A.90.10

Complete identifier

ISG FFM, A.90.10

Fonds


Identification (short)


Title Title
Nieder-Eschbach
Life span Life span
1594 - 1974

Fonds data


Custodial history Custodial history
Nach der Eingemeindung 1972 gelangte das Gemeindearchiv in das Frankfurter Stadtarchiv, nachdem die Gemeinde Nieder-Eschbach zuvor wie viele andere hessische Gemeinden sein zwischen 1962 und 1964 neu organisiertes Gemeindearchiv durch die Beratungsstelle für Gemeindearchivpflege des Hessischen Landkreistags auf der Grundlage des Registraturplans für die großherzoglich-hessischen Bürgermeistereien von 1908 und darauf aufbauenden Ordnungs- und Verzeichnisrichtlinien hatte neu erfassen lassen. Im Rahmen einer Neuverzeichnung wurden viele kleinere Verzeichnungen zu größeren Einheiten zusammengefasst. Weitere kleinere Abgaben folgten.

Das vergleichsweise umfangreiche Gemeindearchiv zeichnet sich durch größere Rechnungs- und Belegserien seit dem 17. Jahrhundert aus und bietet ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert gute Einblicke in das Ortsgeschehen.

Es erfolgten folgende Zugänge:
Akz. Dr. Andernacht: III/1979-13;
Akz. Hauptamt, Verwaltungsstelle Nieder-Eschbach: III/1989-8;
Akz. Geschichtsverein Nieder-Eschbach: II/1993-2.
History of creator History of creator
Die fränkische Siedlung Nieder-Eschbach wird im Lorscher Codex zu 772 erstmals erwähnt. Das früheste urkundlich erhaltene Zeugnis zu "Eschebach inferior" stammt von 1288.
Nieder-Eschbach gehörte im Spätmittelalter zur Herrschaft Eppstein-Königstein, fiel 1535 auf dem Erbweg an Stolberg-Königstein, das den Ort 1578 an die Grafschaft Hanau verpfändete. Von nun an bildete es mit Ober-Eschbach, Steinbach, Burgholzhausen und Rodheim das hanauische Amt Rodheim.
Mit Aussterben des Hanauer Grafenhauses 1736 gelangte die (reichsrechtlich weiterhin eigenständige) Grafschaft in Personalunion an Hessen-Kassel. Mit Absetzung des 1803 zum Kurfürsten erhobenen Kasseler Landgrafen durch Napoleon 1806 wurde die Grafschaft Hanau und damit auch Nieder-Eschbach zunächst unter französische Verwaltung gestellt, dann dem Großherzogtum Frankfurt und zuletzt dem 1918 im Volksstaat Hessen aufgegangenen Großherzogtum Hessen(-Darmstadt) zugeschlagen.
Bis zur Auflösung der Hohemark im Jahr 1813 hatte Nieder-Eschbach Anteile am gemeinsamen Wald und anschließend einen eigenen Gemeindewald.
Die Einwohnerzahl wuchs von etwa 220 im Jahr 1632 über 425 im Jahr 1754, 627 im Jahr 1834, 829 im Jahr 1910 bis auf 7.151 im Jahr 1973. Wesentlich zum Wachstum trug die Eröffnung der elektrischen Bahn von Frankfurt a. M. nach Bad Homburg im Jahr 1910 bei.
Bis zum Ersten Weltkrieg bewahrte die Gemeinde ihre ländlichen Strukturen mit einer Pfarrkirche, einer bis zwei Mühlen, drei herrschaftlichen Höfen des Deutschen Ordens (nach 1774 im Besitz der hessischen Nebenlinie Rumpenheim), des Mainzer Domkapitels und der Glauburger sowie einer Reihe von unterschiedlich wohlhabenden Bauern und Handwerkern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg durchlief Nieder-Eschbach wie andere Gemeinden den Wandel von der Landgemeinde zum gemischten Wohn- und Gewerbeort mit zahlreichen Zuzuügen (auch von Flüchtlingen und Vertriebenen, vornehmlich Ungarndeutschen).
In der Neuorganisation des Großherzogtums von 1821 traten anstelle der Ämter Landrats- und Landgerichtsbezirke. Nieder-Eschbach wurde Teil des Kreises Vilbel und nach dessen Auflösung im Jahr 1874 des Kreies Friedberg. An der Spitze der Gemeindeverwaltung stand in hanauischer Zeit ein Schultheiß unter der Dienstaufsicht des Amtmanns von Rodheim, nach der Verwaltungsreform von 1821 ein Bürgermeister. Dieser, ein Beigeordneter und der Gemeinderat wurden von den Bürgern unmittelbar gewählt, wobei die Landesregierung bis 1918 aus drei von der Gemeinde vorgeschlagenen Kandidaten einen auswählte. Gegen ihren Willen wurde die Gemeinde Nieder-Eschbach am 11. Juli 1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform nach Frankfurt a. M. ohne einen Eingemeindungsvertrag eingemeindet.
Literature Literature
Rothammel, Jean H.: Nieder-Eschbach. Geschichte und Geschichten. Frankfurt 1991.
Vogt, Günther (Red.): 1200 Jahre Nieder-Eschbach 772-1972. Nieder-Eschbach 1972.

Further information (fonds)


Extent Extent
2707 Verzeichnungseinheiten (Stand 2019)
Access Access
Lagerort: BO 3.092-3.093, TM (Gemeindearchiv Nieder-Eschbach)