U 1038 a
Vollständige Signatur
HHStAW, 40, U 1038 a
Urkunde
Identifikation (Urkunde)
Kurzregest
Kurzregest
Adelheid, Tochter des Mencze, Bürgerin zu Limburg, setzt, da nichts gewisser als der Tod und nichts ungewisser als die Zeit des Todes ist und es daher nötig ist, dem mit guten Werken zuvorzukommen, die uns allein nachfolgen, ihr Testament und Seelgerät in folgender Weise auf: Sie vermacht ihrer Schwestertochter Agnes ihr Haus bei den Barfüßern zu Limburg, das sie selbst bewohnt, sowie ihren gesamten Hausrat und Nachlaß darin, dazu auf Lebenszeit 6 Malter Korngülte Limburger Maß, 3 Mark Gülte Limburger Währung und 1/2 Malter Weizengülte. Die Weizengülte leistet der Sohn des Ludwig von Heringen von einem Stück Land bei Lohrheim ('Lar-'), das in einem Jahr 1/2 Malter Weizen, im anderen 1 1/2 Achtel Erbsen und im dritten nichts gibt. Von den 6 Malter Korngülte gibt: Heinrich Wiße, Schöffe zu Limburg, 3 Malter weniger 1 1/2 Achtel vom Gut des 'Rubesamen; Hencze' Paricht von Hadamar 3 Malter von Bernhelms Gut zu Hadamar; dazu kommen 4 Schilling, 1 Huhn und 1 Viertel Obst, die Tylo Luckeman von Hadamar von seinem Anwesen ('geseize') zu Hadamar gibt. Von den 3 Mark Gülte fallen 15 Schilling von der 'Hallersen' Haus vor den Barfüßern und 21 Schilling von 'Sinnekins' Gut. Nach dem Tod der Agnes soll man 6 gute bedürftige Jungfrauen oder Frauen, die ihr selbst am nächsten versippt sind, mit dem Rat des Pfarrers zu Limburg, des Guardians der Barfüßer und von 2 ihrer Verwandten ('frunde'), den Ältesten ihrer Sippe ('kunne') zu Limburg, in das Haus setzen. Würde man unter ihren Verwandten nicht 6 Personen finden, so soll man andere geeignete Personen mit dem Rat der genannten Personen einsetzen, und so soll man auch beim Tode von einer der sechs verfahren. Sie sollen nicht in der Stadt Brot heischen gehen, sondern die Gülte von 6 Malter Korn, 4 Schilling und 1 Viertel Obst und das Huhn erhalten. Wer mit dem andern nicht in Frieden ('mit gemache') leben will, den soll man austreiben und durch einen andern ersetzen. Auch die 3 Mark Gülte sollen nach 'Agnesen' Tod an das vorgenannte Haus fallen. Davon soll man ausgleichen, was den 6 Personen dort etwa an der Korngülte fehlt, und den Rest mit Rat des Pfarrers, Guardians und der 2 Verwandten an Arme geben. Würde man die 6 Personen nicht bekommen können oder würden sie aussterben, so soll das Haus mit der Gülte je zur Hälfte an die allgemeine Präsenz im Stift Limburg und an die Barfüßer daselbst fallen. Ferner vermacht sie den Barfüßern 4 Schilling von einem Stück Land, das jetzt zum Garten gemacht ist, beim Weiher über dem Stück der 'Lemmerleppen'. Die genannte Agnes und nach deren Tod die 6 Personen sollen die 4 Schilling einnehmen und davon den Barfüßern wöchentlich 1 Semmel geben. Außerdem setzt sie aus: dem Kloster Bärbach ('zu der Werppach') 3 Schilling vom Haus des Rule Honne unter den Gaden; dem Hof des Klosters Eberbach in Limburg ('zu der Erbach') 6 Schilling von der Menczen Haus, am Rebstock gelegen; dem Spital in Limburg 2 Schilling von Tilemann Molners neuem Haus in der Löhrgasse; zur Präsenz des Limburger Stifts 2 Schilling von 'Gelen Heytzsches' Haus 'uf der Schuppen'; der Pfarre zu Limburg 1 Schilling vom Garten Johanns von Herborn außerhalb des neuen Grabens bei dem Falltor ('valdore'); den Kindern ihres Bruders Mencze 6 Schilling auf dem genannten Haus am Rebstock; Else Winters, ihrer Nichte ('nifteln'), 6 Schilling auf deren Wohnhaus unter den Gaden; ihrer Nichte Else, 'Clais Humppelers' Tochter, und nach deren Tod den Erben Friedrichs des Heimbürgen 2 Achtel Korngülte, 6 Schilling und 1 Achtel Obst, wovon Hermann, 'Zyngeln' Sohn, 3 Schilling von einer Wiese zu Mensfelden und 'Stelichen' von Heringen 3 Schilling und das Achtel Obst von einem Haus und Garten zu Heringen, das man 'Agnesen' Gut nennt, und Trippeler von Holzhausen die 2 Achtel Korngülte gibt. Sie wünscht, bei den Barfüßern bestattet zu werden, und setzt ihnen 15 Schilling in bar aus, damit sie ihre Seelmesse sprechen und ihrer Seele und der ihrer Altvordern mit allen guten Werken gedenken. Zu Testamentsvollstreckern ('gehantruwen') bittet sie den Pfarrer und Guardian. - Es siegeln Herr Johann Ernest, Pfarrer zu Limburg; Bruder Siegfried von Koblenz, Guardian der Barfüßer zu Limburg, und Hermann von Humbach, Schöffe zu Limburg. - Vor den Herren Nikolaus Pistoris, Vikar im Limburger Stift, Hermann genannt von Zeuzheim, Rektor der Kapelle in Offheim ('Uf-'), und Sibold genannt Hoyne, Laien Trierer Diözese - Gunthard von Ehlen ('Elhen'), Kleriker Mainzer Diözese und kaiserlicher Notar, bezeugt seine Anwesenheit, Niederschrift und die Beifügung seines Zeichens.
Datierung
Datierung
Limburg, 1365 Juli 22
Originaldatierung
Originaldatierung
Acta sunt hec in claustro sub sacristigia ecclesie Lympurgensis, Treverensis dyocesis, 1365, indictione tercia, vicesima secunda die mensis Julii, hora quasi primarum diei eiusdem, pontificatus sanctissimi in Christo patris ac domini nostri, domini Urbani, divina providencia pape quinti anno tercio
Vermerke (Urkunde)
Formalbeschreibung
Formalbeschreibung
Ausfertigung, Pergament W 40,407 mit dem Signet des Notars. Von den drei Siegeln fehlen das 2. nebst Pressel infolge eines Loches im Pergament und das 3.; Nr. 1 Siegel der Limburger Pfarrei. - Eine Hand der Wende zum 15. Jh. gibt den Inhalt der Urkunde folgendermaßen wieder: 'Diz ist solich selegerede, alz Alheyd, dez Mentzen dochter, gegeben und besast hait Agnes Mentzen, ire suster dochter, ire lebetage zu haben und zu besitzen und nach irme dode sal ez gefallen halbes in die presencie zu Lympurg und halbes in daz closter zu den barfußen zu Limburg: Zum ersten male 6 ml. korngulde, der gibt Henrich Wiiße, Schöffe zu Limburg, 3 ml. ane 1 1/2 echtel von dez Robesamen gude. Item so gibt Heyntze Paricht 3 ml. korns zu Hademar von Bernhelms gude, wii daz zu Hademar gelegen ist. Item 4 s. pen. geldes, 1 hun, 1 virteyl obeßis, daz gibt Diele Luckeman von Hademar von syme geseße, da uffe er sitzet zu Hademar. Item 3 Mark pen. geldes, der gevallent 15 s. von der Hallerßen huse vor den barfußen. Item. 21 s. pen. geltz gevallent von Synnekins gude. Item 1/2 ml. weyßgulde gibt Lodewiges son von Heringen von eyme stucke landes, liget bii Larheim, und dazselbe stucke lantz gibt eyn jar 1/2 ml. weyßes und daz ander jar 1 1/2 echtel erweiß und daz dritte jar nußnit. Item geben ich den barfußen besunder(es) 4 s. pen. geldes, die gevallent von eyme stucke landes, daz nu zu garten ist gemacht bii dem wiher gelegen uff der Lemmerleppen stucke'. Reinschrift Pergament W 40,1038 a mit der Überschrift: 'Secundum tenorem testamenti'. Auf dem Blatt folgt Nr. 637
Informationen / Notizen
Zusatzinformationen
Zusatzinformationen
Struck, Chorherrenstift St. Georg Limburg, Nr. 533
Repräsentationen
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Information | Aktion |
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| Original | Urkunde | Detailseite anzeigen |