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Vollständige Signatur
HStAM, Urk. 34, 90
Urkunde
Identifikation (Urkunde)
Datierung
Datierung
1457 August 24
Originaldatierung
Originaldatierung
Anno 1457, ipso die b. Bartholomei ap.
Alte Archivsignatur
Alte Archivsignatur
A II, Kassel Martinsstift
Vermerke (Urkunde)
(Voll-) Regest
(Voll-) Regest
Conrad Volghard, Dechant, und das Kapitel der St. Martinskirche in Kassel bekunden, daß Herr Conrad Habirkorn, Priester der Mainzer Diözese, zu Ehren Gottes, der Maria, der Heiligen Cyriacus, Martinus, der 11000 Jungfrauen und der Dorothea einen neuen Altar und eine neue Vikarie in der St. Martinskirche als eine ewige Pfründe zu seinem, seiner Eltern und Freunde Seelenheile zum Lebensunterhalt für einen geeigneten Priester mit Zustimmung des Landgrafen Ludwig von Hessen und der Aussteller gestiftet hat unter Übertragung folgender Einkünfte: 6 rheinische Goldgulden jährlichen Zins zu Michaelis, wiederkäuflich für 100 Gulden, aus dem Hause samt Hofstatt des † Ludwig Jeger am Markte (in foro) in Kassel, gelegen zwischen den Häusern des Nicolaus Kremer und des Heinrich Kirchob, darin Heinrich Soerbegke und dessen Frau Czisa wohnt; 6 Viertel Frucht halb und halb in Kirchditmold (Kirchdiepmoln) von den Gütern der ehrbaren (validorum) Ruetwerssen, welche Ludwig Walberg bebaut, dieser Zins ist für 42 Gulden auf Wiederkauf gekauft. Damit ferner Conrad und seine Nachfolger dem Dechanten und Kapitel bei der Teilnahme an den täglichen Präsenzen nicht lästig erscheinen, hat er zur Mehrung der täglichen Präsenzen 4 rheinische Goldgulden jährlichen Zins (ablösbar mit 70 Gulden) aus seinem Hause zwischen den Häusern des Johann Armboster und der Elsa Hottemundis in der Freiheit Kassel, das Conrad selbst bewohnt, gestiftet. Davon soll 1 Gulden zur Mehrung der Präsenzen des Fronleichnamsfestes am Sonntage nach dem durch † Herrn Johannes Habirkorn, Kanoniker der Martinskirche, gestifteten Feste verteilt werden, 1 Gulden soll für die, von ihm in der Martinskirche gemäß dem Memorienbuche der Kirche (libro nostro memoriali) gestiftete Gedächtnisfeier seiner Eltern dienen, die übrigen 2 Gulden sind der beliebigen Verfügung des Dechanten und Kapitels überlassen. Der Altar soll nach Abgang des ersten Inhabers an Ludwig Ocreator von Marburg (Margpurg) fallen, danach sollen Mitglieder der Verwandtschaft des Stifters präsentiert werden. Nach deren Aussterben hat das Stift das Vorschlagsrecht beim Landgrafen, dem das Patronat des Altares vorbehalten ist. Schließlich hat der Stifter 2 ewige wöchentliche Messen für den Altar angeordnet und ein Meßbuch, einen Kelch und eine rote Seidendecke (ornamentum sericum rubei coloris) dem Altare geschenkt.
Siegler
Siegler
Die Aussteller.
Formalbeschreibung
Formalbeschreibung
Ausfert. Pergt., Siegel an Pergamentstreifen anhängend. - Auf dem Umbug Vermerk des Notars Peregrinus Spichershusen von 1482 Aug. 23 (fritag vigilia Bartholomei), daß Henne Usener den Zins aus dem Hause des Ludwig Teger mit 100 Gulden an den Altar St. Cyriaci abgelöst hat in Gegenwart des Kapitels und des Herrn Johann Smedd, Vikars. - Rückw. Rubrum des 15. Jahrh.
Druckangaben
Druckangaben
Regest: Schultze Nr. 1004.
Repräsentationen
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Information | Aktion |
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