U 76 d
Vollständige Signatur
HHStAW, 74, U 76 d
Urkunde
Identifikation (Urkunde)
Datierung
Datierung
1276 Februar 4
Originaldatierung
Originaldatierung
Actum sollempniter in Walminrode in vigilia beate Agathe incarnationis dominice anno Mo CCo LXXo quinto
Vermerke (Urkunde)
(Voll-) Regest
(Voll-) Regest
Diether, Herr von Molsberg, und seine Frau Elisa bekunden, daß sie zugleich für ihre Kinder zu gesamter Hand mit Hand und Halm (manu simul et calamo) auf jede Forderung gegen Abt und Konvent von Marienstatt (de loco sancte Marie), Cistercienserordens Kölner Diözese, wegen der Güter verzichtet haben, die der Edle Eberhard von Aremberg (Arberg) und dessen Frau Adelheid von Freusburg (Aleidis de Vrouzpret) dem Kloster verliehen haben, und wegen der Hörigen (hominibus et mancipiis) beiderlei Geschlechts, insbesondere wegen Rutger und dessen Tochter Lucia sowie wegen der Güter, die sie dem Kloster gegeben haben, ferner wegen Christina und Sophia, Schwestern des Heribord von Metternich (Metrige), und wegen Jordan und Benigna, Kinder jenes Heribord, sowie wegen der Güter, die diese dem Kloster überlassen können. Doch sollen Abt und Konvent keine Leute der Aussteller noch deren Güter ohne ihre Erlaubnis annehmen. Außerdem verzichten sie auf Forderungen wegen der Verlegung des Klosters an einen anderen Ort, wegen des Patronats der Kirche von Kirburg (-berg), wegen des hohen und niederen Gerichts (iudicio maiori et minori) daselbst, und wegen des Gottesdienstes an dem Ort Altenklosterhof (Vetus claustrum), den Abt und Konvent nach ihrem Ermessen einrichten sollen. Ferner verzichten sie auf allen gegenwärtigen und künftigen Besitz des Klosters an Dörfern, Höfen (curtibus), Grangien, Äckern, Feldern, Wäldern, Wiesen, Weiden, Fischereien, Weihern (vivariis), Gewässern und Wasserläufen, Mühlen und allem Sonstigen. Sie haben dem Grafen Go(ttfried) von Sayn und dem Abt gelobt, dem Kloster darin keinen Schaden zuzufügen und von dessen Höfen oder Grangien kein Herbergsrecht (hospitia, victum aut pabulum) zu fordern, sondern das Kloster zu fördern und zu verteidigen. - Wallmerod.
Zeugen
Zeugen
der vorgenannte Graf Go(ttfried) von Sayn, Graf Gerhard von Diez, Rorich von Gebhardshain (Geruarzhan), Albero von Dreisbach, Heinrich von Langenbach, Markolf genannt (Rudele), Hermann genannt vom Turm (de turri), Gerhard genannt Wolf, die Ritter von Diez, Hiltwin von Elkerhausen (Elcherhusin), Amilius von Schwalbach (Swalebag), Heinrich von Rode, Wigant von Velden (de campo) und Heinrich mit dem Beinamen Bäcker (pistor) und viele andere
Siegler
Siegler
Siegel der Erzbischöfe von Trier und Köln und der Grafen von Sayn und Diez sowie der Aussteller.
Formalbeschreibung
Formalbeschreibung
Ausfertigung Pergament W 74,75 (= A). Von den sechs Siegeln das zweite nebst Aufhängevorrichtung ab, das erste, dritte und vierte an grünen und roten, das fünfte und sechste an gelben und grünen Seidenbändern: 1. Versehrtes Thronsiegel des Erzbischofs Siegfried von Köln nebst Rücksiegel (Ewald I Tf. 19,5 und 4); 3. Reitersiegel des Grafen Gottfried von Sayn nebst Rücksiegel, 4. Bruchstück vom Reitersiegel des Grafen von Diez, im Schild zwei schreitende herschauende Löwen. 5. Versehrtes Dreiecksiegel des Diether von Molsberg. 6. Versehrtes ovales Siegel; 3,1 cm breit, im Siegelfeld eine Dame im langen Gewand, Umschrift: (..)ISE D(OMI)N(...)LS(B)ERC(.). - Rückvermerk (13. Jh.): Dominus de Molsberch et uxor sua effestucant et renunciant omni actioni et iuri contra nos. - Zweite Ausfertigung Pergament W 74,76 (= B). Von den sechs Siegeln das fünfte und sechste nebst Haltevorrichtung ab, das erste bis vierte an Leinenbändern: 1. Bruchstück vom Thronsiegel nebst Rücksiegel des Erzbischofs Heinrich von Trier (Ewald II Tf. 6 und 5). 2. Stark versehrtes Thronsiegel nebst Rücksiegel des Erzbischofs von Köln (Ewald I Tf. 19,5 und 4). 3. Bruchstück vom Reitersiegel nebst Rücksiegel des Grafen Gottfried von Sayn. 4. Bruchstück vom Reitersiegel des Grafen von Diez, Umschrift: + SIGILL(...)DI COM(...)E. - Rückvermerk (13. Jh.): Dominus de Mollisberch effestucat omnibus, que mente cogitari vel verbis exprimi valent contra nos. - Kopie Papier (14. Jh. von B) W 74,76a mit Rückvermerk (um 1400): Copie ex parte illorum de Moilsberg et porrochie Kirperg. - Kopie Papier (16. Jh. von B mit allen Siegeln) W 74,76b, beglaubigt durch David Elder von Köln, Notar aus kaiserlicher Vollmacht, in Gegenwart von Daniel Meill, Prior und Küster, Jakob Hach, Provisor zu Dorchheim, Philipp Seiler von Münstermaifeld (Monasterien.) und Johann Stall, Konventualen zu Marienstatt. - Kopien, Papier (16. Jh. von B) W 74,76 c, d und e und W 74,1369 Bl. 7v bis 8v, beglaubigt von den kaiserlichen Notaren Gerlach Ermert (anno 1683) und Hermann Jungh. - Kopie Papier (um 1600 von A) Staatsarchiv Koblenz 231,46 Urkund 9 und W 74,1380. - Kopie Papier (17. Jh. von B) W 74,1383 Bl. 85v-86v. - Kopie Papier (um 1700) W 74,1380, beglaubigt von Johann Eberhard Petzmann von Cleve. - Kopie Papier (18. Jh. von B) W 74,I10 Bl. 15v-16v. - - Druck: Beschreibung, Beilagen S. 19f. Nr. 9 (von beglaubigter Kopie der in der Kurtrierer Kanzlei immatrikulierten Notare Karl Hartmann Lintz und Johann Joseph Fachbach aus B); Beweiß, Beilagen S. 11 f. Nr. 7 (von beglaubigter Kopie wie in: Beschreibung). - - Reg.: Goerz, Mrh. Regg. IV Nr. 256. - - Zit.: Knipping III 2 Nr. 2646. - Es muß Datierung nach dem Marienjahr vorliegen, da der Erzbischof Siegfried von Köln erst am 16. März 1275 geweiht wurde (Knipping III 2 Nr. 2591)
Informationen / Notizen
Zusatzinformationen
Zusatzinformationen
Struck, Kloster Marienstatt, Nr. 104
Repräsentationen
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Information | Aktion |
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| Original | Urkunde | Detailseite anzeigen |