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HHStAW, 3026, 19

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Identifikation


Titel Titel
Auschwitz (OSWIECIM), ein russischer Dokumentarfilm über die Befreiung aus dem Konzentrationslager Auschwitz im Jahr 1945 (Filmaufnahme (russisch): 0:20 Stunden)
Laufzeit Laufzeit
[1945]

Vermerke


Enthält u.a. Enthält u.a.
UdSSR, 1945 Originaltitel Produktion Soviet Army Film Unit / Zentrales Studio für Dokumentarfilme, Moskau Prod. / Stab Kamera: Alexander Woronzow, M. Oschkurow, U. Bykow, K. Kutub-Sade, A. Pawlow;
Vorspann: 1. AUSCHWITZ / (OSWIECIM) - 2. Kinodokumentation über die grauenhaften Verbrechen der Hitler-Regierung in Auschwitz 1945 - 3. Filmtrupp der ersten Ukrainischen Front: M. OSCHKUROW, A. WORONZOW, N. BYKOW, K. KUTUB-SADE, A. PAWLOW - 4. Herstellung: Kinoprouktion das mit dem roten Bannerorden ausgezeichneten Zentralen Studio für Dokumentarfilme 1945
Auftritt Jiri Steiner (Überlebender); Katarina Beer (Überlebende); Olga Mandic (Überlebende, Mutter von Anton Mandic); Newenka Mandic (Überlebende, Frau von Anton Mandic); Oleg Mandic (Überlebender, Sohn von Anton Mandic); Eva Mozes (Überlebende, 'Mengelezwilling'); Miriam Mozes (Überlebende, 'Mengelezwilling'); András Lörinczi (Überlebender, 'Mengelezwilling'); Tova Grossmann (Überlebende); Emanuel (Mano) Adler (Überlebender, 'Mengelezwilling'); Henryk Tauber (Sonderkommando); Henri Limousin (Überlebender, Professor für Pathologie, Universität Clermont-Ferrand); Bertold Epstein (als: Bertold Einstein) (Überlebender, Direktor der Kinderklinik, Universität Prag); Geza Mansfeld (als: Paul Geza Mansfeld) (Überlebender, Mitglied der ungarischen Akademie); Bruno Sigismund Fischer (Überlebender, Neurologe, Prag); I.I. Perzow (Mitglied der Medizinischen Kommission); F.F. Bryschin (Mitglied der Medizinischen Kommission); N.A. Lebedow (Mitglied der Medizinischen Kommission); G.A. Kolegajew (Mitglied der Medizinischen Kommission); N.R. Wannowskij (Mitglied der Medizinischen Kommission); N.I. Gerassimow (Mitglied der Medizinischen Kommission); Gertruda Mangel (Überlebende); Alice Ziemlich (Überlebende); Josef Hajman (Überlebender); Pavel Blum (Überlebender); Benkel Fajwel (Überlebender) Erwähnung Anton Mandic (ehem. Minister, Jugoslawien); Josef Mengele (SS-Lagerarzt in Auschwitz); Max Sell (SS-Hauptsturmführer); Richard Baer (SS-Sturmbannführer); Franklin Delano Roosevelt (Präsident, USA); Josef Wissarionowitsch Stalin; Winston Churchill (Premierminister, GB)
Zeitangaben - 00.02.1945-00.05.1945: Drehzeit - 14.09.1945:
Erstaufführung, Deutschland
Weitere Angaben - Drehorte: Stammlager Auschwitz (Auschwitz I), Lager Birkenau (Auschwitz II), IG Farben Buna-Werk in Monowitz Synopsis
Der Film zeigt Szenen aus Auschwitz und Auschwitz-Birkenau nach der Befreiung durch die Rote Armee und ist zusammengestellt aus Material, das ein Filmteam der Ersten Ukrainischen Front gedreht hat. Schauplätze sind das Stammlager Auschwitz (Auschwitz I), das Lager Birkenau (Auschwitz II) und das Industriegelände von Buna-Monowitz (I.G. Farbenindustrie AG). Überlebende werden gezeigt, sowie die Behandlung durch sowjetische Ärzte. Verwendet werden Filmaufnahmen, die zwischen Februar und Mai 1945 in Auschwitz und Auschwitz-Birkenau gedreht wurden, darunter auch Aufnahmen vom Mai 1945 aus einer nachgestellten Befreiung des Vernichtungslagers.
Einstellungsprotokoll:
Vorspann - Befreite Gefangene im verschneiten Lager, zahlreiche Frauen gehen auf Weg neben stacheldrahtbewehrtem Maschenzaun, hinter Zaun Baumaterial - Männer u. Frauen, z.T. in Decken gehüllt, gehen auf Lagerweg, links Baracken vom Typ 'OKH 260/9 Pferdestall', rechts Stacheldrahtzaun, dahinter weitere Baracken - Männer u. Frauen, z.T. in Häftlingskleidung, hinter Stacheldrahtzaun (halbnah). Frauen in Häftlingskleidung (halbnah). Zwei Frauen (nah) (div. kurze Einst.) - Schwenk über verschneites Lagergelände mit zahlreichen Baracken, im Vordergrund Doppelzaun (Obersicht). Blick durch Lagerzaun auf Baracken (zwei kurze Einst.), Panorama Industriegelände von Buna-Monowitz (I.G. Farbenindustrie AG), Luftaufnahme Lager Birkenau, Lageplan Birkenau, Konstruktionszeichnungen Krematorien, Lageransicht Birkenau - Alte Frau liegt in Koje, keucht - Schwenk über verschneites Industriegelände von Buna-Monowitz (I.G. Farbenindustrie AG), Obersicht - Luftaufnahme Lagerkomplex Birkenau, Abschnitt B II, Flugrichtung von Südost nach Nordwest, Blickrichtung Ost. Letzte Barackenreihe im Hintergrund ist Abschnitt B II a, dann bilden jeweils zwei Barackenreihen die Abschnitte B II b, B II c u. B II d, die zuletzt im Vordergrund erscheinende Barackenreihe ist Abschnitt B II e, am Schluß der Einstellung wird vor den im 90° Winkel zu den anderen Baracken stehenden langgezogenen Küchenbaracken im Abschnitt B II d Hinrichtungsstätte erkennbar, am Horizont liegen Kommandantur u. SS-Unterkünfte, am linken Bildrand Lagerabschnitt 'Mexiko' - Deutscher Lageplan Birkenaus (div. kurze Einst.) - Legende auf Lageplan: 'Lageplan des Kriegsgefangenenlagers / AUSCHWITZ O.S. / Maßstab 1:2000'. Detail auf Lageplan: 'Krematorium II', 'Krematorium III' - Deutsche Konstruktionszeichnung (Querschnitt) für Krematorum (II oder III) - Deutsche Konstruktionszeichnung für Krematoriumsofen u. Kaminrohre (zwei kurze Einst.) - Schwenk aus Turm der Hauptwache Birkenau von Nord nach Nordwest über Abschnit B II - Deutsche Konstruktionszeichnung für Krematorium (IV oder V) (K-Ton fälschlich: 'Grundriß einer Baracke'), 'Einäscherungsanlage für das K.G.L.' - 079 Im Inneren einer Häftlingsbaracke: zahlreiche ältere Frauen mit Kopftüchern, großteils in dreistöckigen Kojen liegend, alte Frau in Koje, keucht (div. kurze Einst., z.T. nah) - Lagertor Stammlager mit Parole 'ARBEIT MACHT FREI', Schlagbaum öffnet sich - Doppelreihiger Lagerzaun mit Isolatoren, Stammlager, vermutlich Südwestecke mit Blick auf Zaunzwischenraum nach Westen, Blocks rechts vermutlich Block 27, 26, 25, Gebäude links vermutlich Ostflügel Aufnahmegebäude - Betriebsraum mit elektrischen Installationen u. Schaltanlagen (div. kurze Einst., z.T. nah), auf Schild: '6000 VOLT RAUM / Vorsicht / LEBENSGEFAHR' - Auf Kasten 'ZAUN'
An Wand 'ÜBERLANDZENTRALE', 'NOTSTROMZENTRALE', auf Schild an Absperrung 'VORSICHT / Hochspannung / Lebensgefahr' - Zaunanlage Stammlager, vermutl. Westseite mit Blick nach Süden, links Aufnahmegebäude - Im Inneren einer Häftlingsbaracke: zahlreiche ältere Frauen mit Kopftüchern, großteils in dreistöckigen Kojen liegend, u.a. Elena Jablenskaja (phon.), Stanislava Keszkowskaja (phon.), Olympia Prutinowskaja (phon.) (div. kurze Einst., z.T. nah) - Zahlreiche Privatfotos von Opfern auf Albumseiten - Schwenk über zahlreiche männliche u. weibliche Häftlinge, u.a. Jiri Steiner, z.T. in Gefangenenkleidung, z.T. in Decken gehüllt, hinter Lagerzaun - Insassen aus der Gruppe (div. kurze Einst., halbnah) - 42jähriger Mann mit ausgemergeltem Greisengesicht (nah) - Vier Frauenleichen vor Barackentor in Birkenau. Ältere Jugoslawin Wojana Taus (phon.) u. slowakisches Mädchen Katarina Beer stehen vor Tor (div. kurze Einst.) - Männliche Gefangene, z.T. in Decken gehüllt, vor Baracke - Sowjetischer Militärarzt in weißem Kittel stützt in Decke gehüllte Frau, daneben geht in Decke gehüllter Mann. Männer in KZ-Kleidung mit Rot-Kreuz-Armbinden helfen Frauen u. Mädchen aus Baracke (div. kurze Einst.) - Zahlreiche männliche u. weibliche Gefangene auf Lagerstraße in Birkenau (div. kurze Einst.) - Zwei sowjetische Offiziere im Gespräch mit den jugoslawischen “Sippenhäftlingen“ Olga Mandic (Mutter von Anton Mandic, jugoslawischer Minister), Newenka Mandic (Ehefrau von Anton Mandic), Oleg Mandic (Sohn von Anton Mandic) (div. kurze Einst., z.T. nah), Auf Häftlingsjacke von Olga Mandic '82606' - Häftlinge verlassen Baracke u. begeben sich zu bereitstehenden Pferdefuhrwerken, Frau wird von Gefangener mit Schwesternhaube gestützt - Männer, z.T. in Decken gehüllt, gehen an Baracke vorbei, auf der steht: 'Waschraum' - Familie Mandic mit zwei sowjetischen Offizieren am Lagerzaun - Zahlreiche Häftlinge auf Lagerstraße. Häftlingssanitäter transportieren Frau mit Krankentrage. Häftlinge gehen hinter Stacheldrahtzaun. Sanitäter heben Trage mit Frau auf Pferdewagen. Fünf Pferdewagen mit in Decken gehüllten Häftlingen fahren durch Tor im Lagerzaun (div. kurze Einst.) - Häftlinge tragen Bahre mit Frauenleiche von Katharina Uage (phon.) aus Baracke: 'Schonungs Abtg.' (zwei kurze Einst.) - Pferdewagen mit Überlebenden fahren durch Tor in Lagerzaun - Überlebende Kinder der Zwillingsversuche Mengeles im Stammlager, zahlreiche Kinder u. Jugendliche gehen auf Weg zwischen Stachdrahtzäunen, Eva Mozes, Miriam Mozes, András Lörinczi u.a., dazwischen einzelne Pflegerinnen u. Soldaten (Stammlager, vermutlich Südzaun mit Blick nach Osten, Gebäude rechts hinter Mauer 'Theatergebäude', Gebäude links Häftlingskrankenbau Block 28) (div. Einstellungen)
Gruppe von Kindern in Häftlingskleidung, Kinder krempeln Ärmel hoch u. zeigen auf Arme mit einätowierten Häftlingsnummern, Tova Grossmann aus Polen, Emanuel (Mano) Adler aus der Tschechoslowakei u.a. (drei kurze Einst., eine Detail) - Kinder u. Jugendliche auf Weg zwischen Doppelzaun (zwei kurze Einst., eine Obersicht) - Erloschene Brandstelle, darauf verkohlter Kopf mit linker Schulter u. verkohlter Fuß Klappen eines Verbrennungsofens im gesprengten Krematorium V, Giftflaschen, dahinter Menschen mit Schaufeln bei Erdarbeiten (zwei kurze Einst.) - Sowjetischer Soldat blickt durch Guckloch einer Tür. Vier Zyklon B Dosen auf Holzkiste. Gasmaske in Händen eines Mannes (groß) (div. kurze Einst.) - 284 Auf Holzkiste: '[Totenkopfsymbol] / NICHT STÜRZEN', auf Dosen: 'GIFTGAS! / [Totenkopfsymbol] / ZYKLON' - Auf Gasmaskeneinsatz: 'Einsatz für / Zyklon', 'J' - Zwei Männer nehmen Medizinflaschen aus Holzkassette (groß) - Ermittlungen der sowjetisch-polnischen Sonderkommission. Fünf Leichen von Erwachsenen aufgereiht auf Plane, im Vordergrund neben toter Frau totes Neugeborenes mit Nabelschnur. Leiche des Neugeborenen (nah). Mehrere halbnackte Leichen (halbnah) (div. kurze Einst.) - Innen: Henryk Tauber (Sonderkommando) sagt vor sechsköpfiger Sonderkommission aus (div. kurze Einst.) - Leichengrube auf freiem Feld. Gruppe Soldaten kommt zur Leichengrube. Leichen in der Grube (halbnah). Krankenpflegerin am Grubenrand spricht, Soldaten hören zu, zwei machen sich Notizen. Männer- u. Frauenleichen in Massengrab (halbnah) (div. kurze Einst.) - Vier sowjetische Offiziere kommen mit vier Häftlingen aus Block 11 ('Todesblock') im Stammlager auf Hof, auf dem ein tragbarer Galgen mit Falltür steht. Insassen erklären Funktionsweise des Galgens. Henri Limousin (Überlebender, Professor für Pathologie, Universität Clermont-Ferrand) (halbnah). Eingebrannte Häftlingsnummer auf Unterarm: '200213' (Detail) - 326 Auf Häftlingsjacke von Bertold Epstein (K-Ton 'Einstein', Direktor der Kinderklinik, Universität Prag): '79104', auf Ärmel:'HKB' (halbnah) - Auf Häftlingsjacke von Geza Mansfeld (K-Ton “Paul Geza Mansfeld“, Mitglied der ungarischen Akademie) (halbnah). Häftlingsnummer auf Jacke: '70231', (Detail) - Bruno Sigismund Fischer (Neurologe, Prag) (halbnah). Häftlingsnummer auf Jacke: '68360' (Detail). Gruppe vor Galgen (div. kurze Einst.) - Fünf Männer besichtigen Lagerhaus, darin: Menschenhaar, z.T. in Papiersäcken gestapelt. Berg von Frauenhaaren. Säcke mit Aufschrift (nah). Berg von Frauenhaaren, darauf ein Zopf (nah). Männer öffnen Sack (div. kurze Einst.) - Auf Papiersäcken: 'K.L.Au. - / Kg. 22', 'K.L.Au. -137' - Zahlreiche Zahnprothesen auf Holzkiste. Schwenk über Zahnprothesen zu Zangen. Zangen (nah) (div. kurze Einst.)
Hinterlassenschaft ermordeter Opfer: Berg von Kleidung. Berg von Kleidung quillt durch geöffnetes Tor von Lagerhaus. Zwei junge sowjetische Soldaten vor Kleiderschuppen schauen auf kleine Kinderweste u. Kinderkleid. Schwenk über Wäscheberge - Zahllose Schuhe in Lagerhaus (div. kurze Einst.) - Berge von Schuh- u. Kleiderbürsten in Lagerhaus (div. kurze Einst.) - Berg von Rasierpinseln in Lagerhaus - Zahlreiche Koffer im Freien vor Block gestapelt. Aufgestapelte Koffer mit Hotelaufklebern (nah) (div. kurze Einst.), auf Schild 'F.L. / Auschwitz I' - Leichengrube mit zahlreichen halbnackten Männer- u. Frauenleichen (zwei kurze Einst.) - Frauen u. Männer in Zivil bei Trauerfeier u. Beisetzung am 28. Februar 1945, einige Frauen weinen. Trauerzug: Polnische Bergmannskapelle, Priester mit Kindern in Ministrantenkleidung, Nonnen (div. kurze Einst.) - Trauerfeier: zahlreiche Zuschauer, darunter Soldaten. Männer tragen einfache Holzsärge zu großer Grube. Priester u. Ministranten am Grubenrand, drei Fahnen, eine davon polnische Nationalflagge, etwa 50 Särge stehen an Rändern der Grube, dahinter Zuschauer, im Vordergrund Kameramann (div. kurze Einst.) - Mann in Zivil spricht zu Trauerversammlung (halbnah, Untersicht). Grube mit Särgen am Rand. Priester u. Ministranten hinter Särgen. Menschenmenge. Teilnehmer, u.a. weinende Frauen (div. kurze Einst.) - Särge in zwei Reihen in Grube, zahlreiche Männer schaufeln Erde in Grab. Männer, Frauen u. Kind am Grabesrand (div. kurze Einst.) - In Untersuchungszimmer: drei Männer in weißen Kitteln, sowjetische Ärzte der Medizinische Kommission, sitzen hinter Tisch, nackter Überlebender sitzt mit Rücken zu Kamera auf Behandlungsliege vor Tisch, wird von viertem Arzt mit Stethoskop abgehört. Entkräfteter rumänischer Häftling Simon Apel (phon.) von vorn, wird untersucht. Patient nah (drei kurze Einst.) - Medizinischer Kommission mit F.F. Bryschin, I.I. Perzow, N.A. Lebedow, G.A. Kolegajew, N.R. Wannowskij u. N.I. Gerassimow werden Kinder vorgeführt: Mädchen kommt in Untersuchungsraum u. setzt sich auf Liege, Krankenpflegerin trägt Mädchen Gertruda Mangel in Zimmer u. setzt sie neben Mädchen Alice Ziemlich. Kinder zeigen Füße mit schweren Erfrierungen (drei kurze Einst.) - Schwenk über Kinderfotos. Foto eines Babys - Etwa zweijähriges Kind liegt mit verkrümmten Beinen nackt auf Kissen, weint. Vierjähriger ausgemergelter Josef Hajman liegt nackt auf Steppdecke, Arzt deutet auf Wunden an Bauch u. Oberschenkeln. Siebenjähriger abgemagerter Pavel Blum mit Hungerödem steht auf Behandlungsliege u. wird von Arzt untersucht (div. kurze Einst.) - Etwa neunjähriges Mädchen liegt auf Behandlungsliege u. wird untersucht. Unterschenkel u. verbundene Füße des Mädchens (zwei kurze Einst.) - Junger tschechischer Häftling Paul Napser (phon.) zugedeckt auf Behandlungsliege, Füße des Mannes mit schweren Erfrierungen (nah) (zwei kurze Einst.) - Drei junge Männer, an denen Sterilisationsversuche vorgenommen wurden, sitzen mit entblößten Oberkörpern auf Behandlungsliege. Die Männer von der Seite, einer spricht (halbnah) (zwei kurze Einst.) - Junge Frau in Häftlingskleidung sitzt auf Behandlungsliege u. spricht, zieht Ärmeljacke hoch u. zeigt von Experimenten herrührende Injektionsstellen, Arzt kommt u. untersucht Arm -
Drei junge Männer sitzen mit nackten Beinen auf Behandlungsliege, Ärzte untersuchen Unterschenkel. Unterschenkel mit Spuren von Lepra-Experimenten (rechteckige Hautveränderung, Detail) - 17jähriger Benkel Fajwel aus Polen in KZ-Kleidung mit Gehstock humpelt gestützt von Arzt in Zimmer, setzt sich auf Hocker. Arzt entfernt Kopfverband u. zeigt Schußwunde am Kopf. Junge humpelt aus Zimmer (div. kurze Einst., z.T. nah) - Elf Portraitfotos von zwölf Personen in SS-Uniform, die in Auschwitz eingesetzt waren, darunter eine Frau, auf Albumseite. Foto Max Sell (SS-Hauptsturmführer) (groß). Foto Richard Baer (K-Ton 'Lagerführer Wehr', SS-Sturmbannführer) (groß). Fotos auf Albumseite (div. kurze Einst.) -
Insert: 'DIE DREI VEREINTEN NATIONEN / WERDEN DIE SCHULDIGEN / BESTIMMT FINDEN SELBST AM / RANDE DER WELT u. IHREN AN= / KLÄGERN AUSLIEFERN; UM SIE DER / VERDIENTEN STRAFE ZUZUFÜHREN' / ROOSEVELT / STALIN / CHURCHILL / (Aus der Deklaration der drei Mächte)' - Tafel 'Ende'
Tonprotokoll:
'Auf allen Straßen, überall im befreiten Europa, kehren heute die Menschen in ihr Vaterland zurück, in ihr Heim, in den Kreis ihrer Lieben, zu ihrem persönlichen Schicksal u. privaten Eigenleben. Zurück in die Heimat. Die Rote Armee hat Millionen dem Tode geweihte Menschen befreit u. sie dem Leben wiedergegeben. Was bleibt hinter ihnen zurück? Buchenwald, Belsen, Dachau, Majdanek oder Treblinka - mehr als fünf Jahre lang war Europa ein einziges Konzentrationslager. Das Schrecklichste von allen war Auschwitz.' -
'Die Stadt Auschwitz, polnisch Oswiecim, liegt unweit von Krakau. Hier schuf der Faschismus sich ein Versuchslaboratorium, eine raffiniert ausgerüstete Todesfabrik von gigantischem Ausmaß, geradezu eine eigene Industrie für Massenvernichtung - ganz nach den Ideen Hitlers u. seines kannibalistischen Systems. Was die nazistische Wissenschaft u. Technik an Erkenntnissen u. Erfindungen entwickelt hatte, ist in dieser Nazimordstätte nach genau ausgearbeiteten Projekten in grausame Wirklichkeit umgesetzt worden. Hier der Lageplan. In sechs Verbrennungsöfen wurden hier täglich zehn bis zwölftausend Leichen eingeäschert. Deutsche Industriefirmen fertigten die Einrichtungen zur Vernichtung von Menschen an. Vier Millionen Menschen wurden in Auschwitz umgebracht.' -
'Das Lager entsprach vollkommen den gestellten Anforderungen. Die faschistischen Baumeister hatten die Unterkünfte so ausgelegt, daß die Unterbringung von Menschen in diesen Ställen nur mit Todeserfolg verbunden war.' -
'Grundriß einer Baracke. Hier eine danach errichtete Baracke, wie die Kämpfer der Roten Armee sie vorfanden. u. so lebten die Menschen, solange sie dieses Leben ertragen konnten. ' -
'Über dem Tor des Lagers die höhnische Losung: 'Arbeit macht frei.' Gemeine Blasphemie. Wie es mit der Freiheit stand, war daran zu erkennen, daß das Lager mit einem doppelten Kordon von Stacheldraht umzäunt u. dieser mit Hochspannung geladen war. Das Netz der elektrischen Regulatoren u. Signale wurde von einer Schalttafel aus bedient.' -
'Hinter dem Stacheldraht aber gab es nur Tote u. Todgeweihte. Die Menschen lebten hier unter Verzicht auf alles, was man Leben nennt, in einer Agonie von Angst u. Qual. Elena Jablenskaja (phon.), 73 Jahre alt, Stanislava Keszkowskaja (phon.), 54 Jahre alt, Olympia Prutinowskaja (phon.), 65 Jahre alt - warum ermordeten die Nazihenker diese armen alten Frauen?' -
'Im Lager wurden Lichtbilder der nach Auschwitz verbrachten Personen gefunden. So kamen sie aus allen Ecken Europas - Polen, Tschechen, Ungarn, Juden, Franzosen, Serben, Rumänen, Belgier. u. so fand sie die Rote Armee. Die Sowjetkämpfer haben die Deutschen aus Auschwitz vertrieben. Den überlebenden Gefangenen haben sie erklärt: 'Ihr seid frei, frei für immer!' Die Unglücklichen aber konnten es zuerst gar nicht fassen. Sie waren noch nicht instande zu gehen. Sind es etwa hilflose alte Leute? Nein, dieser Mann mit dem Greisengesicht ist erst 42 Jahre alt.' -
'Unsicher trauen sie sich in die Freiheit. Wojana Taus (phon.) aus Jugoslawien, die kleine Katharina Beer aus der Tschechoslowakei.'
'Denen, die ohne fremde Hilfe sich nicht fortbewegen konnten, halfen die sowjetischen Militärärzte.'
'2819 Insassen befreite die Rote Armee aus diesem Lager. Unter ihnen befand sich auch die Familie des Mitglieds der jugoslawischen Regierung Dr. Anton Mandic. Acht Monate hatten Olga, Newenka u. Oleg Mandic in der Hölle von Auschwitz geschmachtet. Nur ein Wunder rettete sie vor dem Tod.'
'Aus allen Baracken kamen Häftlinge heraus.'
'Alle Befreiten bedurften zunächst ärztlicher Hilfe. Sie wurden in die Sowjetlazarette überführt.'
'Katharina Uage (phon.) erlebte das Glück der Befreiung nicht mehr. Einige Stunden vor der Flucht haben die Deutschen sie erschossen. Bei ihrem Rückzug schleppten die Nazisten aus Auschwitz noch an 58000 Häftlinge mit.'
'Unter den 2819 durch die Rote Armee Befreiten befanden sich 180 Kinder, 52 davon sind noch nicht acht Jahre alt. Wie kamen sie heil durch diese Hölle? Die Kinder wurden zu Spezialversuchen zurückgestellt. Alle anderen wurden vernichtet. Wie Mäuse oder Kaninchen dienten diese Kinder für medizinische Experimente. Faschistische Henker mit medizinischen Diplomen, die Lagerärzte Dr. Schmidt u. Dr. Mengele, suchten sich unter ihnen eine bestimmte Kategorie aus. Alle, die Sie hier als Überlebende sehen, sind Zwillinge. Sie wissen nicht, wie sie heißen. Sie kennen ihre Familien nicht. Nur Nummern haben sie eingebrannt. Ein Brandmal auf Kinderärmchen! Jetzt gehen sie wieder zurück ins Leben.'
'Das Lager ist leer. Aber die unauslöschlichen Spuren Hitlerischer Vertiertheit bleiben zurück. Spuren, die überführen. Hier ein Ofen, in dem Menschen verbrannt wurden. Vor ihrem Abzug versuchte die Gestapo alles zu beseitigen, was ihre Schandtaten hätte verraten können. Aber sie hatten es zu eilig, die Henker Hitlers. Es blieben doch noch Mordspuren. Übrig blieb die Küche dieser Menschenfresser. Hinter dieser hermetisch verschlossenen Tür mit dem Guckloch befand sich die Todeskammer für den Massenmord mit Zyklon-Gas. Ein Gift zur Erstickung. Die Henker gebrauchten bei der Arbeit mit Zyklon Masken mit Gegengift. Gifte für Herzinjektionen.'
'Selbst die Erde klagt an. Eine Sonderkommission sucht nach den Spuren der Verbrechen.'
'Die Erde öffnet sich u. fördert fürchterliche Geheimnisse ans Licht. Diese Menschen wurden weder erstickt noch verbrannt, sie sind zu Tode gequält worden. Man hat sie dem Hungertod ausgeliefert. Hunger als Folter u. Mordwaffe. Hier befand sich ein besonderer Folterblock. Im Hof stand ein von deutschem Erfindungsgeist raffiniert eingerichteter Galgen.'
'Diese Männer in Sträflingskleidung, Häftlinge des Lagers Auschwitz, sind Gelehrte von europäischem Ruf. Professor Henri Limousin hielt Vorlesungen an der Universität von Clermont Ferrand in Frankreich. Professor Bertold Einstein [i.e. Epstein], Direktor der Kinderklinik der Prager Universität. Professor Paul [?] Geza Mansfeld, Mitglied der ungarischen Akademie. Dr. Bruno Sigismund Fischer, Spezialist für Neurologie in Prag. Die Hitler-Clique vernichtete die Intelligenz Europas.'
'Der hier gehandhabte Todesapparat arbeitete ohne Abfall. Vor der Ermordung schnitt man den Frauen das Haar ab. Berge von Frauenhaar. In Ballen gelagert, 28 Kilogramm, 22 Kilogramm. Menschenhaar diente der deutschen Textilindustrie als Rohstoff. 7000 Kilogramm Haar - ein Andenken an 140000 gemordete Frauen. Gemahlene Menschenknochen wurden als Düngemittel an die Firma Strehn (phon.), Menschenhaar an Webereien u. Matratzenfabriken verkauft. Man betrieb die Leichenfledderei en gros. Noch ein Handelszweig in diesem abscheulichen Betrieb. Dentisten entfernten den Leichen die Gebisse, um die Goldplomben herauszubrechen. In 35 Lagerhallen war das Leichengut aufgestapelt.'
'Stapel von Augengläsern. Wieviel Tote gab es, wenn nur jeder Zehnte ein Brillenträger war? Lager voll Wäsche u. Kleidung. Berge voll Wäsche. 514843 Kinder-, Frauen- u. Männerkleider. Schuhwerk - 43526 Paar. Sogar gebrauchte Zahn- u. Kleiderbürsten. u. Rasierpinsel. Koffer mit Etiketten aus aller Herren Länder. Aus Polen, Ungarn, Frankreich, Tschechoslowakei, Holland, Griechenland, Belgien.'
'Wohl hatten die Deutschen viel gesprengt, verbrannt u. verbracht, aber hier in Auschwitz klagt sie jede Handbreit Erde an. Die Toten wie die Lebenden von Auschwitz fordern Rechenschaft. Vier Millionen gemordete Menschenleben. Den Opfern des Faschismus wird die letzte Ehre erwiesen.'
'Schwer fallen die Erdschollen auf die Särge der Ermordeten, als wollten sie die Völker der Erde aufrütteln: Denkt immer daran! Die Toten geleitete man zu Grabe, die Überlebenden aber mußten gerettet werden. In den Hospitälern der Roten Armee kämpft man um das Leben der Befreiten. Es war oft ein harter Kampf. Meistens handelte es sich um Fälle im letzten Grade der Entkräftung. Wie zum Beispiel bei Simon Apel (phon.) aus Rumänien.'
'Kindern waren die Füße abgefroren.Die Lageraufseher hatten sie barfuß im strengen Frost zwölf Stunden lang stehen lassen. Überall schont sonst die Menschlichkeit Jugend u. Kindheit. Nur die entmenschten Nazis hatten selbst mit Säuglingen kein Erbarmen. Nun heißt es, sie wieder gesund machen.'
'Dieses tschechische Mädchen hatten die Nazis von morgens bis abends mit bloßen Füßen im Schnee stehen lassen, zur Strafe, weil sie ihr Arbeitspensum nicht erfüllt hatte. Ihr Leben retten u. sie wieder auf die Beine bringen, das ist jetzt die ärztliche Aufgabe. Ebenso wie bei diesem Tschechen, Paul Napser (phon.).'
'Hier, an diesen jungen Leuten machten faschistische Ärzte Sterilisationsversuche.'
'Dieser Frau haben sie verschiedene Gifte in die Venen gespritzt.'
'Dem Ungarn Pau (phon.) u. dem Franzosen Vardy (phon.) impften deutsche Ärzte künstlich die Lepra ein.'
'Der junge Benkel aus Ungarn [sic!] hatte seine Brotration mit einer hungernden Nachbarin geteilt. Dafür bekam er von seinen Peinigern einen Kopfschuß.'
'Seht sie an u. merkt Euch die Massenmörder! SS-Hauptsturmführer Sell, der Arbeitskommandant des Lagers. Der Lagerführer Wehr [i.e. Baer]. Sie haben vier Millionen gemordeter Menschenleben auf dem Gewissen.'

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ehemaliger Datenträger: Filmrolle 16mm

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