danach wurde sie umbenannt in "Unitarische Blätter". Bei der Verzeichnung wurden Artikel mit Bezug zur Kasseler Gemeinde extra ausgeworfen.
Die Gemeindebriefe enthalten insbesondere Einladungen zu verschiedenen Veranstaltungen der Gemeinde, Terminübersichten und Berichte aus dem Gemeindeleben sowie Nachrichten über Neueintritte, Geburtstage, Verstorbene und rituelle Feiern.
Die Zeitschriften liegen jeweils in gebundener Form vor. Dabei umfasst ein Band in der Regel ein Jahr.
Die Organisationsunterlagen waren in Leitzordnern abgeheftet. Hier erfolgte eine Umbettung in Archivmappen.
Geschichte des Bestandsbildners Geschichte des Bestandsbildners
Die Unitariergemeinde in Kassel wurde 1947 gegründet. Sie erlebte ab den 1950er Jahren einen sehr großen Zuwachs und verstand sich dabei auch als eine Art „Sammelbecken“ für Menschen, die über Religion reden, aber nicht einer der vorhandenen Kirchen angehören wollten. Der Höhepunkt bei den Mitgliederzahlen lag somit in den 1960-70er Jahren. Mit einer sich öffnenden und toleranter werdenden Weltanschauung der Gesellschaft, stagnierten die Mitgliederzahlen und begannen aufgrund des Wegfalls von Mitgliedern durch Tod sukzessiv zu sinken. Hintergrund dessen ist, dass mit einer offeneren Gesellschaft auch der Druck abnahm, einer religiösen Gemeinschaft angehören zu müssen. Zudem entwickelten sich sowohl im analogen als auch, mit Einzug des Internets, im digitalen Raum die Möglichkeiten des Austausches über Religion, Philosophie etc., sodass auch dafür die Gemeinschaft der Unitarier nicht mehr aufgesucht werden musste.
Neben konfessionsfreien Feierstunden im Jahreskreis und zu allgemeinen Themen bot die Gemeindebieten auch musische und kulturelle Veranstaltungen sowie Gesprächsrunden an.
Darüber hinaus engagierten sich die Kasseler Unitarier*innen beim von der Stadt Kassel initiierten „Runden Tisch der Religionen“ und beim „Rat der Religionen“, ferner auch bei „Religionen für den Frieden“.