S1-518

Vollständige Signatur

ISG FFM, S1-518

Bestand


Identifikation (kurz)


Titel Titel
Guaita, Familie von: Nachlass
Laufzeit Laufzeit
Ende 15. bis 20. Jh. [1494-2005]

Bestandsdaten


Bestandsgeschichte Bestandsgeschichte
Zugang: III/2017-74
Geschichte des Bestandsbildners Geschichte des Bestandsbildners
Von ihrem ursprünglichen Herkunftsort in Oberitalien gelangten Mitglieder der Guaita ins Römische Reich deutscher Nation und wurden als erfolgreiche Kaufleute vor allem in Aachen und Frankfurt am Main ansässig. Die nachgelassenen Dokumente spiegeln diese geographische und soziale Mobilität, berichten aber auch von Reisen und der Teilnahme an glanzvollen politischen Ereignissen. Erste Spuren der Familie Guaita finden sich bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts in Papieren der Kirchengemeinde von Grandola am Comer See. Darin werden sowohl die wichtigen persönlichen Ereignisse wie Taufen, Hochzeiten und Todesfälle als auch die aktive Teilhabe der Familie am Leben der Kirchengemeinde dokumentiert. Jenseits der Alpen schließlich betrieben zwei Guaita-Brüder das 1665 gegründete Handelshaus „Innocentius & Matthäo Guaita“. Allerdings gestaltete sich der Aufstieg der katholischen Familie in die protestantisch geprägte Frankfurter Gesellschaft langwierig. Nach der 1806 durchgesetzten vollen bürgerlichen Gleichberechtigung für Katholiken begann aber dann die beeindruckende Karriere von Georg Friedrich Guaita, der 1813 geadelt und 1822 Bürgermeister der Stadt Frankfurt wurde. Zeichen des Wohlstandes wurde die Villa Guaita, die Max von Guaita 1893 in Kronberg im Taunus errichten ließ. Ähnlich erfolgreich war der Aachener Familienzweig. Seine Vertreter erlangten als Industrielle Wohlstand und stellten mit Cornelius von Guaita zu Beginn des 19. Jahrhunderts den ersten Oberbürgermeister der Stadt Aachen. Im Frankfurter Leben sind die Guaita bis heute mit der 1848 gegründeten Louise-und-Stephan-von-Guaita’schen Stiftung präsent.

Der Nachlass beleuchtet sowohl die Geschicke der Familie an ihrem italienischen Herkunftsort als auch das Wirken der ausgewanderten Nachkommen. Darunter finden sich archivalische Schmuckstücke wie die lateinische Urkunde zur Verleihung des Adelstitels an einen Guaita aus Aachen durch Kaiserin Maria Theresia 1755. Anderes Schriftgut gibt Einblicke in alltägliche Ereignisse – die Beschaffung von Heiratserlaubnissen für Hochzeiten im Ausland 1723 oder ein Brief aus England von 1938, in dem die Benutzung der Familienkapelle in Grandola als Kino beklagt wird. Schließlich offenbart der Nachlass auch ein Steckenpferd, das die Familie quer durch die Generationen begleitete: das Interesse an der eigenen Geschichte und genealogischer Forschung. Erste Spuren der Forschung in eigener Sache zeigen sich bei Familienmitgliedern der Guaita schon im frühen 19. Jahrhundert. Mit dem Abschluss der Arbeiten wird der Bestand für alle Nutzer des Instituts für Stadtgeschichte zugänglich und gewährt spannende Einblicke in die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte einer Familie.
Enthält Enthält
Unterlagen sowohl zu den italienischen als auch deutschen und französischen Familienzweigen der Guaitas: Genealogie, Bank- und Finanzangelegenheiten, Korrespondenz, Privilegien, Druckschriften

Weitere Angaben (Bestand)


Umfang Umfang
81 Verzeichnungseinheiten (Stand 2020)
Benutzung Benutzung
Lagerort: BO
Deskriptoren Deskriptoren
Personen: Guaita, Familie von