1316

Complete identifier

ISG FFM, H.19.01, 1316

Charter


Identification (charter)


Dating Dating
07.05.1487 - 30.06.1487
Original dating Original dating
Nr. 1: Datum Feria Secunda post Jubilate Anno a Natiuitate Domini Millesimo Quadringentesimo Octuagesimo Septimo;
Nr. 2: Datum Anno a Natiuitate Domi[ni] Millesimo Qudringentesimo Octuagesimo Septimo Sabatho post Diem Sanctoru[m] Petri et Pauli ap[osto]loru[m].
Former identifier Former identifier
Lit. K. Nr. 162

Provenance


Organisation number and file reference Organisation number and file reference
Bl. 10-12

Notes (charter)


(Long) regestum (Long) regestum
Nr. 1: Gerichtsbrief vom 7.5.1487 in der Anleitssache zwischen dem Schöffen Daniel Bromm (Kläger) und Clas Scheit zum Frauentürlein ("Frauendorlyn") der Ältere (Beklagter), der von seinem Schwiegersohn ("eyden") Jakob Tegenhart dem Älteren begleitet wird. Bromm erklärt vor Gericht Folgendes: Zwei Mauern, die an und hinter dem steinernen Giebel stehen, der sich zwischen dem Gesess Wiltbergk, in dem Jakob Todenhofen wohnt, und dem Gesess Merenberg, das Bromm gehört, befindet, hätten sich zu Bromms Haus hin geneigt und hingen über. [Die Mauern gehen bis an den Stall des Hauses Zur alten Münze]. Bromm will aber einen Bau "hart an vnnd widder dieselben tzwo alten muren setzen laisßen". Deshalb verlangt er von Scheit, dass dieser die überhängenden Mauerstücke abbrechen soll, damit er seinen Neubau von unten an gerade ("bliyrecht") aufbauen kann. Außerdem soll Scheit die beiden Mauern unterfangen ("vnder phaen"), damit das Haus Merenberg künftig keinen Schaden erleidet. Scheit und Tegenhart der Ältere erwiderten Folgendes: Die Behausung Wiltperg gehört nun ihrem Sohn bzw. Enkel Jakob Tegenhart dem Jungen, der jedoch noch minderjährig und "vnuerzigber" ist, so dass sie "inne dem rechten mit nicht[s] zuubergeben odir zuuerließen macht hetten". Sie lassen eine Rachtung [vom 23.5.1426; vgl. Hausurkunden 1314] verlesen, wonach die Besitzer des Hauses Merenberg nach dem Abbruch der beiden Mauern kein Recht mehr an diesen Mauern haben sollen. Bromms Fürsprech entgegnet, dass die Rachtung ja nicht verbietet, dass der Besitzer von Merenberg auf seinem Grund bleirecht hochbauen darf, was ja auch dem gemeinen Recht widersprechen würde. Außerdem ist die Rachtung ohne Wissen und Willen der Zinsherren des Hauses Merenberg aufgerichtet worden. Dem jungen Jakob Tegenhart sollen Vormünder und Mompare gesetzt werden, damit der Prozess geführt werden kann. Das Gericht entscheidet, dass Bromm den Neubau auf seinem Grund errichten und, "so ferre die muwern hangen, dar inne brechen moge synen buwe zu setzen". Scheit muss jedoch die Mauern mit Rat der Werkleute soweit versorgen lassen, dass Bromms Haus in Zukunft keinen Schaden erleiden kann.
Nr. 2: Gerichtsbrief vom 30.6.1487 in einer weiteren Anleitssache zwischen den in Nr. 1 genannten Parteien. Jetzt geht es um eine Mauer, die hinten im Hof Zum Schornstein steht. Daran hat Scheit in seinem Gesess Zur alten Münze ("Montze") einen Stall stehen und auch mehrere Kragsteine liegen. Auch wegen eines Wasserganges, der aus dem Gesess Zur alten Münze durch den Hof zum Schornstein geleitet wurde, war es zum Streit gekommen. Deshalb haben beide Parteien das Gericht angerufen, das eine gütliche Einigung vermitteln sollte. Demnach sollen beide Parteien die hohe und die kleine Mauer zwischen den Gesessen Wiltberg und Merenberg auf gemeinsame Kosten abbrechen lassen. Dann soll eine neue, 2 1/2 Schuh dicke Mauer errichtet werden, die je zur Hälfte auf beiden Grundstücken steht, wobei Bromm zwei Drittel und Scheit ein Drittel der Kosten übernehmen muss. Die Mauer soll aber beiden Seiten je zur Hälfte gehören. Die Mauer hinten in Bromms Hof, woran Scheit einen Stall stehen und Kragsteine liegen hat, soll allein Bromm bzw. dem Besitzer des Hofes Zum Schornstein gehören. Scheit darf jedoch seine vorhandenen Kragsteine behalten und sogar neue setzen, wenn Bromm die Mauer erhöhen will. Wegen des Wasserganges wird folgendes vereinbart: Scheit kann seinen Wasserabfluss durch den Hof Zum Schornstein behalten, muss aber auf seiner Seite vor dem Wasserloch einen Sieb anbringen lassen. Außerdem muss er den Hof seines Hauses Zur alten Münze erhöhen und so halten, dass nur Regenwasser durch den Hof des Hauses Zum Schornstein geleitet wird. Schließlich darf man im Hof der Alten Münze "kein myste putzen ... gemacht oder gehalten werden".
Nr. 3: Konzept von Nr. 1. [lag bei den Urkunden zum Haus Wildberg, Lit. K. Nr. 162].
Notation on verso Notation on verso
Nr. 1: "Anleidts Rachtung wegen der Mauer an Wildberg", "1487";
Nr. 2: "Anleid Brieff vber den Schornstein Mauer an dem stall zur alten Müntz damaln gehörig betreffendt", "1487", "Schornstein".
Attestors Attestors
Nr. 1: Die Schöffen Georg Blume, Bechtold Heller, Johann von Glauburg, Georg von Breidenbach, Hans vom Rhein, Ort zum Jungen, Walter von Schwarzenberg der Junge, Wicker Frosch, Wigand von Heringen, Jakob Jeuch;
Nr. 2: Die Schöffen Gilbrecht von Holzhausen, Georg Blume, Jost Ecke, Georg von Breidenbach, Hans vom Rhein, Ort zum Jungen, Walter von Schwarzenberg, Wicker Frosch, Wigand von Heringen
Sealer Sealer
Nr. 1 u. 2: Siegel des Stadtschultheißen Dr. Ludwig zum Paradies (Wachs, anhängend, Nr. 1 gut erhalten, Nr. 2 leicht beschädigt).
Descriptors Descriptors
Personen: Bromm, Daniel: Schöffe; Scheit, Clas: der Ältere, zum Frauentürlein; Tegenhart: siehe Degenhart; Degenhart, Jakob: der Ältere; Degenhart, Jakob: der Junge; Todenhofer, Jakob; Blume, Georg: Schöffe; Heller, Bechtold: Schöffe; Glauburg, Johann von: Schöffe; Breidenbach, Georg von: Schöffe; Rhein, Hans vom: Schöffe; Jungen, Ort zum: Schöffe; Schwarzenberg, Walter von: der Junge, Schöffe; Frosch, Wicker: Schöffe; Heringen, Wigand von: Schöffe; Jeuch, Jakob: Schöffe; Geuch: siehe Jeuch; Eck, Jost: Schöffe; Holzhausen, Gilbrecht von: Schöffe;
Sachbegriffe: Merenberg; Gebäude; Wildberg; Lit. K. Nr. 163; Kornmarkt; Anleite; Mauerrecht; Münze, alte; Schornstein; Lit. K. Nr. 162; Wasserabfluss;

Information / Notes


Additional information Additional information
Sprache: deutsch
Beschreibstoff: Pergament
Modi: Nr. 1 u. 2: Gerichtsbrief, Ausfertigung; Nr. 3: Konzept von Nr.1 u. 2..

Representations

Type Name Access Information Action
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