U 198
Vollständige Signatur
HHStAW, 74, U 198
Urkunde
Identifikation (Urkunde)
Datierung
Datierung
1311 Dezember 15
Originaldatierung
Originaldatierung
Actum et d. feria quarta post festum beate Lucie virginis anno domini Mo CCCo undecimo
Vermerke (Urkunde)
(Voll-) Regest
(Voll-) Regest
Sophia, Tochter des + Walter genannt Rolle, Begine zu Koblenz, schenkt gesunden Geistes und Körpers, da der Tod allem Fleisch sicher, aber dessen Stunde und Art ungewiß ist, zum Lobe Gottes und der glorreichen Jungfrau Maria, der Gottesgebärerin, um nicht testamentslos zu sterben, zu ihrem Seelenheil und dem ihrer Eltern mittels unwiderruflicher Schenkung unter Lebenden den Äbten und Konventen der Klöster Marienstatt (de loco sancte Marie), Cistercienserordens Kölner Diözese, und Rommersdorf, Prämonstratenserordens Trierer Diözese, die jährlich ihr und ihrer Eltern Anniversar in ihren Klöstern begehen sollen, alle ihre Zinseinkünfte zu gleichmäßiger Teilung, doch so, daß sie auch die Gülten, zu denen die Ausstellerin verpflichtet ist, gleichmäßig leisten. Sie trägt die von ihr geschenkten Gülten mit Hand, Mund und Halm (manu, ore et calamo) unter den üblichen Feierlichkeiten auf. Es sind folgende: Einer genannter Bender, Metzger (carnifex), eine Mark von seiner Schirn (de macello suo) zu Koblenz zwischen andern Schirnen; Heinrich, Sohn des Oizer, 8 Schilling von einer Schirn; die Erben des + Heinrich genannt Luderich von Winningen (Winnun-) 5 Schilling von einem Weingarten gegenüber von Winningen; der ständige Kaplan des St. Michaelaltars in der St. Florinkirche zu Koblenz 3 Schilling von dem Weingarten, der früher Johann genannt Rintfleisch gehörte; Nikolaus von Lützelkoblenz (de parva Confluencia) 18 Pfennig von seinem Wohnhaus daselbst; Elisabeth von Lützelkoblenz 12 Pfennig desgleichen von ihrem Wohnhaus daselbst; Heinrich genannt Winnebroit 30 Pfennig von dem Haus oder der Hofreite zu Koblenz in der St. Georgsgasse (in vico sancti Georgii) beim Tor der Stadt (iuxta portam oppidi) Koblenz; Cruse 30 Pfennig von einem Haus daselbst; Heinrich von Bonn (de Bunna), genannt (Smerere), 13 Pfennig von dem Haus, genannt (zu dem Sterren); Wigand genannt Maich, Metzger, 2 Schilling von einem Weingarten gegenüber Roregemunde; Friedrich Faler, wohnhaft in Lehr (Lera), 9 Pfennig von einer Laube (cubiculo) hinter seinem Haus; Henno, Metzger, 2 Schilling von einer Schirn; Helwich der Eicher (virgulator) 3 Schilling von seinem Garten; Gerhard genannt Altquender 18 Pfennig von seinem Garten daselbst; Engilbert, Töpfer (tonsor pannorum), 12 Pfennig von einem Garten; Johann genannt Altquender 27 Pfennig von einem Garten; Bela, Begine von Güls (de Gulse), 12 Pfennig von einem Garten; Marsilius, Ölschläger (oleator), 12 Pfennig von einem Garten; Wilhelm, Schuhmacher (calcifex), 21 Pfennig von einem Garten; Berta genannt Ledirsniederse 2 Schilling von einem Garten; Johann, Leiendecker (tector petrarum), 19 Pfennig von einem Garten, der einst Besitz des Meisters (magistri) Wigand, Schuhmachers, war; Johann genannt Mureman 19 Pfennig von einem Garten, der demselben Wigand gehörte; Aleydis, Tochter des Irmenrich, 32 Pfennig von einem Garten; Embrich, Schuhmacher, 11 Pfennig von einem Garten; Heinrich Dunere 5 Pfennig von einem Garten; in der Gasse (vico), genannt (Grinsgasse), die in der Straße (platea), genannt (Wisergasse), liegt, Jordan von Wildungen, Schöffe, 18 Pfennig von einem Haus; Boemund, Zimmerman (carpentarius), 18 Pfennig von einem Hause daselbst; Paza genannt Weysen 18 Pfennig von einem Haus daselbst; Sophia von Dausenau (Dusinawe) 6 Pfennig von einem Haus daselbst; Aleydis von Ems (Eumeze) 12 Pfennig und eine halbe Gans von einem Haus daselbst; Elisabet genannt Senecorf 18 Pfennig von zwei Häusern daselbst; Odilia, Tochter einer genannt Dolen, 12 Pfennig von einem Haus daselbst; von einem Häuschen (domuncula), jetzt Werkstätte (fabrica), das von dem Haus ihres + Vaters abgetrennt ist, gegenüber dem Haus des Th. genannt Collenere 15 Schilling; von dem Hof (curia) und den Häusern daneben gegenüber dem Haus des Roland und der Eufemia 25 Schilling; von zwei kleinen Häusern neben diesem Hof 7 Schilling und 6 Pfennig, nämlich 3 Schilling von dem einen und 4 Schilling 6 Pfennig von dem andern. Diese Häuser und der Hof sind von aller Zinslast frei. Doch sollen jene Klöster von diesen Einkünften jährlich zu Martini entrichten: der Witwe des Diethard von Pfaffendorf 5 Schilling; deren Tochter (puelle) Jutta 5 Schilling und zwei Gänse; der Witwe des Elias von Lay (Leye) 6 Pfennig; den Reklusen von Metternich (Mettrico) 6 Pfennig; dem Beatuskloster (dominis de monte sancti Beati) 9 Pfennig; einem genannten Bumeister 3 Obuli. Die beiden Klöster versprechen, der Ausstellerin auf Lebenszeit jährlich zu Martini 8 Mark 11 Schilling Pfennig Koblenzer Währung auf deren Haus anteilmäßig anzuweisen, die nach deren Tode an die Klöster zurückfallen sollen mit Ausnahme von 3 Mark Gülte. Diese sollen der Jutta und Mecza, Töchtern des Johannes genannt Clouelauch, Beginen, auf Lebenszeit gereicht werden; beim Tod der einen sollen 18 Schilling, beim Tod der andern der Rest an die Hospitäler der Klöster (ad nostras firmarias) zur Stärkung der Kranken gleichmäßig fallen. Wegen dieser Einkünfte sollen jene Sophia, Jutta und Metza sich an die Höfe (curtes) jener Klöster in Koblenz, Moselweiß (Wise) und an die Verwalter (magistros) derselben halten, wie in den Urkunden darüber gesagt ist. -
Siegler
Siegler
Siegel der Gemeinde (communis) der Stadt Koblenz, das Ritter, Schöffen und die Gesamtheit der Stadt ankündigen, sowie des Jordan, Johann von Birlenbach (Birle-) und Godebert, Schöffen daselbst.
Formalbeschreibung
Formalbeschreibung
Ausfertigung Pergament von Brand gebräunt und beschädigt, mit vier Siegeln: 1. an grüner Seidenschnur Bruchstück des großen Koblenzer Stadtsiegels (Ewald III Tf. 38,1), die übrigen an rosenholzfarben-gelblich gestreiften Seidenschnüren. 2. Stark versehrtes Siegel des Jordan. 3. Durchmesser 2,2 cm, im Siegelfeld im Vierpaß mit Zwickeln ein Schild mit einem Löwen, Umschrift: + S(IGILLVM) IOH(ANN)IS DE BIRLEBACH. 4. Versehrtes Siegel des Godebert. - Rückvermerk (um 1400): Ad Confluenciam MCCCXI. De multis reditibus ibidem cedentibus nobis et conventui de Romerstorf legatis per Sophiam beginam, filiam Wolteri dicti Rolle. Capellanus sancti Michahelis sancti Florini 3 s., presentiarius ibidem 12 den. et dimidium anserem
Informationen / Notizen
Zusatzinformationen
Zusatzinformationen
Struck, Kloster Marienstatt, Nr. 252
Repräsentationen
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