Vollständige Signatur

HStAM, Urk. 75, 1614

Urkunde


Identifikation (Urkunde)


Datierung Datierung
1566 Juni 1
Originaldatierung Originaldatierung
... im iar nach Christi unnsers liebenn Hern unnd Seligmachers geburtt als man zalt funffzehenn hundertt sechzigk sechs iare ann der neunden indiction bei regirung des aller durchleuchtigsten grosmechtigstenn fursten unnd hern hern Maximiliani romischen keisers zu allen zeitten mehrern des reichs ... irer kayserlichen maiestet reich des romischen im vierden des hungarischen im dritten unnd des bömischen im 18ten iare Samstags denn erstenn Iunii im mittage baldt nach eilff ohren inn einer behausung hinder dem Barfusser closter gelegenn gehöret zu dem altar sanctae Annae in der pfarkirchenn zu Fulda inn der ober camernn vornn an der stueben ...

Vermerke (Urkunde)


(Voll-) Regest (Voll-) Regest
Andreas Fursterus, öffentlicher Notar kraft kaiserlicher Autorität, derzeit Schulmeister (ludimoderator) im Kloster Fulda, bekundet, dass er bei der Aufsetzung des Testaments durch Johann Volcker und allen anderen nachfolgend geschilderten Handlungen mit den genannten Zeugen persönlich anwesend gewesen ist, sie gehört, gesehen und auf Bitte Johann Volckers das vorliegende Notariatsinstrument mit eigener Hand geschrieben und mit seinem Namen und Notarszeichen unterzeichnet sowie seiner Unterschrift versehen hat. Vor dem Notar und den Zeugen hat Johann Volcker, Magister Artium et Philosophiae, mit krankem Körper, aber gesundem Verstand sein Testament errichtet. Da er wegen seiner langen Krankheit und körperlichen Schwäche nicht mehr alle Bestimmungen des Testaments in einem Zug bekannt geben kann, hat er die Bestimmungen zuvor vor einem der Zeugen, Jakob Oethaeus, Doktor der Medizin, auf einem Zettel notieren lassen. Diesen Zettel schreibt der Notar vor den genannten Zeugen nun ab und verliest ihn anschließend. Um Streit zwischen seinen Geschwistern über seine Hinterlassenschaft zu vermeiden, errichtet Johann Volcker das folgende Testament. Nach seinem Tod soll sein Körper in der Pfarrkirche Fulda am Ölberg bestattet werden. Da er die St. Annavikarie am Ölberg in der Pfarrkirche St. Blasius in Fulda, deren Patronatsrecht ihm und seinen Verwandten zusteht, Zeit seines Lebens innegehabt hat, überträgt er seinem Bruder Johann Volcker dem Jüngeren die Nutzung des Patronatsrechts. Außerdem vermacht er seinem Bruder seine gesamte fahrende Habe, die sich in seinem Pfründhaus in Fulda befindet: Silbergeschirr, Bücher, Kleidung, Bettzeug und anderer Hausrat. Außerdem erhält sein Bruder 100 Gulden von dem Geld, das Magister Johann Volcker von seinem Vater geerbt hat. Für die ihm bezeugte Fürsorge und Pflege während seiner Krankheit vermacht Johann Volcker dem Ehemann seiner Schwester Margarete, Johann (Hans) Schiecke, 50 Gulden und dessen Sohn Andreas 100 Gulden. Für ihm erwiesene Wohltaten während seiner Jugend vermacht er der Witwe Margarete (Margrette) Kockweil aus Eisenach 20 Gulden. Seinem Tutor und Vormund Johann (Hans) Helmut aus Großenlupnitz vermacht er zehn Gulden. 15 Gulden vermacht er seinem Vetter Valentin Spath (Spathen) aus Fulda. Zehn Gulden sollen an die armen Leute in Fulda verteilt werden. Alle Legate sind von dem von seinem Vater ererbten Gut zu bezahlen. Wenn nach Bezahlung seiner Schulden von seinem väterlichen Erbe noch Geld vorhanden ist, soll Wolfgang [Schutzbar genannt Milchling], Abt von Fulda, dieses als Testamentsvollstrecker nach seinem Gutdünken verwenden. Da seine anderen Geschwister ihn während seiner Krankheit weder besucht noch irgendeine Unterstützung haben zukommen lassen, hinterlässt er ihnen nichts. Johann Volcker bekundet, dass dieses Testament als seine rechtmäßige letztwillige Verfügung anerkannt werden soll. Als Testamentsvollstrecker setzt er Abt Wolfgang ein. Vor, während und nach Verlesung des Zettels hat der Notar Magister Johann Volcker vor den Zeugen gefragt, ob das Vorgelesene seinem letzten Willen entspricht, was dieser bei vollem Verstand bejaht hat. Magister Johann hat den Notar gebeten, über sein Testament ein oder mehrere Notariatsinstrumente zu verfassen. Ankündigung der Unterfertigung. Da Johann Volcker aufgrund seiner körperlichen Schwäche nicht unterschreiben kann, hat er Martin Göbel gebeten, dies für ihn zu tun. Handlungsort: In der oberen Kammer eines Hauses, das dem St. Annaaltar der Pfarrkirche Fulda gehört, gelegen hinter dem Barfüßerkloster. (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite)
Unterschriften Unterschriften
(Ich Martinus Göbel bekenn mit dieser meyner handtschrifft das ich auf bitt und begere des testierers wie obgenannt welcher leybsschwacheyt halb selbs nicht schreibenn kundt dieses seyn testament disposition und ordnung an seyner stett und in seynem nahmen underschrieben hab
Iacobus Oethaeus medicinae doctor testis legitime requisitus subscripsit manu propria
Martinus Göbel concionator cathedralis ecclesiae Fuldensis testis legittime adscitus manu propria subscripsit / Adamus Lang vicarius ecclesiae parrochialis Fuldensis manu sua subscripsit
Erasmus Albrecht subscripsit
Velten Menz burger in Fulta subscripsit
Nicolaus Kiselius cantor scholae Fuldensis sua manu subscripsit
Georgius Pfaff scholae Fuldensis baccalaureus sua manu subscripsit)
Zeugen Zeugen
Jakob Oethaeus, Doktor der Medizin
Martin Gröbel, Prediger der Kathedralkirche Fulda
Adam Lang, Vikar der Pfarrkirche St. Blasius in Fulda
Erasmus Albrecht, Schöffe
Valentin (Velten) Menz, Bürger in Fulda
Nikolaus Kiselius, [Kantor der Fuldaer Schule]
Georg Pfaff, [Bakkalaureus der Fuldaer Schule]
Formalbeschreibung Formalbeschreibung
Ausfertigung, Pergament, Notarszeichen

Repräsentationen

Typ Bezeichnung Zugang Information Aktion
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