808
Vollständige Signatur
HStAD, B 5, 808
Urkunde
Identifikation (Urkunde)
Datierung
Datierung
1573 Mai 27
Vermerke (Urkunde)
(Voll-) Regest
(Voll-) Regest
Friedberg, Burg: Der kaiserliche Notar Matthias Castritius beglaubigt in Anwesenheit der gen. Zeugen das ihm vorgelegte Testament des Johann Oyger Brendel v. Homburg (Hohmberg), Burggraf der Burg Friedberg, dessen Inhalt wiedergegeben ist. [1] Da er keine eigenen Kinder hat, setzt Johann Oyger die Brüder Johann und Georg Oyger Brendel v. Homburg als rechtmäßige Erben ein. [2] Sein Haus in der Burg Gelnhausen samt Zugehörungen an Baum-, Kraut- und Weingärten, Äckern, Wiesen, Renten und Zinsen fallen an Johann v. Homburg. [3] Georg Oyger erhält sein Haus in der Burg Friedberg mit allen Zugehörungen und näher beschr. Grundstücken. [4] Seine Frau Maria Jakobe geb. Groschlag v. Dieburg, soll ihren Witwensitz in dem genannten Haus haben, das an Georg Oyger zurückfällt, wenn sie ihren Witwensitz verändert oder den Witwenstand verläßt. [5] Die 2.000 Gulden Frankfurter Währung, die seine + Ehefrau Klara geb. Riedesel zu Eisenbach kraft Verschreibung mit in ihre Ehe gebracht hat, sollen nach seinem Tod an Johann und Volbert Riedesel zurückfallen. [6] Seine beiden Erben sollen diejenigen seiner Lehnsgüter, die im Mannesstamm vererbt werden, miteinander teilen und sich darüber vergleichen. [7] Dieselben erhalten auch seine Fahrhabe, sollen aber vorher seiner Frau Maria Jakobe das übergeben, was ihr im Heiratsvertrag verschrieben ist. [8] Denselben verschreibt er auch 1.000 Gulden samt 50 Gulden jährlicher Rente auf dem Zoll zu Höchst am Main, 40 Gulden Gülte und die Hauptsumme von 800 Gulden auf der Bede zu Reichelsheim (Reychelß-), 25 Gulden von Adam Wais v. Fauerbach, die von einer Hauptsumme von 500 Gulden gefallen; die Güter, Höfe und Zinsen zu Wasserlos (-lueß) und Langendiebach sollen sie gemeinsam besitzen. [9] Seinem Erben Johann überträgt er als Eigentum die Schäferei und Güter mit allen Zugehörungen 'im Huttenberg'. [10] Beide Erben sollen seine Schulden bezahlen und jeder ihrer Schwestern 500 Gulden Frankfurt Währung geben. [11] Seine Frau Maria Jakobe erhält seine goldene Kette; sein Stiefsohn Lukas Forstmeister erhält seine große goldene Kette samt einem seiner besten Pferde und zwei Büchsen, wenn er volljährig wird; seine Stieftöchter Eva und Margarethe erhalten je eine goldene Kette im Wert von 100 'Cronn'; Maria Jakobe soll als Mutter des Lukas Acht darauf haben, daß sie die goldene Kette bei sich behält, bis er volljährig ist. [12] 100 Gulden sollen den armen Leuten im Hospital zu Friedberg gegeben oder Gültverschreibungen dafür gekauft werden. [13] Seine beiden Erben sollen seinen Hof bei Hirzenhain, genannt 'Dotten Rohd', den seine Eltern für einen Gottesdienst im Kloster Hirzenhain gestiftet hatten, welches aber nun 'in abgangk kommen', bei der Herrschaft Isenburg 'recht fertigen'; wenn sie ihn aber nicht rechtmäßig erhalten, sollen sie ihn den armen Leuten im Hospital Friedberg zukommen lassen. [14] Seine beiden Erben sollen ihn in der Pfarrkirche der Burg Friedberg bestatten, wo auch seine Vorfahren und sein Vater bestattet sind; nach seiner Bestattung sollen Almosen an die armen Leute verteilt werden; sein Grabstein soll nur sein Wappenschild und Helm zeigen und seinen Namen in der Umschrift tragen. [15] Als Vollstrecker seines Testaments setzt er Erzbischof Daniel von Mainz ein. Auf Bitten des Ausstellers soll Matthias Castritius aus Darmstadt, Syndikus der Burg Friedberg, über diese Verfügungen ein oder mehrere Instrumente anfertigen. Aus Krankheitsgründen konnte er [Testamentar] nicht unterschreiben, hat aber trotzdem sein eigenes Siegel angehängt.
Unterschriften
Unterschriften
Matthias Castritius aus Darmstadt, kaiserlicher Notar und Syndikus der Burg Friedberg
die genannten Zeugen
Zeugen
Zeugen
Johann Fuldt der Ältere
Nikolaus Dopff, der jüngere Bürgermeister
Heinrich Marolff
Hartmann Fauerbach
Hans Braun
Hartmann Müller
Hans Haas
Siegler
Siegler
Johann Oyger Brendel v. Homburg
der ausstellende Notar
die genannten Zeugen
Formalbeschreibung
Formalbeschreibung
Ausf., Perg., Notariatsinstrument, 8 von 9 Sg. anh., 1, 3, 6 u. 7 in geschl., 2, 4, 5 u. 9 in offener Holzkapsel, alle Umschr. verbl., 8 abgef.
Informationen / Notizen
Zusatzinformationen
Zusatzinformationen
Bestellnummer: A 3, Nr. 111/772
Repräsentationen
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Information | Aktion |
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| Original | Urkunde | Detailseite anzeigen |