41126
Vollständige Signatur
HHStAW, 461, 41126
Strafprozessakte
Serie
Bezeichnung
Bezeichnung
Mitschnitte des Gomerski-Prozesses vor dem Frankfurter Schwurgericht (Tonaufnahmen)
Identifikation (Prozessakte)
Titel
Titel
Tonband 5 Teil 5b (2:08 Stunden)
Laufzeit
Laufzeit
1975
Vorwurf / Delikt
Vorwurf / Delikt
Beihilfe zum gemeinschaftlichen Mord
Weitere Angaben (Prozessakte)
Verfahrensart
Verfahrensart
Schwurgerichtsverfahren
Beklagte(r)
Personenname
Personenname
Gomerski, Hubert
Geburtsdatum
Geburtsdatum
1911-11-11
Geburtsort
Geburtsort
Schweinheim bei Aschaffenburg
Sterbedatum
Sterbedatum
1999-12-28
Sterbeort
Sterbeort
Frankfurt am Main
Vermerke
Enthält
Enthält
Zeugenaussag Stanislaw Szmajzner zur Erschießung beim Fluchtversuch des Waldkommandos (die Befragung/Antwort erfolgt über einen Dolmetscher); das Waldkommando bestand aus ca. 40 Personen, 1-2 Ukrainer vom Wachpersonal wurden bei dem Fluchtversuch der 27 polnischen und 13 holländischen Häftlinge getötet, wobei die holländischen Häftlinge nicht flohen; das Waldkommando arbeitete außerhalb des Lagers Sobibor im Wald; die Holländer wurden zwischen Lager 1 und 2 von Ukrainern unter dem Kommando von Frenzel öffentlich erschossen;
Befragung des Zeugen durch den Richter nach Details der Flucht und nach den polnischen Überlebenden (Hain Kornfeld lebt in Brasilien/ Sao Paulo) aber auch nach der Beteiligung von Gomerski;
Verteidigung befragt den Zeugen nach den Umständen unter denen er sein Buch geschrieben hat und eventuellen Kontakten, die inhaltlich dazu beigetragen haben könnten; Zeuge Stanislaw Szmajzner bestätigt, dass er das Buch ohne fremde Mithilfe allein aus seiner Erinnerung heraus geschrieben hat; Schilderung der Einrichtung der Beleuchtung im Lager mit Kabeln und einem Dieselaggregat durch den Zeugen;
Kranke verblieben einen Tag oder zwei Tage noch in der Bracke und wurden am darauffolgenden Tag ins Lager 3 verbracht; Kranke/Gehunfähige der Transporte wurden noch an den Rampen in Loren geladen und direkt ins Lager 3 verbracht; die Lorenstrecke wurde unter Aufsicht von Pallaster erbaut;
Später wurde ein vierter Lagerabschnitt eingerichtet, in dem Munition aus Russland 'verlesen' wurde;
Beschreibung der Funktion des Arztes im Lager und dessen Einsetzung durch die SS; SS-Mann Michel wurde 'Doktor' genannt, weil er einen weißen Kittel trug;
Rechtsanwalt Schneider fragt nach dem Betrieb der Lorenbahn und nach der Funktion des Arztes beim Aufstand; der Zeuge schildert, dass es Fälle von Selbstmord gab, Häftlinge es nicht mehr aushielten und sich deswegen krank meldeten um ins Lager 3 zu kommen oder die Krankheit soweit hinauszögerten, um nicht ins Lager 3 zu kommen ins sogenannte 'Lazarett';
Peitschen bestanden aus glattem genähtem Leder und fast das ganze Wachpersonal war mit diesen ausgestattet (SS-Männer und Ukrainer), ergehender Beschluss der Zulässigkeit der Frage nach der Mitführung einer besonders schweren Peitsche im Fall Gomerski; Frenzel schlug den Zeugen häufig mit einer Peitsche; wenn sich ein Häftling mit den Peitschenhieben verzählte, wurde mit der Zählung der Peitschenhiebe erneut begonnen; ausgepeitschte Häftlinge arbeiteten weiter, aus Furcht ins 'Lazarett' (Lager 3) zu kommen; das Wachpersonal (SS-Männer/Ukrainer) schlug wahllos auf Gefangene mit der Peitsche ein, ohne selbst Bestrafung erwarten zu müssen;
Facharbeiter nahmen innerhalb der Häftlinge eine besondere Rolle ein und wurden besser behandelt;
Unterbrechung der Sitzung;
Fortsetzung der Verhandlung mit der Frage des Vorsitzenden nach der Bestrafung/Bestrafungsmethode von Häftlingen; sehr häufige Bestrafung der Häftlinge mit unmenschlich harten Übungen (Laufen/Hüpfen/Gymnastik/Liegestütze) bei Nacht und vor allem am Tag, häufig sind die Wachmannschaften betrunken gewesen;
Stellungnahme Gomerski zu dem Vorwurf, dass die SS-Männer die Häftlinge Strafexerzieren ließen;
Gomerski schildert die Situation so, dass die SS-Männer nur zu zweit das Lager nach Dienstschluss betreten durften; vor dem Tor des Lagers 1 stand ein ukrainischer Wachposten, der das Tor stets nach Dienstende verschlossen hielt;
Der Zeuge wird befragt zum Hund Barry, der von Boländer u.a. SS-Männern dazu benutzt wurde ihn auf die Häftlinge, so auch auf Stanislaw Szmajzner, zu hetzen;
Auf dem Weg zur Arbeit mussten die Häftlinge Marschlieder (z.B. 'Die blauen Dragoner sie reiten' etc.) singen oder sogar auf Anweisung von Frenzel hin mit einer Geige Musik machen und tanzen;
Häftlinge des Transports aus der Stadt Biala-Podlaski wurden mit Erde oder Sand gespeist und andere Grausamkeiten an ihnen verübt; die Häftlinge des Transports sollten im Laufschritt Waggons an der Laderampe mit Kleidern aus Lager 2 füllen, hierbei sind sie geschlagen worden; einige von ihnen wurden an Bäumen erhängt; drei Kapos wurden denunziert und ins Lager 3 verbracht;
Informationen / Notizen
Zusatzinformationen
Zusatzinformationen
Digitales Objekt
Repräsentationen
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Information | Aktion |
|---|---|---|---|---|
| Digitales Archivobjekt | R_1 Ersatzdigitalisat (wav) |
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