HStAD Bestand G 27 Darmstadt

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Staatsanwaltschaft beim Landgericht Darmstadt

Laufzeit

1886-1945

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Auszüge aus Verfahrensakten des Sondergerichtes Darmstadt auch in G 24

in etlichen Gefangenenpersonalakten auch Sondergerichtsurteile enthalten (siehe Bestände G 30)

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Ein Großteil der älteren Akten ist 1944 dem Krieg zum Opfer gefallen (die Akten der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Gießen sind größtenteils 1944 bei der Behörde selbst verloren gegangen; Restbestand siehe G 27 Gießen). Die übrig gebliebenen, in der Abteilung G 27 Darmstadt vereinten Sondergerichtsakten und Akten über Strafverfahren vor dem 8. Mai 1945 gelangten 1975 über die Staatsanwaltschaft Darmstadt in das Staatsarchiv.

Geschichte des Bestandsbildners

In Ausführung der Reichsjustizgesetze von 1879 wurden bei den neu gebildeten Landgerichten Staatsanwaltschaften eingeführt. Seit 1898 hatten die 'ersten Beamten, die das Amt der Staatsanwaltschaft bei den Landgerichten ausüben', den Amtstitel Oberstaatsanwalt zu führen. Die Staatsanwaltschaften bei den Landgerichten vertraten die Anklage in Strafsachen nicht nur vor diesen, sondern auch vor den Schöffengerichten bei den Amtsgerichten und vor dem Einzelrichter, soweit sie nicht Amtsanwaltschaften überlassen war. Außerdem hatten sie Mitwirkungsrechte in Ehe-, Kindschafts- und Entmündigungssachen. Durch die Verordnung über die Bildung von Sondergerichten vom 21. März 1933 wurde für die Aburteilung von Straftaten nach der Staatsschutzverordnung vom 28. Februar 1933 und der 'Heimtückeverordnung', soweit nicht Reichsgericht oder Oberlandesgericht zuständig waren, in jedem OLG-Bezirk ein Sondergericht errichtet. Für den Bezirk des Oberlandesgerichts Darmstadt richtete man das Sondergericht bei dem Landgericht Darmstadt ein. Anklagebehörde war die Staatsanwaltschaft. Nach mehrfacher Erweiterung der Zuständigkeit konnten die Sondergerichte staatsanwaltliche Anklagen zu allen Delikten nach dem 'politischen' und 'unpolitischen' ('Volksschädlings'-, Kriegswirtschaftsverordnung, 'Heimtückegesetz') Sonderstrafrecht entgegennehmen und darüber befinden.

Enthält

Staatsanwaltschaft beim Landgericht Darmstadt:
Akten aus mehr als 2.100 Verfahren vor den Strafkammern (1886-1944) wegen Vergehen gegen die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933, Landfriedensbruchs, Verbrechen gegen die Nürnberger Rassegesetze, Reichsfluchtsteuerhinterziehung, homosexueller Beziehungen, Sittlichkeitsdelikten.
Sondergericht Darmstadt:
Akten aus rund 1.800 Verfahren (Ermittlungs- und Hauptverfahren in der Zeit von 1933-1945) aus der gesamten Zuständigkeit (Verbreitung verbotener Druckschriften, Zugehörigkeit zu verbotenen Organisationen, 'staatsfeindliche Äußerungen', Abhören von 'Feindsendern', verbotener Umgang mit Kriegsgefangenen, Kriegswirtschaftsvergehen, Vergehen gegen das 'Heimtückegesetz' sowie gegen die 'Volksschädlingsverordnung').

Literatur

Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehemaligen Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen der kommunalen Gebietsreform, bearb. von Hans Georg Ruppel unter Mitwirkung von Karin Müller, Darmstadt 1976 ( Darmstädter Archivschriften 2)

Eckhart G. Franz, Die Gerichtsorganisation in Hessen 1815 bis 1975, in: Eckhart G. Franz, Hanns Hubert Hofmann, Meinhard Schaab, Gerichtsorganisation in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen im 19. und 20. Jahrhundert,

Findmittel

Online-Datenbank (HADIS) - noch unvollständig -

Für die Verfahren vor dem Landgericht Darmstadt: maschinenschriftliches Findbuch (Ordnung nach dem Geschäftszeichen), mit Personenindex, 1971 bearb. von Klaus Weygandt

Für die Verfahren vor dem Sondergericht Darmstadt: Maschinenschriftliche Findkartei (Ordnung nach den Beklagten), angelegt von Armin Hildebrandt.

Unverzeichnet: 1,5 m

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

78,5 m

Referent

Klaus-Dieter Rack

Benutzung

Vorbehaltlich der Genehmigung des Referenten