AdJb Fonds F 1 Series 542

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Identification (short)

Title 

Probe des Theaterstücks „Volksdeutscher Abend“ der Ortsgruppe Nordost des Vereins für das Deutschtum im Ausland (VDA) (in Berlin)

Life span 

16. November 1932

Notes

Includes 

35 Fotografien

Facts of the case

Facts of the case 

1881 entstand der nationalistische „Allgemeine Deutsche Schulverein“ als ein zentraler Dachverband der deutschen Ableger des in Wien gebildeten „Deutschen Schulvereins“ mit dem Ziel der materiellen und ideellen Förderung von Auslandsdeutschen. 1908 benannte sich der völkisch orientierte Bund in Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA) um, blieb aber weiterhin im Schatten der österreichischen Mutterorganisation. Mit Unterstützung von staatlicher Seite (darunter das preußische Kultusministerium und das Auswärtige Amt) wendete sich das Blatt nach dem Ersten Weltkrieg. Aus Solidarität mit den ehemals deutschen Gebieten im Osten traten nun immer mehr Menschen dem Verein ein, so dass die Mitgliederzahlen von rund 360.000 im Jahre 1923 auf mehr als zwei Millionen 1930 stiegen. In der Jugendarbeit orientierte sich der konservative Verein an der Arbeiterjugendbewegung und richtete eigene Heime ein, veranstaltete politische Kundgebungen und gemeinsame Abende mit Tanz, Theaterspiel und Musik, blieb aber aufgrund der akademischen Herkunft der Mitglieder dem bürgerlichen Milieu verhaftet.

Am Mittwoch, den 16. November 1932, erstellte Julius Groß Fotografien während der Probe eines eigenen Theaterstückes der Jugendgruppe des VDA Nordost mit dem Titel „Volksdeutscher Abend“. Dieses war als Solidaritätsbekundung mit den verlorenen oder von Deutschland durch den sogenannten "polnischen Korridor" getrennten Gebieten gedacht und sollte die Widerstandshaltung Deutschlands gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages symbolisieren. Die Bilder von Groß zeigen letzte Vorbereitungen der Kostüme, den ersten Teil der Aufführung, das Umschminken und anschließend den zweiten Teil des Laienspiels („Postamt Lötzen“). Zum Abschluss stellten sich die Laienschauspieler mit Fahnen verschiedener Orte (z.B. Dirschau, Memel, Thorn, Graudenz, Kulm, Danzig) zur Ostmarken-Kundgebung auf, in der sie mit einem Lied („Danzig bleibt deutsch“) ihrem Protest Ausdruck gaben.

Information / Notes

Additional information 

Originaltitel: [VDA Nordost Volksdeutscher Abend, Probe]

Quellen u. Literatur: Volksbund für das Deutschtum im Ausland: Verpflichtendes Erbe. Volkstum im Ringen um seinen Bestand und seine Anerkennung, Kiel 1954; Gerhard Weidenfeller: VDA – Verein für das Deutschtum im Ausland. Allgemeiner Deutscher Schulverein (1881–1918). Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Nationalismus und Imperialismus im Kaiserreich, Bern/Frankfurt am Main 1976; http://www.vda-kultur.de/de/ueber_uns/ueber-uns.php (zuletzt abgerufen am 28.4.2015).