785

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ISG FFM, H.12.05, 785

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Title Title
Verschiedene Gesuche der Schuhmacher:
Nr. 1: Gesuch der Bürger und Schuhmacher Hans Valentin SEELHEIMER, Daniel SCHAUER, Andreas WAGNER, Albertus MESSINGER, Ambrosius MEISTER, Wilhelm GRÄSER, Andreas GRASER, Andreas HEIMBERGER, Johannes JACOB und Andreas BREUSER, einen dritten Schuhknecht halten zu dürfen; am 8.9.1657 im Rat verlesen.
Nr. 2: Beschwerde der Geschworenen Meister, dass Auswärtige - teils weit entfernt, teils aus Bockenheim, Oberrad und Niederrad - neue und geflickte Schuhe einschmuggeln und damit insbesondere in der Judengasse hausieren gehen. Auch würden einige, die sich in den Frankfurter Dörfern aufhalten, mit ihren Messrahmen in die Stadt gegen und Schuhe machen, und schließlich würde der Bürger und Krämer Hans CASPAR, der zwar das Handwerk erlernt, aber nur als Krämer den Bürgereid geschworen habe, wieder als Schuhmacher arbeiten, und zwar mit Soldaten, die Schuknechte gewesen waren; am 5.5.1670 im Rat verlesen.
Nr. 3: Auf Veranlassung des [Schuhmacher]ratsherrn Gunther SCHOTT werden am 19.10.1613 vor dem Älteren Bürgermeister mehrere Gesellen und Meister wegen verschiener Vorfälle verhört:
Der Geselle Hans BORN von Kirn erklärte, der Geselle Hans von GRÖLTZ habe ihn gestern mit gezückter Waffe ("bloßer Wehr") vor dem Haus seines Meisters mehrfach einen Dieb und Schelm gescholten. Der Schuhmacher Benedict EßLINGER erklärte, bei einem Handwerksgebot seien einige Gesellen erschienen, die den Hans BORN wegen Beleidgung inhaftieren lassen wollten.
Der Schuhmacher Hans FUCHSLE sagte aus, in seiner Abwesenheit habe Hans WACHERSWAN von Wilpershausen gestern seine Frau und Kind mit zwei gezückten Degen (Rapier/"Rappiren") aus dem Haus gejagt und gedroht, ihn, FUCHSLE, zu töten. Die Bürger Michael BRETT (Schuhmacher), Nikolaus VETTER (Kanngießer) und Ludwig ALLER (Schuhmacher) hätten geholfen, WACHERSWAN zu inhaftieren, der u.a. schon in Sachsenhausen in die [Gasthäuser?] Traube oder in den Weinberg eingestiegen sei und, als er darin ergriffen wurde, angefangen habe zu weinen. Daraufhin wurden BRETT, VETTER und ALLER verhört. Am Mittag [des 19.10.1613?] brachten die Meister Benedict EßLINGER, Jakob DATZ, Michael BRETT, Hans FUCHSLE und Bastian JOST im Namen des Handwerks gegen den Schuhknecht Hans von GRÖLTZ vor, dass sie gestern ein Gebot gehalten haben, um sich mit den Gesellen, insbesondere aber Hans BORN von Kirn (Geselle einer Witwe) zu versöhnen. Dabei seien einige Gesellen erschienen, die nicht weggehen wollten, insbesondere GRÖLTZ, sondern Hans BORN heraushaben wollten. Dabei habe GRÖLTZ die Meister beleidigt und Jost bedroht. GRÖLTZ erwiderte, beim Herausgehen habe JOST einen Gesellen schlagen wollen, und er sei dazwischen gegangen und habe sich wehren müssen.
Nr. 4: Beschwerden des Schuhmacherhandwerks und des Löherhandwerks, dass die Niederländer Severinus GEISEL/GEISSEL (Schuhflicker in der Schnurgasse) und der Niederländer Peter RUMME, der sich beim Bürgereid als "Kardawan Bereiter" ausgegeben habe, unerlaubt niederländisches Sohlenleder aufkaufen, geschnitten als Lappleder weiterverkaufen und damit dem Handwerk schaden; am 22.3.1604 im Rat verlesen, der die Gesuche an die Beklagten zum Bericht weiterleiten ließ (vgl. Handwerker: Akten 790 Nr. 4].
Nr. 5: Antwort der Schuhmacherzunft auf den Befehl des Rates, wegen des gefallenen Lederpreises die Schuhe billiger zu verkaufen: Bitte es beim bisherigen Preis zu belassen; am 2.8.1582 im Rat verlesen.
Nr. 6: Bitte des Schuhmacherhandwerks, Änderungen in der Handwerksordnung zur Erlangung des Meisterrechts zu genehmigen (Artikel 2: 2 Jahre in Frankfurt bei einem Meister als Geselle arbeiten; Anfertigung des Meisterstücks; Wiederholung der Meisterprüfung). Außerdem solle der Rat den Gesellen, die nachts aus den Häusern der Meister gehen und auf den Gassen Unfug treiben, eine Strafe ansetzen; am 28.4.1589 im Rat verlesen [Druck: Bücher/Schmidt, Amts- und Zunfturkunden 1/2, S. 60].
Nr. 7: Beschwerde des Schuhmacherhandwerks, dass die fremden Schuhmacher während der Messen überall und an den besten Plätzen ihre Waren verkaufen, während die einheimischen dies nur an den Orten tun dürfen, die ihnen von den Standherren zugewiesen werden; am 15.3.1593 im Rat verlesen.
Nr. 8: Gesuch des Bürgersohnes und Schuhmachers Georg JUST, ihn zum Meisterstück zuzulassen, damit er seine alte Mutter unterstützen könne. Er verspricht, kein Gesinde anzunehmen und keinen offenen Laden zu führen. Nach dem Tod seines Vaters Bastian JUST (Schuhmacher) seien er und seine Geschwister solange vom Almosenkasten unterstützt worden, bis sie alt genug für ein Handwerk waren. Er selbst habe, weil er kein Lehrgeld zahlen konnte, fünf Jahre bei Christoph MÜLLER in der Neugasse gelernt und sei dann sieben Jahre auf Wanderschaft gegangen; am 13.8.1644 im Rat verlesen.
Nr. 9: Gesuch des Bürgers und Schumachers Jakob FISCHER, neben seinen zwei Knechten [Gesellen] anstatt eines Lehrjungen einen Lohnjungen einstellen zu dürfen; am 23.8.1649 im Rat verlesen.
Nr. 10: Gesuch des Bürgers und Schuhmachers Johann BACKLER, neben seinem Lederhandel neue Schuhe für Freunde und Bekannte anfertigen zu dürfen, ohne Gesinde dabei zu beschäftigen. Das Handwerk wolle ihm dies nicht gestatten; am 13.9.1625 im Rat verlesen.
Nr. 11: Gesuch der Geschworenen des Schuhmacherhandwerks - Hieronymus ADAM, Jost EBERTH, Hans FÜCHSLE und Jakob TRATTER - namens des ganzen Handwerks, den an der lothringischen Grenze wohnenden Leuten den Verkauf von Schuhen in der Stadt zu verbieten; am 3.4.1623 vom Rat abgeschlagen, weil man dies während der Messen nicht verbieten könne.
Nr. 12: Gesuch des Bürgers, Schuhflickers und Eimermachers Caspar MEITZLER, einen Schuhknecht zur Anfertigung von Ledereimern anstellen zu dürfen, was ihm von Inquisitionsamt nicht gestattet worden sei; am 31.5.1625 vom Rat abgeschlagen.
Nr. 13: Schreiben der Stadt Frankfurt vom 2.3.1672 an Kanzleidirektor und Räte zu Hanau: Man habe deren Anliegen betr. den Schuhknecht Georg MEYER den Geschworenen des Frankfurter Schuhmacherhandwerks mitgeteilt. Diese hätten vorgebracht, dass Meyer gesündigt hätte und gemäß des im ganzen Reich üblichen Handwerksbrauchs gestraft worden sei. Außerdem sei dies eine Sache, die mehr die Frankfurter Handwerksgesellen als die Meister selbst angehe. Diesen komme es ganz fremd vor, dass die Meister des Hanauer Schuhmacherhandwerks ihnen hierin einen Eingriff tun, da sie selbst den Hanauern so etwas noch nie zugemutet hätten. Keine einzige Reichsstadt würde einer solchen Zumutung der Hanauer Meister zustimmen.
Nr. 14: Beschwerde des Schuhmacherhandwerks, dass die niederländischen Schuhmacher aus Frankenthal, Hanau und anderen Orten ihre Schuhe in den Messen an den besten Stellen verkaufen; am 15.1.1596 im Rat verlesen.
Beschwerde des Schuhmacherhandwerks, dass die Frankfurter Schuhmacher in den Messen mit dem Liebfrauenberg ("St. Marienbergk") ihren festen Ort haben, während die fremden Schuhmacher die besten Plätze einnehmen; am 16.8.1603 im Rat verlesen.
Life span Life span
1582 - 1672
Former identifier Former identifier
Ugb C 34 Jj

Notes


Descriptors Descriptors
Personen: Seelheimer, Hans Valentin: Schuhmacher; Schauer, Daniel: Schuhmacher; Wagner, Andreas: Schuhmacher; Messinger, Albrecht: Schuhmacher; Meister, Ambrosius: Schuhmacher; Gräser, Wilhelm: Schuhmacher; Graser, Andreas: Schuhmacher; Heimberger, Andreas: Schuhmacher; Jacob, Johannes: Schuhmacher; Breuser, Andreas: Schuhmacher; Caspar, Hans: Krämer; Schott, Günther: Ratsherr; Born, Hans: Schuhmacher; Gröltz, Hans von: Schuhmacher; Eßlinger, Benedikt: Schuhmacher; Füchsle, Hans: Schuhmacher; Wacherswan, Hans; Brett, Michael: Schuhmacher; Vetter, Nikolaus: Kannengießer; Aller, Ludwig: Schuhmacher; Datz, Jakob: Schuhmacher; Jost, Sebastian: Schuhmacher; Geisel, Severinus: Schuhflicker; Geissel, Severin: Schuhflicker; Rumme, Peter; Just, Georg: Schuhmacher; Jost, Georg: Schuhmacher; Just, Bastian: Schuhmacher; Müller, Christoph: Schuhmacher; Fischer, Jakob: Schuhmacher; Backler, Johann: Schuhmacher; Adam, Hieronimus: Schuhmacher; Ebert, Jost: Schuhmacher; Tratter, Jakob: Schuhmacher; Meitzler, Kaspar: Schuhflicker; Meyer, Georg: Schuhknecht;
Sachbegriffe: Schuhmacher; Schuhknecht; Geselle; Schuhe; Schmuggel; Nahrungsschutz; Beleidigung; Tätlichkeit; Schuhflicker; Niederländer; Sohlenleder; Lappleder; Lederhandel; Preis; Schuh; Meisterrecht; Handwerksordnung; Zunftordnung; Messe; Liebfrauenberg;
Körperschaften: Schuhmacherhandwerk; Löherhandwerk; Allgemeiner Almosenkasten; Inquisitionsamt; Schuhmacherhandwerk Hanau;
Orte: Bockenheim; Oberrad; Niederrad; Lothringen; Hanau; Frankenthal;

Information / Notes


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Formalbeschreibung: Umfang: 43 Bll.

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