Vollständige Signatur

ISG FFM, V207

Bestand


Identifikation (kurz)


Titel Titel
AIDS-Hilfe Frankfurt
Laufzeit Laufzeit
ca. 1984 - 2020

Siehe


Korrespondierende Archivalien Korrespondierende Archivalien
ISG FFM VS Nr. 598 AIDS-Hilfe
ISG FFM VS Nr. 447 Förderverein der AIDS-Hilfe Frankfurt e.V.

Bestandsdaten


Bestandsgeschichte Bestandsgeschichte
Der Bestand wurde dem ISG 2023 von der AIDS-Hilfe zur Übernahme angeboten. Es folgten zwei Abgaben (Zugänge 64-2023 und 78-2023), die Unterlagen wurden anschließend bis Juni 2025 von zwei Mitarbeiter:innen der AIDS-Hilfe erschlossen und die Signaturen Nr. 1 - 458 vergeben. Finanziert wurde die Erschließung durch das Erbe von Theo Sandbaumhüter, der mehr als 20 Jahre lang im Vorstand der AIDS-Hilfe tätig war.
Geschichte des Bestandsbildners Geschichte des Bestandsbildners
Die AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. wurde 1985 in Folge des ersten Auftretens von AIDS in Deutschland als unabhängige, parteiische Organisation gegründet. Als Trägerin existenzieller Gesundheits- und Beratungsangebote umfasst ihre Arbeit heute Pflegedienste, Wohnprojekte, Beratungsstellen sowie Prävention und Aufklärung zum Thema AIDS. Zugleich setzt sie sich für die Interessen anderer in diesem Zusammenhang von Diskriminierung bedrohter oder betroffener Menschen ein. Im Rahmen von individueller und struktureller Prävention und Intervention bietet sie konkrete Hilfsleistungen und Problemlösungen. Zudem unterhält sie vielfältige zielgruppenspezifische Angebote zur Unterstützung und Stärkung von Selbsthilfekompetenzen.

Die AIDS-Hilfe trug durch ihre proaktive Arbeit seit Mitte der 1980er Jahre maßgeblich zur Entwicklung des "Frankfurter Wegs" bei, der eine niedrigschwellige und akzeptierende Drogenarbeit mit präventivem Schwerpunkt ermöglichte. Am Anfang standen selbst organisierte Spritzentauschaktionen, ab 1990 unterhielt die AIDS-Hilfe mit dem "Café Ruhdolf" in der Rudolfstraße eine Einrichtung mit sozialem Angebot und Übernachtungseinrichtung für obdachlose Drogenbrauchende. Das "Café Ruhdolf" war der Vorläufer der heute von der AIDS-Hilfe betriebenen Drogenhilfeeinrichtung "La Strada".

Mit ihrem wachsenden, über das Thema AIDS hinausgehenden Angebot entwickelte sich die AIDS-Hilfe zum Zentralpunkt der schwulen Community in Frankfurt und schuf dieser mit dem "Switchboard", einer schwulen Szenekneipe in der Alten Gasse, einen Raum. Auch heute nimmt sie eine wichtige und intervenierende Rolle in der Stadtgesellschaft ein, macht auf die sozialen Ausschlüsse im Zusammenhang mit AIDS und deren Konsequenzen aufmerksam und wirkt diesen durch Aufklärungsarbeit und Präventionskampagnen entgegen.

Zugang: 64-2023; 78-2023

(Stand 2025)
Literatur Literatur
Achim Teipelke: AIDS-Hilfe Frankfurt e.V.: 1985 - 1990. Frankfurt 1990.
Eva Douma: Reif für die Zukunft: Die Aids-Hilfe Frankfurt e.V. im dritten Jahrtausend. Frankfurt 2000.
AIDS-Hilfe Frankfurt e.V.: Vielfältig verbunden: 20 Jahre Aids-Hilfe Frankfurt. Frankfurt 2005.

Weitere Angaben (Bestand)


Umfang Umfang
ca. 6 Regalmeter (Stand 2025)
Benutzung Benutzung
Lagerort: BO und TM B