62
Vollständige Signatur
ISG FFM, S1-24, 62
Sachakte
Identifikation
Titel
Titel
Tagebuch von Samuel Gottlieb Finger mit detaillierten Aufzeichnungen zum Tagesablauf sowie zu lokalhistorischen Ereignissen
Laufzeit
Laufzeit
01.08.1823 - 30.09.1823
Vermerke
Enthält
Enthält
Tagebuch 72
2.8.: "Ich stand heute erst um halb 6 Uhr auf, badete von 6 - halb 7 Uhr ... geschrieben u. gelesen bis 8 Uhr. Dann mit Fr. Jacobi, Eva Jacobi, H. Chelius u. m. August über den Dachberg u. Schneidhain nach Königstein. Hier traf unvermuthet Br. Justus an. Nach einigem Verweilen und nach genossenem Frühstück mit demselben bis jenseits der Öhlmühle spazieren, von da an den sogenannten Wasserfall u. das Jungfrauenhaus. Wir kamen um 1 Uhr bei Collosäua zurück, speisten daselbst zu Mittag u. nach Tisch giengen H. Chelius, m. August u. ich auf den Falckenstein. Abends gegen 6 Uhr giengen wir zusammen auf der Chaussee nach Soden zur., wo wir nach 7 Uhr recht vergnügt u. heiter ankamen. Abendessen von 9 bis 10 Uhr. Da ich doch etwas ermüdet war, legte ich mich bald zu Bette."
3.8.: "Ich stand auch heute erst um halb 6 Uhr auf, badete nicht, beschäftigte mich mit schreiben und Ordnen bis nach 9 Uhr. Dann gieng m. m. August auf die Chaussee unserer heute zu erwartenden Gesellschaft entgegen, die wir nach einigem Verweilen auf den Wiesen vor der letzten Höhe v. Höchst herab ankommen sahen und ihnen dann vollends entgegengiengen, und mit ihnen bis halb 11 Uhr in Soden ankamen. Es waren dies: Br. Georg, H. Fleck, Cand. Wohleb, m. Treutgen u. Daniel, Fritz u. Helena Claus, August Dietze, Alfred Schadler, m. Fritz u. Kätgen Fresenius, u. Gerhard Schiele. Nach genossenem Frühstück giengen wir auf die 3 Linden u. nach einigem Verweilen an den Teichen herunter, waren bis gegen 1 Uhr zurück u. speisten an einer Tafel v. .. 50 Couverts bis 3 Uhr. Um 4 Uhr giengen Br. Georg, Herr Fleck, Gerh. Schiele, Fritz Claus u. m. Fritz zu Fuß über Kl. Schwalbach u. Hausen zur Stadt zurück. Mit den übrigen machte ich einen Spaziergang über Neuenhain, wo Kirchweihe war, u. woselbst wir uns kurzzeitig verweilten u. bis 6 Uhr zur.kamen. Gegen 7 Uhr fuhr der übrigen Theil m. Gesellschaft auf dem Stuhlwagen zur Stadt zurück, u. ich machte noch von 7 - 8 Uhr einen Spaziergang über die Wiesen. Gelesen bis gegen 9 Uhr, Abendessen bis gegen 11 Uhr u. legte mich dann zu Bette."
(29.7. - 17.8. Badeurlaub in Soden; fast täglich: Aufstehen halb 6, gebadet von 6 - halb 7, dann geruht bis 8 Uhr, spazieren, Mittagessen, spazieren, spätes Abendessen, gelesen, 11 Uhr zu Bette.)
[...]
10.8.: "Ich stand um halb 6 Uhr auf, badete nicht, da ich Besuch erwartend war, ließ mein Zimmer ordnen u. beschäftigte mich bis gegen 9 Uhr. Um diese Zeit kamen Fritz, Daniel u. Gerh. Schiele zum Besuch bei mir hier an. Da es meist am Vormittag regnete, daher kein Spaziergang unternommen werden konnte, so gieng ich gegen halb 11 Uhr m. m. Kindern in die Kirche die erst um diese Zeit anfing u. bis halb 12 Uhr war der Gottesdienst geendigt. In dieser Zeit waren noch zum Besuch angekommen Br. Remig mit einigen s. Kinder gehend, dessen Gattin mit einigen andern Kindern fahrend, u. Br. Daniel mit s. Bernhard ebenfalls fahrend. Wir waren sodann in geselliger Unterhaltung bis zur Mittagzeit. Mittagessen von 1 bis 3 Uhr, der Tisch bestand aus 36 Couverts. Nach dem Mittagessen zerstreuten sich die jungen Leute u. giengen spazieren. Wir blieben zusammen in Unterhaltung. Gegen 5 Uhr gieng Br. Remig mit einigen seiner Kinder wieder zurück. Bald darauf fuhr auch Schw. Mieze mit ihren Kindern, u. Br. Daniel mit Bernhard, einige Kinder v. Br. Remig und unser Daniel zur Stadt zurück. In dieser Zeit kamen Wilhelm, Fritz, Claus, August Dietze u. H. Nesselroth (?) von einer über Eppstein u. Königstein gemachten Fußtour hier an, die wir mit Erfrischungen versorgten, u. die bei uns ausruheten. Nachdem diese sich ausgeruhet, so ließ ich sie nebst m. Fritz u. Eduard Eißen auf dem Stuhlwagen zur Stadt zurückfahren. Hierauf kam ich in Gesellschaft v. H. Gontard Wichelhausen u. dessen Familie, wobei auch H. Pf. Karbach von Mannheim. Wir unterhielten uns im Garten bis 8 Uhr, wo diese zur.fuhren. Dann verblieb auf m. Zimmer bis 9 Uhr, Abendessen bis ..."
[...]
18.8. (Geschäfte und jährliche Rechnungsrevision des Senckenberg-Stiftes)
19.8. (Rückkehr nach Soden. Größerer Ausflug mit August, Lenchen u. Caroline Jacobi)
[...]
25.8.: "Ich beschäftigte mich ab 6 Uhr Morgends bis gegen 11 Uhr im Garten mit meinen Arbeiten, u. gieng dann zur Stadt u. arbeitete meist auf m. Zimmer, hatte Nachmittag Conferenz Besuch v. H. Bansa. Abends besuchte ich Schw. Sabine, woselbst ich auch Schw. Bernhard Eißen fand. Dann Besuch bei Schw. Rebecca u. Br. Daniel, hernach bei Geschw. Dr. Fresenius, von wo ich um halb 8 Uhr in den Garten kam, mich bis zum Abendessen mit Lesen von Zeitungen beschäftigte. ..."
27.8.: "Ich kam nach 7 Uhr zur Stadt u. arbeitete meist auf m. Zimmer, hatte Vormittags Besuch v. Br. Justus, NMittag v. Fr. DeNeufville-Mannskopf. NMittag von 3 1/2 - 4 1/2 Uhr badete m. m. Daniel im Main. Abends gegen 6 Uhr fuhr m. H. Pf. Spieß ... auf das Forsthaus zum Abendessen des Mittwoch Kränzgens, von wo wir gegen 10 Uhr vergnügt zur.kamen, gegen 11 Uhr legte mich zu Bette." (auch an den nächsten Tagen Baden im Main)
30.8.: "Auch heute Nacht hatte ich in der Stadt gesschlafen u. arbeitete meist auf m. Zimmer. Abends von halb 4 bis halb 5 Uhr badete im Main mit Daniel u. Theodor, arbeitete dann ferner auf m. Zimmer bis nach 6 Uhr, besuchte dann Br. Dr. Fresenius u. kam von da bis halb 8 Uhr in unsern Garten. Nachdem ich hier nach 4tägiger Abwesenheit m. l. Gattin u. Kinder begrüßt hatte, ruhete ich bis zum Abendessen 1/2 Std. auf m. Sopha. Nach demselben noch bis halb 11 Uhr gesessen u. gieng dann zu Bette."
[...]
10.9.: "Ich kam vor 7 Uhr zur Stadt, arbeitete meist auf m. Zimmer. Abends nach 5 Uhr fuhr sodann m. Reinherz u. Pf. Rehbol (?) zur Versammlung des MittwochKränzgens auf das Forsthaus u. zwar über die Schweinstiege durch den Wald. Wir fanden uns zu 9 Personen zusammen (ich war Hospes), verblieben vergnügt bis halb 10 Uhr u. fuhren dann zur., ich kam nach 10 Uhr zu Hause an u. legte mich, da ich seit abgewichener Nacht eine geschwollene Wange hatte, bald hernach zu Bette."
12.9.: "Wegen meiner geschwollenen Wange blieb ich im Garten in meinem Bette schwizzend bis halb 9 Uhr darinnen u. kam um 9 Uhr zur Stadt, arbeitete meist auf m. Zimmer, hatte ConferenzBesuche v. H. Jost u. H. ... Lucius. Abends von halb 8 bis halb 9 Uhr ruhete auf M. Sopha, u. gieng dann zu Geschw. Hermanns zum Abendessen, kam von daher bis 11 Uhr zu Hause zur., legte mich dann bald zu Bette u. schlief in der Stadt."
14.9.: "Ich stand um 6 Uhr auf, beschäftigte mich verschiedentl. u. gieng gegen 8 Uhr m. m. Kindern Fritz, Treutgen, August, Daniel, Rösgen u. Theodor, sodann Helene Claus, Jette Reinhardt m. ... u. Jette Krauß ... auf der Chaussee auf die Bergen Anhöhe. Die Aussicht war aber wegen den Dünsten sehr beschränkt u. ohnbefriedigend, v. hier giengen wir nach Bergen verweilten hier, indem wir hier einiges genossen 1/2 Stunde u. nahmen dann den Rückweg über Seckbach u. Bornheim in unsern Garten, wo wir von dem gegen Mittag eingefallenen Gewitterregen zieml. mitgenommen gegen halb 1 Uhr ankamen. Die 3 mitgenommenen Freundinnen v. Treutgen aßen mit uns zu Mittag. NMittag beschäftigte mich mit Lesen, hatten dann Besuch v. Nichte Keller aus Offenbach mit ihrer Tochter Lisette u. ihrem jüngst gebohrenen Kinde meinem Pathen, ferner v. H. Leop. Stein, H. Fey. Am Abend ferner Zeitungen gelesen, u. nach dem Abendessen welchem so wie Mittagessen die l. Mutter beiwohnte, ferner gelesen bis 1/2 12 Uhr u. dann zu Bette."
17.9.: "Ich arbeitete abwechselnd auf m. Zimmer u. auf dem Comptoir, bis Abends nach 5 Uhr u. fuhr dann mit Reinherz u. Pf. Rehbach durch den Wald auf das Forsthaus zum MittwochsKränzgen, woselbst wir uns vergnügt bis gegen 10 Uhr unterhielten u. um halb 11 Uhr glückl. zu Hause zur.kamen, um 11 Uhr legte mich zu Bette.
Wegen der morgen beginnenden Exequien für den verstorbenen Pabst Pius VII. wurde heute abend v. 6 - 7 Uhr mit den Glocken aller cathol. Kirchen geläutet."
[...]
Die l. Mutter, Fritz, August aßen Mittags u. Abends mit uns im Garten, Geschw. Hermanns Mittags. NMittag kamen zu Besuch Vetter u. Nichte Huth u. Kinder, Geschw. Dr. Fesenius u. Kinder, Kätgen u. Sannchen Fresenius, u. mehrere Gespielen unsrer Kinder."
29.9.: "Ich beschäftigte mich Vormittags mit Erledigung einiger mir obliegender Arbeiten im Garten u. kam erst um 11 Uhr zur Stadt, arbeitete auf m. Zimmer, machte gegen 12 Uhr ConferenzBesuch bei H. Senior Mayer, hatte NMittag Conferenz Besuche v. H.C.H. Hofmann u. v. H. Burnitz, machte später gegen 5 Uhr Conferenz Besuche b. H. Mezler u. Senior Mayer, sonsten auf m. Zimmer gearbeitet. Abends gegen 7 Uhr bis 9 Uhr ruhete wegen Ermüdung auf m. Sopha, aß u. schlief in der Stadt. Nach dem Abendessen noch gelesen bis 11 Uhr u. legte mich dann zu Bette."
(Ausgabenliste August/September 1823)
2.8.: "Ich stand heute erst um halb 6 Uhr auf, badete von 6 - halb 7 Uhr ... geschrieben u. gelesen bis 8 Uhr. Dann mit Fr. Jacobi, Eva Jacobi, H. Chelius u. m. August über den Dachberg u. Schneidhain nach Königstein. Hier traf unvermuthet Br. Justus an. Nach einigem Verweilen und nach genossenem Frühstück mit demselben bis jenseits der Öhlmühle spazieren, von da an den sogenannten Wasserfall u. das Jungfrauenhaus. Wir kamen um 1 Uhr bei Collosäua zurück, speisten daselbst zu Mittag u. nach Tisch giengen H. Chelius, m. August u. ich auf den Falckenstein. Abends gegen 6 Uhr giengen wir zusammen auf der Chaussee nach Soden zur., wo wir nach 7 Uhr recht vergnügt u. heiter ankamen. Abendessen von 9 bis 10 Uhr. Da ich doch etwas ermüdet war, legte ich mich bald zu Bette."
3.8.: "Ich stand auch heute erst um halb 6 Uhr auf, badete nicht, beschäftigte mich mit schreiben und Ordnen bis nach 9 Uhr. Dann gieng m. m. August auf die Chaussee unserer heute zu erwartenden Gesellschaft entgegen, die wir nach einigem Verweilen auf den Wiesen vor der letzten Höhe v. Höchst herab ankommen sahen und ihnen dann vollends entgegengiengen, und mit ihnen bis halb 11 Uhr in Soden ankamen. Es waren dies: Br. Georg, H. Fleck, Cand. Wohleb, m. Treutgen u. Daniel, Fritz u. Helena Claus, August Dietze, Alfred Schadler, m. Fritz u. Kätgen Fresenius, u. Gerhard Schiele. Nach genossenem Frühstück giengen wir auf die 3 Linden u. nach einigem Verweilen an den Teichen herunter, waren bis gegen 1 Uhr zurück u. speisten an einer Tafel v. .. 50 Couverts bis 3 Uhr. Um 4 Uhr giengen Br. Georg, Herr Fleck, Gerh. Schiele, Fritz Claus u. m. Fritz zu Fuß über Kl. Schwalbach u. Hausen zur Stadt zurück. Mit den übrigen machte ich einen Spaziergang über Neuenhain, wo Kirchweihe war, u. woselbst wir uns kurzzeitig verweilten u. bis 6 Uhr zur.kamen. Gegen 7 Uhr fuhr der übrigen Theil m. Gesellschaft auf dem Stuhlwagen zur Stadt zurück, u. ich machte noch von 7 - 8 Uhr einen Spaziergang über die Wiesen. Gelesen bis gegen 9 Uhr, Abendessen bis gegen 11 Uhr u. legte mich dann zu Bette."
(29.7. - 17.8. Badeurlaub in Soden; fast täglich: Aufstehen halb 6, gebadet von 6 - halb 7, dann geruht bis 8 Uhr, spazieren, Mittagessen, spazieren, spätes Abendessen, gelesen, 11 Uhr zu Bette.)
[...]
10.8.: "Ich stand um halb 6 Uhr auf, badete nicht, da ich Besuch erwartend war, ließ mein Zimmer ordnen u. beschäftigte mich bis gegen 9 Uhr. Um diese Zeit kamen Fritz, Daniel u. Gerh. Schiele zum Besuch bei mir hier an. Da es meist am Vormittag regnete, daher kein Spaziergang unternommen werden konnte, so gieng ich gegen halb 11 Uhr m. m. Kindern in die Kirche die erst um diese Zeit anfing u. bis halb 12 Uhr war der Gottesdienst geendigt. In dieser Zeit waren noch zum Besuch angekommen Br. Remig mit einigen s. Kinder gehend, dessen Gattin mit einigen andern Kindern fahrend, u. Br. Daniel mit s. Bernhard ebenfalls fahrend. Wir waren sodann in geselliger Unterhaltung bis zur Mittagzeit. Mittagessen von 1 bis 3 Uhr, der Tisch bestand aus 36 Couverts. Nach dem Mittagessen zerstreuten sich die jungen Leute u. giengen spazieren. Wir blieben zusammen in Unterhaltung. Gegen 5 Uhr gieng Br. Remig mit einigen seiner Kinder wieder zurück. Bald darauf fuhr auch Schw. Mieze mit ihren Kindern, u. Br. Daniel mit Bernhard, einige Kinder v. Br. Remig und unser Daniel zur Stadt zurück. In dieser Zeit kamen Wilhelm, Fritz, Claus, August Dietze u. H. Nesselroth (?) von einer über Eppstein u. Königstein gemachten Fußtour hier an, die wir mit Erfrischungen versorgten, u. die bei uns ausruheten. Nachdem diese sich ausgeruhet, so ließ ich sie nebst m. Fritz u. Eduard Eißen auf dem Stuhlwagen zur Stadt zurückfahren. Hierauf kam ich in Gesellschaft v. H. Gontard Wichelhausen u. dessen Familie, wobei auch H. Pf. Karbach von Mannheim. Wir unterhielten uns im Garten bis 8 Uhr, wo diese zur.fuhren. Dann verblieb auf m. Zimmer bis 9 Uhr, Abendessen bis ..."
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18.8. (Geschäfte und jährliche Rechnungsrevision des Senckenberg-Stiftes)
19.8. (Rückkehr nach Soden. Größerer Ausflug mit August, Lenchen u. Caroline Jacobi)
[...]
25.8.: "Ich beschäftigte mich ab 6 Uhr Morgends bis gegen 11 Uhr im Garten mit meinen Arbeiten, u. gieng dann zur Stadt u. arbeitete meist auf m. Zimmer, hatte Nachmittag Conferenz Besuch v. H. Bansa. Abends besuchte ich Schw. Sabine, woselbst ich auch Schw. Bernhard Eißen fand. Dann Besuch bei Schw. Rebecca u. Br. Daniel, hernach bei Geschw. Dr. Fresenius, von wo ich um halb 8 Uhr in den Garten kam, mich bis zum Abendessen mit Lesen von Zeitungen beschäftigte. ..."
27.8.: "Ich kam nach 7 Uhr zur Stadt u. arbeitete meist auf m. Zimmer, hatte Vormittags Besuch v. Br. Justus, NMittag v. Fr. DeNeufville-Mannskopf. NMittag von 3 1/2 - 4 1/2 Uhr badete m. m. Daniel im Main. Abends gegen 6 Uhr fuhr m. H. Pf. Spieß ... auf das Forsthaus zum Abendessen des Mittwoch Kränzgens, von wo wir gegen 10 Uhr vergnügt zur.kamen, gegen 11 Uhr legte mich zu Bette." (auch an den nächsten Tagen Baden im Main)
30.8.: "Auch heute Nacht hatte ich in der Stadt gesschlafen u. arbeitete meist auf m. Zimmer. Abends von halb 4 bis halb 5 Uhr badete im Main mit Daniel u. Theodor, arbeitete dann ferner auf m. Zimmer bis nach 6 Uhr, besuchte dann Br. Dr. Fresenius u. kam von da bis halb 8 Uhr in unsern Garten. Nachdem ich hier nach 4tägiger Abwesenheit m. l. Gattin u. Kinder begrüßt hatte, ruhete ich bis zum Abendessen 1/2 Std. auf m. Sopha. Nach demselben noch bis halb 11 Uhr gesessen u. gieng dann zu Bette."
[...]
10.9.: "Ich kam vor 7 Uhr zur Stadt, arbeitete meist auf m. Zimmer. Abends nach 5 Uhr fuhr sodann m. Reinherz u. Pf. Rehbol (?) zur Versammlung des MittwochKränzgens auf das Forsthaus u. zwar über die Schweinstiege durch den Wald. Wir fanden uns zu 9 Personen zusammen (ich war Hospes), verblieben vergnügt bis halb 10 Uhr u. fuhren dann zur., ich kam nach 10 Uhr zu Hause an u. legte mich, da ich seit abgewichener Nacht eine geschwollene Wange hatte, bald hernach zu Bette."
12.9.: "Wegen meiner geschwollenen Wange blieb ich im Garten in meinem Bette schwizzend bis halb 9 Uhr darinnen u. kam um 9 Uhr zur Stadt, arbeitete meist auf m. Zimmer, hatte ConferenzBesuche v. H. Jost u. H. ... Lucius. Abends von halb 8 bis halb 9 Uhr ruhete auf M. Sopha, u. gieng dann zu Geschw. Hermanns zum Abendessen, kam von daher bis 11 Uhr zu Hause zur., legte mich dann bald zu Bette u. schlief in der Stadt."
14.9.: "Ich stand um 6 Uhr auf, beschäftigte mich verschiedentl. u. gieng gegen 8 Uhr m. m. Kindern Fritz, Treutgen, August, Daniel, Rösgen u. Theodor, sodann Helene Claus, Jette Reinhardt m. ... u. Jette Krauß ... auf der Chaussee auf die Bergen Anhöhe. Die Aussicht war aber wegen den Dünsten sehr beschränkt u. ohnbefriedigend, v. hier giengen wir nach Bergen verweilten hier, indem wir hier einiges genossen 1/2 Stunde u. nahmen dann den Rückweg über Seckbach u. Bornheim in unsern Garten, wo wir von dem gegen Mittag eingefallenen Gewitterregen zieml. mitgenommen gegen halb 1 Uhr ankamen. Die 3 mitgenommenen Freundinnen v. Treutgen aßen mit uns zu Mittag. NMittag beschäftigte mich mit Lesen, hatten dann Besuch v. Nichte Keller aus Offenbach mit ihrer Tochter Lisette u. ihrem jüngst gebohrenen Kinde meinem Pathen, ferner v. H. Leop. Stein, H. Fey. Am Abend ferner Zeitungen gelesen, u. nach dem Abendessen welchem so wie Mittagessen die l. Mutter beiwohnte, ferner gelesen bis 1/2 12 Uhr u. dann zu Bette."
17.9.: "Ich arbeitete abwechselnd auf m. Zimmer u. auf dem Comptoir, bis Abends nach 5 Uhr u. fuhr dann mit Reinherz u. Pf. Rehbach durch den Wald auf das Forsthaus zum MittwochsKränzgen, woselbst wir uns vergnügt bis gegen 10 Uhr unterhielten u. um halb 11 Uhr glückl. zu Hause zur.kamen, um 11 Uhr legte mich zu Bette.
Wegen der morgen beginnenden Exequien für den verstorbenen Pabst Pius VII. wurde heute abend v. 6 - 7 Uhr mit den Glocken aller cathol. Kirchen geläutet."
[...]
Die l. Mutter, Fritz, August aßen Mittags u. Abends mit uns im Garten, Geschw. Hermanns Mittags. NMittag kamen zu Besuch Vetter u. Nichte Huth u. Kinder, Geschw. Dr. Fesenius u. Kinder, Kätgen u. Sannchen Fresenius, u. mehrere Gespielen unsrer Kinder."
29.9.: "Ich beschäftigte mich Vormittags mit Erledigung einiger mir obliegender Arbeiten im Garten u. kam erst um 11 Uhr zur Stadt, arbeitete auf m. Zimmer, machte gegen 12 Uhr ConferenzBesuch bei H. Senior Mayer, hatte NMittag Conferenz Besuche v. H.C.H. Hofmann u. v. H. Burnitz, machte später gegen 5 Uhr Conferenz Besuche b. H. Mezler u. Senior Mayer, sonsten auf m. Zimmer gearbeitet. Abends gegen 7 Uhr bis 9 Uhr ruhete wegen Ermüdung auf m. Sopha, aß u. schlief in der Stadt. Nach dem Abendessen noch gelesen bis 11 Uhr u. legte mich dann zu Bette."
(Ausgabenliste August/September 1823)
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Depositum. Die Einsichtnahme ist gestattet. Vor einer Veröffentlichung ist die Genehmigung der Familie einzuholen. Siehe auch Aufsatz von Lorenz Friedrich Finger, Vaterstädtisches und Vaterländisches. Auszüge aus S. G. Finger's Tagebüchern von 1795 bis 1818, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, hrsg. vom Verein für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 6, Ffm. 1877, S. 161-367.
Repräsentationen
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