72-4
Vollständige Signatur
ISG FFM, V40, 72-4
Sachakte
Identifikation
Titel
Titel
Briefwechsel zum Wiederaufbau der Altstadt, 20.06.1951 - 26.03.1952
Laufzeit
Laufzeit
1951 - 1952
Alte Archivsignatur
Alte Archivsignatur
V 40 - 72 lV
Vermerke
Enthält
Enthält
vor allem: Korrespondenz mit Fried Lübbecke (FL), Enthält u.a.: Brief FL an R. Schneider: Dankt dem Stv., der als einziger gegen Enteignung gestimmt hat, diese Niederlage des Bundes sei auch eine "Kapitulation des Bürgertums vor dem Marxismus", Beispiel für das Babausentum der Stadtoberen: Vier reservierte Reihen bei Aufführung eines Hindemith-Werks blieben leer - bis auf BP Heuß - Blamage für die Stadt (20.06.1951), Brief FL an H. Schmidt: Dankt für vergebliches Bemühen um die Rettung der Altstadt, prangert Kommunismus und Banausentum der Stadt an (20.06.1951), Bauverwaltung an FL: Hat Einspruch zum Fluchtlinienplan in zwei Punkten Rechnung getragen (10.07.1951), Brief FL an W. Feudtner: Hinweis auf Enteignung, Beginn des Sozialismus, verweist auf vorbildlichen Wiederaufbau in Freudenstadt (18.07.1951), Brief Schad an FL: Römerberg-Wettbewerb entschieden, Sieger wurde die "zahme Mitte": "Wenn der neue Römerberg so aussehen würde, wie jetzt preisgekrönt, so hätte er nichts...von dem Glanz und der Schönheit des alten Platzes." FL solle aber weiter kämpfen (25.07.1951), Brief C.A. Schleußner an FL: Für Wiederaufbau Römerberg, Goethe-Haus gutes Beispiel, Bitte um Gespräch (14.08.1951), Brief vom Rath an FL: Ist über FLs Vorwürfe gegen OB überrascht, bittet um Liste wohlhabender Frankfurter Bürger, um sie als Spender anzugehen (19.09.1951), Brief FL an vom Rath: Erklärt seine Vorwürfe gegen Kolb, führt Krebs als gutes Beispiel an, verweist auf Anfrage an IHK, bei Hanna vom Rath oder Lilli von Schnitzler, schlägt vertrauliches Gespräch vor (21.09.1951), Wiederaufbau Haus Wächtershäuser am Liebfrauenberg: Neue Fluchtlinie, Streit mit Nachbar, Versagen der Baubehörde - Zeitungsartikel, Redaktion FNP, Stellungnahme FL, Woelk dankt FL durch Gabe eines Anzugstoffes - FL bedankt sich, weist aber Geschenk zurück, da er prinzipiell für Frankfurt ehrenamtlich arbeitet (November / Dezember 1951), Brief FL an DER SPIEGEL: Bedauert, dass bislang der vereinbarte Artikel über Wiederaufbau Altstadt nicht erschienen ist, bittet um Rückgabe der geliehenen Unterlagen (05.12.1951), Brief DER SPIEGEL an FL: Plant umfassenden Überblick über Wiederaufbau BRD, dabei auch Beispiel Frankfurt (08.12.1951), Brief Frau Kellner an FL: Bittet, ihren Mann von einem Vortrag zu befreien (10.12.1951), Brief FL an Kellner: Entspricht der Bitte, warnt vor dem Plan, Wiederaufbau der Katharinenkirche mit flacher Decke zu beschließen (11.12.1951), Brief Kellner an FL: Dank für Besuch bei FL und Verständnis für Absage Vortrag, weicht der Diskussion Katharinenkirche aus (13.12.1951), Brief Kellner an FL: Katholische Kirche wird ein Gewölbe bekommen (16.01.1952), Brief Schmidt-Scharff an FL: Arbeitsgemeinschaft der Bezirksvereine wird wieder gegründet, FL wird zur nächsten Sitzung eingeladen (06.02.1952), Brief C.A.Schleußner an G. Hartmann in Kopie: Bund soll sich für Wiederaufbau des Römerbergs in alter Form einsetzen: "Meine Firma würde bezüglich ihres alten Stammhauses hierfür Beträge zur Verfügung stellen" (18.02.1952), Brief Otto Berndt an FL: Hat Modell vom Frankfurter Dom vollendet, vermisst Entgegenkommen und Interesse der Stadt, Bericht von erfolgreichen Aufträgen (22.02.1952), Brief Schmidt-Scharff an FL: Erneute Einladung und Hoffen auf FLs "nutzbringende Anregung" (27.02.1952), Brief FL an Kirn: Verkauf des "ältesten Frankfurter Geländes zwischen Main und Dom" durch Stadt an Bank oder Siedlungsgenossenschaft droht, schlägt Befragungsaktion durch FNP vor (28.02.1952), Brief FL an Böhm: Bund verweigert den Verkauf des Fürsteneck-Grundstücks an die Stadt, bittet um Auskunft, was die Stadt mit dem Grundstück beabsichtigt (28.02.1952), Brief R. Schneider an FL: Hofft auf Wiederstand gegen die Absichten der Stadt, bezweifelt die Rechtlichkeit des Stv.beschlusses, empfiehlt Unterstützung der Bezirksvereine (02.03.1952), Brief Böhm an FL: Über Fürsteneck-Grundstück noch keine Entscheidung, Nassauische Heimstätte vermutlich Bauträger des ersten Abschnitts, frühere Grundstückseigentümer sind nicht in der Lage, Wiederaufbau selbst zu vollziehen (04.03.1952), Brief FL an W. Braun: Dank für Spende, bedauert politische Gleichgültigkeit der Bürger, schlechte Aussichten der CDU und FDP bei Neuwahl im Mai, "Bei dieser Gelegenheit wird auch die SRP unter Führung von OB DR. Krebs erneut auf dem Plan erscheinen und die bürgerliche Phalanx noch unsicherer machen" (04.03.1952), als Anlage Artikel Böhm im Sachsenhäuser Anzeiger: Enteignung (25.11.1930), Brief FL an Miersch: Für einen Neubau zur Errichtung einer höheren graphischen Schule im Großen Hirschgraben (22.02.1952), Brief FL an Miersch: Grundgedanken zur Errichtung einer Fachschule im Großen Hirschgraben (25.01.1952), Brief FL an R.Schneider: "Es geht...wirklich zu weit, auf dem historischen Boden des ältesten Teiles unserer Stadt eine Siedlung nach dem Schema dieser Gesellschaft zu errichten, in der unser Kaiserdom sich selten genug ausnehmen würde."..."zweite Zerstörung der Stadt", (04.03.1952), Brief W.Braun an FL (2 Kopien): Erschüttert über Wiederaufbau, sagt seine Unterstützung zu (05.03.1952), Brief G.Hartmann an FL: Kopie Brief seines Freundes Schleußner, dessen Gedanken (siehe 18.02.1952) er unterstützt (07.03.1952), Brief FL an Hartmann: Will weiter gegen Enteignung kämpfen, bittet H. um Beistand (07.03.1952), Brief FL an Braun: (Bezug auf 05.03.) "Heute kann ich Sie nur bitten, in Ihrem Kreise auf die ungeheure Gefahr energisch und offen hinzuweisen, die aus der fortschreitenden Verbeamtung der noch freien Wirtschaft droht" (07.03.1952), Brief FL an Böhm: Bedauert die frehlende Information der Bürger und ehemaligen Altstadtbewohner über Wiederaufbaupläne, sieht in Böhms Vorgehen die Verwirklichung seiner im obigen Zeitungsartikel von 1930 vorgetragenen Ideen, hofft auf eine künstlerisch hervorragende Baulösung der Nassauischen Heimstätte (07.03.1952), Brief R.Schneider an FL: Grund und Boden wurden der Nassauischen Heimstätte in Erbpacht gegeben (10.03.1952), Brief FL an Schleußner: Absolutes Römerregime mit Unterstützung des Bürgertums, wie bei Hitler: "Mit dieser Erkenntnis dürfte auch das Schicksal des Römerbergs besiegelt sein. Unserem Bund bleibt nur die Pflege der Erinnerung an das Dahingegangene" (11.03.1952), Brief FL an G.Hartmann: Kopie des Schreibens an Schleußner, demokratisches Frankfurt verloren (11.03.1952), Brief K.Schaeffer an FL: Teilt den bevorstehenden Abbruch des Nürnberger Hofs an der Schurgasse mit, fordert FL zum Weiterkämpfen auf, empfiehlt, dabei die Unterstützung des amerikanischen Hochkommissars zu suchen (12.03.1953), Brief Hartmann an FL: Ist erschüttert über FLs Verbitterung, bittet ihn dringend zu einem Gespräch, zu dem auch Lehmann als Jurist (vormals Stadtkämmerer) kommen würde (14.03.1952), Brief FL an Hartmann: Begründet seine Verbitterung und Resignation, verärgert über Desinteresse der Bürger und Behörden, fühlt sich im Stich gelassen: "Was bleibt uns ? In immer neuen guten Büchern das aufzubewahren, was wir noch erlebten !" Hat Auftrag für `Thurn und Taxis` vom Postministerium erhalten, weitere Buchpläne: "Das Antlitz der Stadt", Goethes Jugend in Frankfurt, "drei Werke über den Dombaumeister Madern Gertener, über die Wandgemälde Jörg Ratgebs im Karmeliterkloster und über den Architekten Salins de Montfort vor der Vollendung", bedauert Reifenbergs lokalpolitische Passivität (15.03.1952), Brief FL an Reifenberg: Dankbar für dessen Aufsatz in der `Gegenwart`, aber zu spät ! Verlust der bürgerlichen Demokratie, Wiederaufbau Hanaus ebenso schlechtes Beispiel, mahnt freundlich versprochene Rezension über sein Hanau-Buch an (16.03.1952), Brief FL an Schaeffer: Über Abbruch Nürnberger Hof schon entschieden, Abbruch droht auch Dominikanerkirche (16.03.1952), Brief R.Schneider an FL: Bittet um eine grundsätzliche Stellungnahme zum Wiederaufbau für Stadtverordnetenversammlung und kommende Kommunalwahl, bestätigt Abbruch Dominikanerkirche (16.03.1952), Brief FL an Grosser (FDP): Entwurf des Architekten Massing für Wiederaufbau Fischerviertel armselig, bittet um Vertagung des von der SPD geplanten Beschlusses (18.03.1952), Brief FL an Wilhelmi (CDU): Gleicher Inhalt, CDU soll ihre vielen Wähler in der Altstadt nicht enttäuschen (18.03.1952), Brief Schaeffer an FL: Landeskonservator Zimmermann nicht mehr für Frankfurt zuständig, rät ihm, eine Pressekampagne gegen Abrisse wie z.B. Nürnberger Hof zu starten (20.03.1952), Brief FL an OB Kolb: Bedauert, dass Kolb den Vortrag über Wiederaufbau Freudenstadts verpasst hat, erinnert an das Los der ausgebombten Altstädter (22.03.1952), Brief FL an Schaeffer: Heutige Stadtverwaltung: Denkträgheit, böser Wille und Roheit, bedauert fehlende Aktivität der Bürger, bewiesen "durch den mangelnden Besuch unserer Vorträge" (22.03.1952), Brief FL an Elisabeth Borzner: Bittet sie nicht auf den Enteignungsankauf ihres Altstadtgrundstücks einzugehen und sich vorher mit ihm als Mitbetroffenem (Fürsteneck) zu beraten (22.03.1952), Baurat Seibel (Hanau) an FL: Hält alle bisher bekannten Aufbaupläne für unzulänglich, will seinerseits Vorschlag vorlegen. Anlage: Exposè und Briefentwurf von Prof. Schad - darin: Wort des OB von Synthese von alt und neu nicht realisiert, Wiederaufbau in Händen unfähiger Architekten, Flachdach statt gestalteter Dachlandschaft, schlägt Schreiben an OB vor: Jeder Entwurf soll den Bürgern vorgelegt und erklärt werden (Presse), Baudirektor Böhm als Koordinator nicht tragbar (26.03.1952), Brief Borzner an FL: Folgt gerne dem Vorschlag FLs, Gesprächstermin (24.03.1952), Brief Hummerich an FL: Reifenberg verreist, Antwort später (25.03.1952), Brief FL an Schad: Lehnt Gespräch mit Miersch und Hartmann auch aus Termingründen ab, hat Einspruch gegen Grundstücksenteignung erhoben, rät zu weiteren Briefen an OB, soll auch Freunde dazu auffordern (27.03.1952), Brief FL an Stadt Frankfurt: Einspruch (27.03.1952), Brief Schaeffer an FL: Will neuen Wettbewerb, setzt als Preis kostbares silbernes Schreibzeug aus, sucht Resonanz der Öffentlichkeit, will Ausschreibung mit FL in Homburg besprechen, Anlage: Schreiben an OB (26.03.1952)
Deskriptoren
Deskriptoren
Personen: Lübbecke, Fried; Schneider, R.; Heuß, Theodor: Bundespräsident; Schmidt, H.; Feudtner, W.; Schad: Professor; Hindemith; Schleußner, C.A.; Rath, vom; Kolb, Walter: Oberbürgermeister; Krebs; Rath, Hanna vom, Schnitzler, Lilli von; Woelk; Kellner: Architekt; Kellner; Schmidt-Scharff; Schleußner, C.A.; Hartmann, G.; Berndt, Otto; Kirn; Böhm: Baurat/Baudirektor; Miersch; Braun, W.; Hitler, Adolf; Schaeffer, K.; Lehmann: Jurist; Ratgeb, Jörg: Maler; Gertener, Madern: Dombaumeister; Montfort, Salins de: Architekt; Reifenberg; Grosser, G.; Massing: Architekt; Zimmermann: Landeskonservator; Goethe; Kolb, Walter: Oberbürgermeister; Borzner, Elisabeth; Seibel: Baurat; Schad; Hummerich
Körperschaften: Freier Deutscher Kreis; Bauverwaltung Frankfurt; IHK; Baubehörde Frankfurt; Frankfurter Neue Presse; DER SPIEGEL; Arbeitsgemeinschaft der Bezirksvereine; Nassauische Heimstätte; Hartmann und Braun; CDU; FDP; SRP; Sachsenhäuser Anzeiger; amerikanischer Hochkommissar; Postministerium; Thurn und Taxis; Zeitschrift Gegenwart; Stadt Frankfurt; Graphische Fachschule
Orte: Freudenstadt; Hanau; Homburg
Repräsentationen
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Information | Aktion |
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