Vollständige Signatur

HStAM, Urk. 75, 1821

Urkunde


Identifikation (Urkunde)


Datierung Datierung
1626 Januar 31
Originaldatierung Originaldatierung
Actum Fuldae anno et die quibus supra

Vermerke (Urkunde)


(Voll-) Regest (Voll-) Regest
Der Guardian und die Brüder des Franziskanerklosters in Fulda bekunden laut einer nachfolgend inserierten Urkunde, dass ihnen und ihren Vorfahren auf ihre Bitten hin von Johann Bernhard [Schenck zu Schweinsberg], Abt von Fulda, sowie vom Dekan und dem Konvent von Fulda eine Urkunde ausgestellt und besiegelt wurde, die ihrem Kloster das bei Fulda gelegene Marienkloster (monasterii montis beatae Mariae virginis prope Fuldam) zum Aufenthalt zugewiesen hat. Ankündigung der Unterfertigung. Siegelankündigung. Ausstellungsort: Fulda. Inserierte Urkunde von 1626 Januar 31 [Nr. 1820]: Johann Bernhard [Schenck zu Schweinsberg], gewählter und bestätigter Abt von Fulda, der Dekan des Klosters, Eberhard Hermann Schutzbar (Schützsper), genannt Milchling, sowie der ganze Konvent bekunden aufgrund vorliegender Dokumente, dass sie schon vor Jahren zur Förderung des Gottesdienstes, zum Heil der Seelen und zur Förderung des Ordens der Franziskaners, der der regelhaften Observanz unterliegt, diesen Orden nach Fulda gerufen haben. In Fulda wurde dem Orden zum Aufenthaltsort der Platz neben der Kirche von St. Severus zugewiesen, wo dieser mit der Zeit seine Unterkunft errichtete. Da die Mönche dort nur in unbequemer Weise unterkommen konnten, wurde mit dem Abt und den Brüdern über eine andere Unterkunft beratschlagt. Nach reiflicher Überlegung wurde als neuer Unterkunftsort des Klosters der nahe der Stadt gelegene Frauenberg gewählt, was die Vertreter des Klosters Fulda einmütig bestätigten. Zugleich wurden Maßnahmen zur Verbesserung der neuen, aber immer noch dürftigen Ansiedlung der Klostergemeinschaft getroffen: Sollte es zukünftig dazu kommen, dass vom Kloster Fulda das Kloster auf dem Frauenberg wieder in die Nutzung des Benediktinerordens überführt wird oder jenes zu Zeiten einem anderen Zweck zugeführt oder verpflichtet sein wird, dann sollen die Franziskaner es wieder zu verlassen. Für diesen Fall bestimmt das Kloster, dass den Franziskanern nach dieser zweiten Vertreibung ein anderer Ort in der Nachbarschaft zur Verfügung gestellt wird, der den Regeln ihrer Gemeinschaft gerecht wird und versprechen, nach einem entsprechenden Gebäude zu suchen. Sie versprechen dies gemäß den gegenüber den Franziskanern in Vergangheit und Gegenwart abgegebenen Versprechungen. Die Franziskaner erhalten aus der Hand des Abtes ein jährliches Almosen, wobei dieser dazu verpflichtet sein soll, den Küchendienern das ihnen nötige Holz (ligni necessarii focarii) und zweimal frisch gebrautes Bier (ex bina braxatione cervisiae) zu geben. Die Franziskaner akzeptieren diese Vereinbarung und versprechen, dass sie in der großen Kirche des Klosters Fulda zu den gegebenen Zeiten mit einer Abordnung an festlichen Zusammenkünften wie feierlichen Gottesdiensten oder Totenfeiern teilnehmen werden. Diesen Revers hat für die Franziskaner Bruder Jakob Bergaigne, derzeit der Generalkommissar des Franziskanerordens in den Provinzen Belgien, der Sächsischen Franziskanerprovinz vom Hl. Kreuz, Straßburg, Köln, Irland (Hyberniae), England und Schottland mit seinem Siegel bestätigt. Einmütig haben der vorgenannte Abt, der Dekan und der Konvent von Fulda dieses Rechtsgeschäft mit ihrem großen Geschäftssiegel (sigillo maiori ad causas vocato) bekräftigt. Ausstellungsort: Fulda. (...quae datae sunt in civitate nostra Fuldensi die ultimo mensis Ianuarii anno Dominicae incarnationis post millesimum sexcentesimum vigesimo sexto). (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite; Siegel: Avers)
Siegler Siegler
Abt und Konvent von Fulda
Jakob Bergaigne, Generalkommissar des Franziskanerordens
Formalbeschreibung Formalbeschreibung
Ausfertigung, Pergament, zwei mit Pergamentstreifen angehängte Siegel (Siegel Nr. 1 in Holzkapsel, Siegel Nr. 2 fehlt)
Weitere Überlieferung Weitere Überlieferung
Vgl. Nr. 1820.
Druckangaben Druckangaben
Schannat, Dioecesis Fuldensis cum annexa sua hierarchia, Nr. CLXXXI

Repräsentationen

Typ Bezeichnung Zugang Information Aktion
Original Original Detailseite anzeigen
Nutzungsdigitalisat JPG Digitalisat vorhanden Detailseite anzeigen