Vollständige Signatur

HStAD, F 27 G, 420

Sachakte


Identifikation


Titel Titel
13 Briefe von Caroline von Brandenstein aus Stuttgart und Ludwigsburg
Laufzeit Laufzeit
1773-1774
Alte Archivsignatur Alte Archivsignatur
-

Vermerke


Enthält Enthält
Stuttgart, 14. Juni 1773: Ausdruck der Freude über die Bekanntschaft mit Karoline Luise; Aufforderung, in Stuttgart wieder zum Zirkel ('petit cercle') zu stoßen und Wunsch der Eltern, Karoline Luise wieder zu empfangen; Erinnerungen an Minette [von Uexküll]
Stuttgart, 14. Juli 1773: Versicherung ihrer Zuneigung und Freundschaft; Grüße der Eltern
Stuttgart, 18. Juli 1773: Aufenthalt bei Frau von Uexküll und Zusammentreffen mit Karoline Luises Bruder [Christoph oder Theresius]; Erwähnung einer Freifrau von Stockhorn
o. O., 6. Mai 1774: Erzählung über [Josepha] Leutrum [von Ertingen] als Mätresse des Kurfürsten Carl Theodor (Pfalz und Bayern) in Mannheim
Ludwigsburg, 9. Mai 1774: Bitte um Silber für die 'bandes royales'; Besuch bei der Familie von Taubenheim und Anwesenheit von Karl Georg Riedesel; Versprechen Karl Georgs, Bücher an Karoline Luises Vater zu schicken; Besuche durch von Cramm und von Schilling; besorgniserregender Gemütszustand von Karoline Luises Bruder Christoph und dessen Aufenthalt in Ulm; neuartiger Kopfschmuck mit türkischem Charakter ('Turban'), eingeführt von einer ungarischen Dame aus Temeswar [Timisoara]
Ludwigsburg, 14. Mai 1774: Dank für die Zusendung von Fächern ('Eventailles') und Armbändern ('Bracelets'); Empfang eines Briefes von 'der Mme. de la roche' [Sophie von La Roche]
Stuttgart, 17. Mai 1774: Erwähnung einer Vertonung von Stanzen ('l'air de G...'); lobende Erwähnung Karl Georg Riedesels und Ansichten zu den unberechtigten Skrupel von Karoline Luise
Ludwigsburg, 7. Juni 1774: Erwerb von Schmuck und Seide; Spargelsendung von Karoline Luises Bruder Christoph aus Ulm an Carolines Vater
Ludwigsburg, 14. Juni 1774: Preise der türkischen Hauben zwischen fünf und acht Gulden; Kunstkammerdiebstahl des württembergischen Rentkammerrats Christian Gottlieb Drescher; Frage nach dem eventuellen Aufenthalt Karl Georg Riedesels bei den von Seckendorffs in Obernzenn
Ludwigsburg, 11. Juli 1774: Niedergeschlagenheit von Karoline Luises Bruder Christoph; Gespräch mit Sophie von La Roche über die Leidenschaft; Andeutungen über die Richtung ihrer Gefühle; Momente der Melancholie
Ludwigsburg, 19. Juli 1774: Erkrankung der Sophie von La Roche auf der Reise nach Frankfurt und Absage ihres Besuchs in Stuttgart; geplante Reise von Karoline Luises Brüdern Christoph und Theresius nach Straßburg
Ludwigsburg, 1. August 1774: Spaziergang mit der Familie von Taubenheim; Aufenthalt von Karoline Luises Brüdern Christoph und Theresius in 'Deinach' [Bad Teinach-Zavelstein bei Calw]; Ankündigung einer Predigt von [Johann Caspar] Lavater (1741-1801) in der reformierten Kirche; Erwähnung eines jungen von Schack ('le jeune Schack, Neveu de Kniestedt') und dessen Liebe zu einem Fräulein von Cramm ('la belle Cram')
Ludwigsburg, 7. August 1774: Übersendung von Filetnadeln; Veränderungen bei Hofe und wahrscheinliche Entlassungen von Bickler, Baer, von Senfft ('Senft'), Roeder und von Lepel ('Leppel'); Reise der Freundin [N. N.] von Cramm nach Tübingen
o. D.: Schilderung einer Geburtstagsfeier, Anwesenheit der Damen von Roeder, von Waldenbuch, von Taubenheim und der Herren von Kniestedt und Riedesel

Informationen / Notizen


Zusatzinformationen Zusatzinformationen
Briefe in französischer und deutscher Sprache
zum Brief vom 6. Mai 1774: Es ist nicht gesichert, dass mit 'von Leutrum' und 'l'Électeur' tatsächlich die oben genannten Personen gemeint sind. Zu denken wäre auch an den weitaus bekannteren Fall von Karl Eugen, Herzog von Württemberg (1728-1793), und dessen Mätresse Franziska Leutrum von Ertingen, geb. von Bernerdin (1748-1811). Karl lernte sie 1771 kennen, nach ihrer Scheidung 1772 und dem Tod seiner Frau Elisabeth Friederike, geb. von Brandenburg-Bayreuth, heiratete er die inzwischen zur Reichsgräfin von Hohenheim erhobene Franziska morganatisch. Siehe dazu Thomas KUSTER, Aufstieg und Fall der Mätresse im Europa des 18. Jahrhunderts. Versuch einer Darstellung anhand ausgewählter Persönlichkeiten, Nordhausen 2003, S. 209-239. Karl Eugen war jedoch nicht Kurfürst, somit passt die Bezeichnung 'Électeur' nicht auf ihn. Zur anderen These siehe Karl J. SVOBODA, Mätressen und Kinder Carl Theodors in seiner Mannheimer Zeit, in: Alfred WIECZOREK (Hrsg.), Lebenslust und Frömmigkeit. Kurfürst Carl Theodor (1724-1799) zwischen Barock und Aufklärung, Regensburg 1999, S. 37-42.
zum Brief vom 9. Mai 1774: mit den 'bandes royales' ist wahrscheinlich der Schmuck/Schurz der Freimaurer gemeint, vgl. die Erwähnung des 'chamois band' von Karoline Luise im selben Brief
ebd.: Die Verlobung zwischen Karl Georg Riedesel zu Eisenbach (1746-1819) und Karoline Luise fand vermutlich 1776 statt. Karl Georg war zunächst Regierungsassessor in Tübingen, dann Hofgerichtsassessor in Stuttgart und wechselte zum 1. Oktober 1778 aus württembergischen Diensten ans Reichskammergericht in Wetzlar. Karoline Luise und Karl Georg heirateten am 10. November 1778.
ebd.: der erwähnte türkische Kopfputz könnte dem Stil nach derselbe sein, mit dem Sophie von La Roche auf dem Gemälde von Georg Oswald May (um 1776) zu sehen ist
zum Brief vom 7. Juni 1774: Carolines Vater war der württembergische Kammerherr und Forstmeister Johann August von Brandenstein (1708-1779); zu den Lebensdaten siehe http://www.ahnenforschung-kunert.de/forte8.pdf (eingesehen am 29.11.2013); siehe auch die Leichenpredigt im Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, GA 90, Nr. 796. Carolines Mutter war Maria Magdalena Ernestine Teuffel von Birkensee (1724-1792).
zum Brief vom 14. Juni 1774: zum Kunstkammerdiebstahl und Fall Drescher siehe Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 20 a Bü 188, Bü 92
zu Christoph von Seckendorff-Aberdar (1747-1814) siehe auch F 27 G, Nr. 399, 455-469
zu Theresius von Seckendorff-Aberdar (1758-1825) siehe auch F 27 G, Nr. 400, 474-480; auch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 33, 1877, S. 269 f.
zu Sophie von La Roche (1730-1807): Offenbar bestand eine Korrespondenz zwischen ihr und Caroline von Brandenstein, zu deren Umfang sich keine bestimmte Aussage machen lässt. Im Goethe- und Schiller-Archiv Weimar befindet sich ein Brief von Caroline von Brandenstein (inzwischen von der Lühe) an Sophie von La Roche vom 19./20.8.1782 (GSA 56/43). Auch Karoline Luise Riedesel zu Eisenbach stand mit Sophie von La Roche in brieflichem Kontakt (siehe F 27 G, Nr. 419). Siehe auch die weiteren Erwähnungen in Briefen von Caroline von Brandenstein an Karoline Luise in F 27 G, Nr. 422, 424, 843.
bei [N. N.] von Cramm handelt es sich vermutlich um Caroline Philippine Antoinette von Cramm (1760-1827), Tochter des Herzoglich-Braunschweigischen Staatsministers Freiherr von Cramm, verheiratet seit 1785 mit Ulrich Leberecht Graf von Mandelsloh (1760-18279, Württembergischer Staatsminister in Stuttgart; siehe F 27 G, Nr. 451, 452-454, 471-473

Repräsentationen

Typ Bezeichnung Zugang Information Aktion
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