1100

Complete identifier

HStAD, O 37, 1100

Serial case file (general)


Series


Denotation Denotation
Ludwig, Arthur und Ludwig, Stephanie, geb. Edelstein

Identification (case file)


Title Title
Band 3
Life span Life span
1911-1941

Information on person


Name of person Name of person
Ludwig, Arthur
Title / Rank Title / Rank
Dr. med.
Date of birth Date of birth
1874
Date of death Date of death
1930
Biographical data Biographical data
Ludwig, Arthur (Arzt für innere -, Nerven- und Gemütsleiden, (?1873-1930)
Eltern von Ralph Ludwig, geb. Ende Jan. 1902
Arthur Ludwig und P. Geheeb haben offenbar miteinander studiert, z.B. bei Pfleiderer); kennen sich ab ca. 1896 (s. A. Ludwig 29. Dezember 1908)
P. Geheeb war auch mit einem Onkel von A. Ludwig, dessen Frau Anna L. und vorallem ihrer Tochter Hedwig Ludwig (später Lewy) befreundet. (Vgl. unter Ludwig, Anna)
Bis 1909 eine sehr intensive Korrespondenz
A. Ludwig steht P. Geheeb mit Rat und Tat zur Seite: sucht und interviewed Mitarbeiter für Haubinda; wirbt für die Schule vor allem in München
durch Stephanie scheint Geheeb Kerschensteiner kennengelernt zu haben
eine gemeinsame Gründung stand auch zur Diskussion
Name of person Name of person
Ludwig, Stephanie, geb. Edelstein
Date of birth Date of birth
1871-12-06
Place of birth Place of birth
Schlauen (Litauen)
Date of death Date of death
1943-01-16
Place of death Place of death
Theresienstadt (KZ)
Profession Profession
Fotografin
Biographical data Biographical data
Stephanie Ludwig, geb. Edelstein, 1910 geschieden und wiederverheiratete Held

Notes


Includes u.a. Includes u.a.
A. Ludwig steht P. Geheeb mit Rat und Tat zur Seite: sucht und interviewed Mitarbeiter für Haubinda;wirbt für die Schule vor allem in München
einzelne Briefe (Auswahl): 2. April 1897: A. L. spricht von der Braut Stephanie, lässt M. Cauer grüssen
20. Januar 1898 A. L. dutzt Geheeb jetzt, erwähnt Ed. Hartmanns Philosophie des Unbewussten
Steph. L. 10. mai 1898, wünschte sich Ehe zu dritt "wenn es keinen Neid unter den Göttern gäbe"
A. Ludwig 19. August 1898 erwähnt diverse Menschen, Bücher etc., auch Björnson, eine gewaltige, und doch verstehende Persönlichkeit, dann u.a. "Dieses allseitige tiefe Menschenverstehen wird immer mehr mein sehnsuchtsvolles Bemühen" "Du (Paul) mein Lieber, bist mir das schönste Beispiel für diese Sätze. Dein tiefer, segensreicher Einfluß auf die Menschen entspringt einem solchen tief innersten Verstehen. Wie schön müsste es sein, wenn wir zusammen arbeiten könnten in dieser Hinsicht."
A. Ludwig 6. Januar 1899 zur Frauenbewegung, die besonders von Schenk-Stotzing auf perverse Sexualempfindung zurückgeführt wird.
St. Ludwig 15. Februar 1900: "Wir beide sind sehr betrübt darüber, dass Du auch in dem neuen Wirkungskreise, der uns so gut für Dich zu passen schien, nicht verstanden wirst."
A. Ludwig 23. Juli 1900 und 25. August 1901 über mögliche Schulgründung für das Kind von Helene Böhlau und andere Kinder
19.November 1900: Hochzeit vom 29. Oktober 1900. A.L. 16. März 1901 Stephanie habe in Dresden u. a. Jeanne Lafond gesehen: "Was fällt Dir nur ein, jedem feineren Wesen, das Dir begegnet, gleich als "Ereignis" ins Dasein zu treten"
St. L. 8.März 1901: sehr erfüllt von Frau Prof. Mendelssohn
A. L. 8.Juni 1901: leiht Paul Geheeb Geld;solle sich nicht sorgen "erhole Dich gründlich und arbeite für das Examen, damit dieses dumme Ding aus der Welt geschafft ist."
A. L. 25.August 1901 nochmals über die Möglichkeit einer Schule für Helene Böhlau, "Denn Dr. Lietz würde Dich ja bei all seiner hohen Idealität mit seiner gewaltigen Energie und Herrschsüchtigkeit doch ein wenig einengen."
A. L. 15. November 1901: war in Haubinda. Dr. Lietz bittet ihn, Christoph Schrempf für Haubinda zu gewinnen. Dieser lehnt ab.
A. L. 18. Februar 1902: Schrempf lehnt ab
mehr über Wiesner und P. Geheeb. 21. Februar 1902: Begrüßt Geheebs Plan zu Lietz zu gehen;eine gewisse Regelmässigkeit der Berufsausübung helfe dem Nervensystem oft. Freut sich, dass Geheeb Schrempf so nahe gekommen sei
A. L. 20. April 1902: Geheeb bleibe doch in Haubinda;er müsse mit Lietz und Otto Kofahl ein Triumvirat für die neue Erziehung bilden
A. L. 29. Januar 1903 über seine Arbeit für Haubinda
A. L. 8. Oktober 1903: Lessing und Lietz so plötzlich entzweit. Mit Lietz könne wohl nur arbeiten, wer ganz unverletzlich sei, so wie Geheeb. "Das ist ja das Grundübel, dass Lietz nicht in innere Fühlung mit seinen Mitarbeitern kommt, denn sonst müsste er bei seinem Willensgenie und altroistischen Fühlen die Welt in ein Paradies verwandeln."
A. L. 26. November 1903: "Halte nur möglichst die Devise fest durch Dr. Lietz unverletzbar zu sein. Der Mann braucht Dich zu nötig".
A. L. 21. und 23. Dezember 1903 mehr über Lietz. A. L. 3. Januar 1904 "Wirst Du es Dir nicht auch dadurch leichter machen, dort zu wirken, dass Du Dir trotz aller Ungeschicklichkeiten von Lietz, die vielleicht als Unentschuldlichkeiten empfunden werden, immer wieder seinen ursprünglichen Idealismus, den Du selbst seiner Zeit mächtig gespürt, und den auch wir, ich, Dr. von Kapherr, Schulrat Kerschensteiner immer wieder stark empfinden, vor die Seele rufst und in euren Verhandlungen immer wieder in zarter Weise an denselben appellierst? Kein anderer wird Lietz so kennen wie Du, und Du bist am meisten berechtigt, über ihn zu urteilen ... Du musst Dich an sein bestes klammern." Kerschensteiner habe Lietz brieflich ans Herz gelegt, in ein wärmeres Verhältnis zu seinen Mitarbeitern zu treten
A.L. 19. März 1904 über die Sicherstellung von Bieberstein, für die er einen Gönner gefunden habe. "Es ist ja wundervoll und berauscht mich ganz, dass es Dir nun möglich sein soll, nach Deiner Auffassung die Kinder zu leiten. Wenn auch Dr. Lietz wohl noch manches in seinem Sinn festlegen möchte, so muss ja dies im Laufe der Zeit umformiert werden. Halte nur noch aus bis zuletzt, mein Lieber. Ich kann mir denken, wie Du noch manchen harten Kampf mit Lietz auszukämpfen hast und manchmal auch resignieren möchtest. Aber sei jetzt tapfer und voller Zuversicht. Es muss ja nun alles gut werden."
A. L. 29. März 1905 über die von Lietz scheinbar erwogene Entfernung Geheebs aus Haubinda "Um aber Lietz überhaupt nicht auf solche Gedanken kommen zu lassen, wäre es nicht nützlich, dass von einem durch Heine vertraulich zusammengerufene Versammlung von Eltern diese Eventualität besprochen und in irgend einer Weise Lietz gegenüber ein Vertrauensvotum für Dich zum Bewusstsein gebracht würde?" "Schade, dass sich Kofahl auch persönlich von Dir so entfernt hat."
A. L. 15. Januar 1906 über die finanzielle Situation von Haubinda. Ludwig Thoma will sich einsetzen
A. L. 26. Januar 1906 Gute Nachricht von befreundeter Seite 15.000 Mark zur Verfügung gestellt
A. L. 14. Juni 1906 "Die gegebene Antwort auf diese Handlung ist Sezession! Diese nicht so schwierig wie Du denkst. 1. Du hast Sympathie der Eltern und Schüler. 2. Viel Sympathie in München. 3. In München Simplizissimus, Sympathie von Kerschensteiner und Meininger Behörden etc."A. L. 18., 21., 23. und 24. Juni 1906 über die Möglichkeiten einer neuen Gründung
A. L. 26. Juni 1906 setzt alles in Bewegung;sein Haus kann Zentralstelle für Besprechungen etc. sein. Die Anlage einer Anstalt in mehreren Villen entspricht A. L., der diese Form bereits in mehreren Irrenanstalten gesehen hat (s. u.a. 1. juli 1906)
2. Juli 1906 St. und A. Ludwig, M. Scheler, Prof. Rullmann, Prof. Halm und Kerschensteiner haben sich alle ein Grundstück in Oberpöcking angeschaut.
A.L. 1. Juli 1906 hat mit Kerschensteiner Einzelheiten einer Schulgründung, Zulassungsfragen etc. besprochen
A. L. 4. Juli 1906 ermutigt den etwas mutlosen Geheeb
A. L. 9. November 1906 mehr über den Konflikt mit Lietz
St. Ludwig 13. November 1906: "All mein Bestes danke ich Dir und Arthur. Die Zukunft einer besseren Menschheit und Aller Zukunft Liebe sehe ich in Dir, du Seeliger, der fortwährend Seeligkeiten ausstreut in die Herzen der Jugend"
A. L. 24. Juli 1907 "Du besitzest wirklich eine wundervolle Energie, Dich von Verhältnissen zu befreien, die Deine Entwicklung hindern" (hat sich von H. Merck getrennt) " Die Menschen, die ich lieb habe, konkurrieren nicht miteinander in meiner Seele;zu jedem habe ich eine ganz spezielle Stellung in meinem Herzen, die durch diejenige zu einem anderen in keiner Weise berührt oder beschränkt wird. Du, der Du ähnlich lasterhafte poligamische und poliandrische Neigungen auf dem Abgrund Deiner schwarzen Seele hast, wirst mich wohl in diesen Gefühlen recht verstehen können"
3.10.07 A. L. war nach Einführung durch P. Geheeb bei S. Fischer mehrmals eingeladen
A. L. 22. Februar 1908 über die vollzogene Gründung der Wickersdorf GmbH
A. L. 29. April 1908 Lasker-Schüler brachte ihren Sohn Paul nach Wickersdorf;er sei am Kongress der Freunde der Professor Freud'schen Psychoanalyse gewesen "in gewisser Weise wendest Du sie schon an"
A. L. 4. August 1908 nach einem Besuch E. Keys in Wickersdorf, sie sei besorgt "um Dich und Deine Nerven und dass Du Dich Wyneken gegenüber zu wenig behauptest"
A. L. 26. September 1908 erwähnt Edith Geheeb (Cassirer) erstmals
A. L. 20., 21., 29. Oktober 1908 zum Konflikt mit Wyneken
A. L. 16., 22. Dezember mehr über Geheebs und seinen Weggang von Wickersdorf
29. Dezember 1908 "Ärztliches Zeugnis über Paul Geheeb von Dr. Arthur Ludwig"
A. L. 2. u 3. Januar 1909 ob Cassirers das Kapital für eine Neugründung geben würden?
A. L. 28. Februar 1909 über die Verlobung mit Edith, über Geheebs Kleidung: solle auch als Kulturmensch auftreten
A. L. 12. März 1909 über die Möglichkeiten, die Münchner Projekte wieder aufzunehmen;über Dr. Lessing, der gerne mit Geheeb etwas tun würde
St. Ludwig 6. Oktober 1909 zum Tod seines Vaters und zu Geheebs Hochzeit
St. Ludwig 5. November und 29. Dezember 1909 über die Trennung von Arthur
St. Ludwig 7. Februar 1911 und A. Ludwig 12. März 1911 zum Tod von Al Raschid Bey (Mann von Helene Böhlau)
St. Ludwig 16. Oktober 1911 über ihr Leben mit Hans L. Held und seine Arbeit
A. L. 9. Oktober 1911 Geheeb werde sicher bald seine alte Freudigkeit zurückgewinnen;erwähnt Alwine Horneffer (später von Keller)
1912 nichts besonderes;A.L. scheint es materiell nicht leicht zu haben
A. L. 27. Mai 1913 macht Andeutungen auf ein nicht ganz glücklich verlaufenes Treffen mit Geheeb
A. L. 31. Dezember 1914 über ein schönes Weihnachtsfest mit Stephanie, Hans Held und Ralph
A. L. 10. Oktober 1915 war wieder verlobt, doch es kam zu keiner Heirat
A. L. 28. Dezember 1915 über einen Lehrauftrag
1916-1917 Stephanie Held lernt Edith Geheeb kennen
A. L. 9. Juli 1917: verlobt sich mit Dr. Ehrengard Schultz;Heirat im September. E. Sch. trennt sich nach einem halben Jahr wieder von A. Ludwig (s. 16. Februar 1919)
A. L. 28. März 1918 über Ralphs Besuch in der OSO
St. Held 8. Oktober 1918 hat OSO besucht, schreibt anerkennend über E. Geheeb
A. L. 30. März 1919 hat seine Wohnung in ein ärztliches Familienheim umgewandelt (s. dazu auch 9. April 1920)
A. L. 9. September 1920: "Deinen Gesichtspunkt, den jüdischen Anteil auf einen gewissen Prozentsatz zu beschränken, halte ich für durchaus richtig"
St. Held 08. Oktober 1920 "Hans (Held, M.N.) liebt Anja Mendelssohn, und ich gebe ihm seine volle Freiheit zurück"
A. L. 9. Oktober 1921 nachdem Hans 9 Monate mit Anja von Mendelssohn zusammen war ist er zu Stephanie zurückgekehrt
A. L. 10. Oktober 1922 zum Drudebuch und Gertrud Prellwitz
12. August 1924 A. L. zu Gertrud Prellwitz
A. L. 24. Juli 1926 zur Individualpsychologie: "Eigentlich wirst Du mehr oder weniger Deine eigenen Erfahrungen dort wieder bestätigt finden ... und nur auf eine feine perseptionsreiche Formel gebracht sehen"
1927 mehr über schwierige finanzielle Lage
A. L. 13. Juni 1929: war wiedermal in der OSO zu Besuch
3. März 1930 St. Held über A. Ludwigs Tod: "Der liebe Mensch! Der zuverlässige Freund so vieler, vieler Bedürftigen. Einzigartig in seiner Hilfsbereitschaft, ein Fels des Glaubens an die Menschheit."
30. Dezember 1935 St. Held darf nicht mehr beruflich arbeiten in Deutschland. St. Held lebt jetzt allein
30. Dezember 1940, 10. April 1941 St. Held über P. Geheeb (sehe jünger aus denn je), über den Widerstand als Bedingung alles Großen, über ihre Situation etc.
St. Held wurde am 22. Juli 1942 nach Theresienstadt verschleppt. Dort sei sie nach Berichten von Heimkehrern im Januar 1944 an der "theresienstädter Krankheit" gestorben (Ruhr, Typhus oder Lungenentzündung), siehe Ralph Ludwig an Geheeb 18. Mai 1945 und 30. März 1946A. Ludwig steht P. Geheeb mit Rat und Tat zur Seite: sucht und interviewed Mitarbeiter für Haubinda;wirbt für die Schule vor allem in München
einzelne Briefe (Auswahl): 2. April 1897: A. L. spricht von der Braut Stephanie, lässt M. Cauer grüssen
20.Januar 1898 A. L. dutzt Geheeb jetzt, erwähnt Ed. Hartmanns Philosophie des Unbewussten
Steph. L. 10. mai 1898, wünschte sich Ehe zu dritt "wenn es keinen Neid unter den Göttern gäbe"
A. Ludwig 19. August 1898 erwähnt diverse Menschen, Bücher etc., auch Björnson, eine gewaltige, und doch verstehende Persönlichkeit, dann u.a. "Dieses allseitige tiefe Menschenverstehen wird immer mehr mein sehnsuchtsvolles Bemühen" "Du (Paul) mein Lieber, bist mir das schönste Beispiel für diese Sätze. Dein tiefer, segensreicher Einfluß auf die Menschen entspringt einem solchen tief innersten Verstehen. Wie schön müsste es sein, wenn wir zusammen arbeiten könnten in dieser Hinsicht."
A. Ludwig 6. Januar 1899 zur Frauenbewegung, die besonders von Schenk-Stotzing auf perverse Sexualempfindung zurückgeführt wird.
St. Ludwig 15. Februar 1900: "Wir beide sind sehr betrübt darüber, dass Du auch in dem neuen Wirkungskreise, der uns so gut für Dich zu passen schien, nicht verstanden wirst."
A. Ludwig 23. Juli 1900 und 25. August 1901 über mögliche Schulgründung für das Kind von Helene Böhlau und andere Kinder
19.November 1900: Hochzeit vom 29. Oktober 1900. A.L. 16. März 1901 Stephanie habe in Dresden u. a. Jeanne Lafond gesehen: "Was fällt Dir nur ein, jedem feineren Wesen, das Dir begegnet, gleich als "Ereignis" ins Dasein zu treten"
St. L. 8.März 1901: sehr erfüllt von Frau Prof. Mendelssohn
A. L. 8.Juni 1901: leiht Paul Geheeb Geld;solle sich nicht sorgen "erhole Dich gründlich und arbeite für das Examen, damit dieses dumme Ding aus der Welt geschafft ist."
A. L. 25.August 1901 nochmals über die Möglichkeit einer Schule für Helene Böhlau, "Denn Dr. Lietz würde Dich ja bei all seiner hohen Idealität mit seiner gewaltigen Energie und Herrschsüchtigkeit doch ein wenig einengen."
A. L. 15. November 1901: war in Haubinda. Dr. Lietz bittet ihn, Christoph Schrempf für Haubinda zu gewinnen. Dieser lehnt ab.
A. L. 18. Februar 1902: Schrempf lehnt ab
mehr über Wiesner und P. Geheeb. 21. Februar 1902: Begrüßt Geheebs Plan zu Lietz zu gehen;eine gewisse Regelmässigkeit der Berufsausübung helfe dem Nervensystem oft. Freut sich, dass Geheeb Schrempf so nahe gekommen sei
A. L. 20. April 1902: Geheeb bleibe doch in Haubinda;er müsse mit Lietz und Otto Kofahl ein Triumvirat für die neue Erziehung bilden
A. L. 29. Januar 1903 über seine Arbeit für Haubinda
A. L. 8. Oktober 1903: Lessing und Lietz so plötzlich entzweit. Mit Lietz könne wohl nur arbeiten, wer ganz unverletzlich sei, so wie Geheeb. "Das ist ja das Grundübel, dass Lietz nicht in innere Fühlung mit seinen Mitarbeitern kommt, denn sonst müsste er bei seinem Willensgenie und altroistischen Fühlen die Welt in ein Paradies verwandeln."
A. L. 26. November 1903: "Halte nur möglichst die Devise fest durch Dr. Lietz unverletzbar zu sein. Der Mann braucht Dich zu nötig".
A. L. 21. und 23. Dezember 1903 mehr über Lietz. A. L. 3. Januar 1904 "Wirst Du es Dir nicht auch dadurch leichter machen, dort zu wirken, dass Du Dir trotz aller Ungeschicklichkeiten von Lietz, die vielleicht als Unentschuldlichkeiten empfunden werden, immer wieder seinen ursprünglichen Idealismus, den Du selbst seiner Zeit mächtig gespürt, und den auch wir, ich, Dr. von Kapherr, Schulrat Kerschensteiner immer wieder stark empfinden, vor die Seele rufst und in euren Verhandlungen immer wieder in zarter Weise an denselben appellierst? Kein anderer wird Lietz so kennen wie Du, und Du bist am meisten berechtigt, über ihn zu urteilen ... Du musst Dich an sein bestes klammern." Kerschensteiner habe Lietz brieflich ans Herz gelegt, in ein wärmeres Verhältnis zu seinen Mitarbeitern zu treten
A.L. 19. März 1904 über die Sicherstellung von Bieberstein, für die er einen Gönner gefunden habe. "Es ist ja wundervoll und berauscht mich ganz, dass es Dir nun möglich sein soll, nach Deiner Auffassung die Kinder zu leiten. Wenn auch Dr. Lietz wohl noch manches in seinem Sinn festlegen möchte, so muss ja dies im Laufe der Zeit umformiert werden. Halte nur noch aus bis zuletzt, mein Lieber. Ich kann mir denken, wie Du noch manchen harten Kampf mit Lietz auszukämpfen hast und manchmal auch resignieren möchtest. Aber sei jetzt tapfer und voller Zuversicht. Es muss ja nun alles gut werden."
A. L. 29. März 1905 über die von Lietz scheinbar erwogene Entfernung Geheebs aus Haubinda "Um aber Lietz überhaupt nicht auf solche Gedanken kommen zu lassen, wäre es nicht nützlich, dass von einem durch Heine vertraulich zusammengerufene Versammlung von Eltern diese Eventualität besprochen und in irgend einer Weise Lietz gegenüber ein Vertrauensvotum für Dich zum Bewusstsein gebracht würde?" "Schade, dass sich Kofahl auch persönlich von Dir so entfernt hat."
A. L. 15. Januar 1906 über die finanzielle Situation von Haubinda. Ludwig Thoma will sich einsetzen
A. L. 26. Januar 1906 Gute Nachricht von befreundeter Seite 15.000 Mark zur Verfügung gestellt
A. L. 14. Juni 1906 "Die gegebene Antwort auf diese Handlung ist Sezession! Diese nicht so schwierig wie Du denkst. 1. Du hast Sympathie der Eltern und Schüler. 2. Viel Sympathie in München. 3. In München Simplizissimus, Sympathie von Kerschensteiner und Meininger Behörden etc."A. L. 18., 21., 23. und 24. Juni 1906 über die Möglichkeiten einer neuen Gründung
A. L. 26. Juni 1906 setzt alles in Bewegung;sein Haus kann Zentralstelle für Besprechungen etc. sein. Die Anlage einer Anstalt in mehreren Villen entspricht A. L., der diese Form bereits in mehreren Irrenanstalten gesehen hat (s. u.a. 1. juli 1906)
2. Juli 1906 St. und A. Ludwig, M. Scheler, Prof. Rullmann, Prof. Halm und Kerschensteiner haben sich alle ein Grundstück in Oberpöcking angeschaut.
A.L. 1. Juli 1906 hat mit Kerschensteiner Einzelheiten einer Schulgründung, Zulassungsfragen etc. besprochen
A. L. 4. Juli 1906 ermutigt den etwas mutlosen Geheeb
A. L. 9. November 1906 mehr über den Konflikt mit Lietz
St. Ludwig 13. November 1906: "All mein Bestes danke ich Dir und Arthur. Die Zukunft einer besseren Menschheit und Aller Zukunft Liebe sehe ich in Dir, du Seeliger, der fortwährend Seeligkeiten ausstreut in die Herzen der Jugend"
A. L. 24. Juli 1907 "Du besitzest wirklich eine wundervolle Energie, Dich von Verhältnissen zu befreien, die Deine Entwicklung hindern" (hat sich von H. Merck getrennt) " Die Menschen, die ich lieb habe, konkurrieren nicht miteinander in meiner Seele;zu jedem habe ich eine ganz spezielle Stellung in meinem Herzen, die durch diejenige zu einem anderen in keiner Weise berührt oder beschränkt wird. Du, der Du ähnlich lasterhafte poligamische und poliandrische Neigungen auf dem Abgrund Deiner schwarzen Seele hast, wirst mich wohl in diesen Gefühlen recht verstehen können"
3.10.07 A. L. war nach Einführung durch P. Geheeb bei S. Fischer mehrmals eingeladen
A. L. 22. Februar 1908 über die vollzogene Gründung der Wickersdorf GmbH
A. L. 29. April 1908 Lasker-Schüler brachte ihren Sohn Paul nach Wickersdorf;er sei am Kongress der Freunde der Professor Freud'schen Psychoanalyse gewesen "in gewisser Weise wendest Du sie schon an"
A. L. 4. August 1908 nach einem Besuch E. Keys in Wickersdorf, sie sei besorgt "um Dich und Deine Nerven und dass Du Dich Wyneken gegenüber zu wenig behauptest"
A. L. 26. September 1908 erwähnt Edith Geheeb (Cassirer) erstmals
A. L. 20., 21., 29. Oktober 1908 zum Konflikt mit Wyneken
A. L. 16., 22. Dezember mehr über Geheebs und seinen Weggang von Wickersdorf
29. Dezember 1908 "Ärztliches Zeugnis über Paul Geheeb von Dr. Arthur Ludwig"
A. L. 2. u 3. Januar 1909 ob Cassirers das Kapital für eine Neugründung geben würden?
A. L. 28. Februar 1909 über die Verlobung mit Edith, über Geheebs Kleidung: solle auch als Kulturmensch auftreten
A. L. 12. März 1909 über die Möglichkeiten, die Münchner Projekte wieder aufzunehmen;über Dr. Lessing, der gerne mit Geheeb etwas tun würde
St. Ludwig 6. Oktober 1909 zum Tod seines Vaters und zu Geheebs Hochzeit
St. Ludwig 5. November und 29. Dezember 1909 über die Trennung von Arthur
St. Ludwig 7. Februar 1911 und A. Ludwig 12. März 1911 zum Tod von Al Raschid Bey (Mann von Helene Böhlau)
St. Ludwig 16. Oktober 1911 über ihr Leben mit Hans L. Held und seine Arbeit
A. L. 9. Oktober 1911 Geheeb werde sicher bald seine alte Freudigkeit zurückgewinnen;erwähnt Alwine Horneffer (später von Keller)
1912 nichts besonderes;A.L. scheint es materiell nicht leicht zu haben
A. L. 27. Mai 1913 macht Andeutungen auf ein nicht ganz glücklich verlaufenes Treffen mit Geheeb
A. L. 31. Dezember 1914 über ein schönes Weihnachtsfest mit Stephanie, Hans Held und Ralph
A. L. 10. Oktober 1915 war wieder verlobt, doch es kam zu keiner Heirat
A. L. 28. Dezember 1915 über einen Lehrauftrag
1916-1917 Stephanie Held lernt Edith Geheeb kennen
A. L. 9. Juli 1917: verlobt sich mit Dr. Ehrengard Schultz;Heirat im September. E. Sch. trennt sich nach einem halben Jahr wieder von A. Ludwig (s. 16. Februar 1919)
A. L. 28. März 1918 über Ralphs Besuch in der OSO
St. Held 8. Oktober 1918 hat OSO besucht, schreibt anerkennend über E. Geheeb
A. L. 30. März 1919 hat seine Wohnung in ein ärztliches Familienheim umgewandelt (s. dazu auch 9. April 1920)
A. L. 9. September 1920: "Deinen Gesichtspunkt, den jüdischen Anteil auf einen gewissen Prozentsatz zu beschränken, halte ich für durchaus richtig"
St. Held 08. Oktober 1920 "Hans (Held, M.N.) liebt Anja Mendelssohn, und ich gebe ihm seine volle Freiheit zurück"
A. L. 9. Oktober 1921 nachdem Hans 9 Monate mit Anja von Mendelssohn zusammen war ist er zu Stephanie zurückgekehrt
A. L. 10. Oktober 1922 zum Drudebuch und Gertrud Prellwitz
12. August 1924 A. L. zu Gertrud Prellwitz
A. L. 24. Juli 1926 zur Individualpsychologie: "Eigentlich wirst Du mehr oder weniger Deine eigenen Erfahrungen dort wieder bestätigt finden ... und nur auf eine feine perseptionsreiche Formel gebracht sehen"
1927 mehr über schwierige finanzielle Lage
A. L. 13. Juni 1929: war wiedermal in der OSO zu Besuch
3. März 1930 St. Held über A. Ludwigs Tod: "Der liebe Mensch! Der zuverlässige Freund so vieler, vieler Bedürftigen. Einzigartig in seiner Hilfsbereitschaft, ein Fels des Glaubens an die Menschheit."
30. Dezember 1935 St. Held darf nicht mehr beruflich arbeiten in Deutschland. St. Held lebt jetzt allein
30. Dezember 1940, 10. April 1941 St. Held über P. Geheeb (sehe jünger aus denn je), über den Widerstand als Bedingung alles Großen, über ihre Situation etc.
St. Held wurde am 22. Juli 1942 nach Theresienstadt verschleppt. Dort sei sie nach Berichten von Heimkehrern im Januar 1944 an der "theresienstädter Krankheit" gestorben (Ruhr, Typhus oder Lungenentzündung), siehe Ralph Ludwig an Geheeb 18. Mai 1945 und 30. März 1946

Information / Notes


Additional information Additional information
Umfang: 4 Couverts, 79 Briefe und Karten, Telegramme, 4 Fotos (eines auf Brief)
AZB 189/2017
https://de.wikipedia.org/wiki/Stephanie_Held-Ludwig

Representations

Type Name Access Information Action
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