Vollständige Signatur

AdJb, A 244

Bestand


Identifikation (kurz)


Titel Titel
Deutsches Jugendarchiv München

Bestandsdaten


Bestandsgeschichte Bestandsgeschichte
Das "Deutsche Jugendarchiv" kam im Jahr 2000 in das Archiv der deutschen Jugendbewegung. Zuvor wurde es im Institut für Zeitgeschichte München gelagert. Wie es dorthin gelangte, ist nicht überliefert. Denkbar wäre, dass das Archiv während des Umzugs des Deutschen Jugendinstituts im Jahr 1996 in die Räumlichkeiten in der Nockherstraße 2 an das Institut für Zeitgeschichte München abgegeben und von dort an das AdJb weitergegeben wurde.

Vermutlich war der Bestand ursprünglich in Ordnern abgelegt, geriet jedoch bei einer späteren Umlagerung in Archivkartons durcheinander. Dabei erhielten sie außerdem Beschriftungen von "IFZ 1/1" bis "IFZ ...". Leider lässt diese Kartonbeschriftung keinen Rückschluss auf den ursprünglichen Ordnungszustand oder sachthematischen Gliederungen des Archivs zu. Darüber hinaus lassen sich drei verschiedene zeitliche Ordnungssysteme identifizieren, die kongruent zur Herausgabe der Zeitschriften "Archiv-Berichte" (bis 1964), "Dokumentation zur Jugendforschung und Jugendarbeit" (1965–1967) und "Dokumentation Jugendforschung – Jugendhilfe – Jugendpolitik" (ab 1968) verlaufen.

Für den ältesten Teil des Archivs wurde eine fortlaufende Signatur mit einem vorangestellten "A" vergeben. Die ersten Signaturen begannen mit einer 1000er-Nummer (z. B. A 1001) und die letzten dieses Systems befinden sich im 9000er-Bereich. Die Archiv-Berichte geben einen Hinweis darauf, dass der Bestand ursprünglich eine sachthematische Gliederung besessen haben muss. Ohne die vorhandenen Findmittel lässt sich diese jedoch nicht rekonstruieren.

Für den mittleren Teil ab 1965 bestehen die Signaturen aus einer Zahl zwischen 1 und 10 sowie einer dreistelligen Ziffer (z. B. 3/036). Die erste Zahl steht dabei für eine Sachgruppe. Diese ließ sich anhand der Zeitschrift "Dokumentation zur Jugendforschung und Jugendarbeit" rekonstruieren und damit die Archivalien in folgende Gliederung einsortieren:
1. Pädagogik
2. Psychologie
3. Soziologie
4. Medizin
5. Recht
6. Philosophie, Religion
7. Jugendarbeit
8. Sozialarbeit
9. Arbeit und Beruf
10. Jugendpolitik und Bildungspolitik

Bis 1967 sammelte das Deutsche Jugendarchiv verschiedenste Arten von Schriftstücken zum Thema Jugend. Hierzu gehören Programmhefte, Broschüren, Amtsdrucksachen, Erlasse, Tagungsberichte, Zeitschriften, Sonderdrucke und Flugblätter, die alle öffentlich oder zumindest in einem kleinen Kreis veröffentlicht wurden. Unikate oder handschriftliche Unterlagen sind nicht dabei.

Im Jahr 2024 wurde der Bestand vom unten genannten Sachbearbeiter verzeichnet. Dabei wurde versucht, den zuvor erwähnten ursprünglichen Ordnungszustand zu rekonstruieren – insbesondere unter dem Aspekt, eine Nutzung durch die Archiv-Berichte zu ermöglichen. Dementsprechend sind die Unterlagen nach den Altsignaturen geordnet und den drei Ordnungssystemen nachempfunden worden.
Geschichte des Bestandsbildners Geschichte des Bestandsbildners
Mitte Juli 1949 wurde die Arbeitsstelle für Schrifttum, Presse und Archiv innerhalb der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendpflege und Jugendfürsorge gegründet. Die Arbeitsstelle wurde bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft am 5. August 1949 in Boppard beauftragt, für die einzelnen Fachkommissionen einschlägige Unterlagen und Materialien zu sammeln.

Zu diesem Zweck bezog die Arbeitsstelle gemeinsam mit der Internationalen Jugendbibliothek Räumlichkeiten in der Kaulbachstraße in München. Zusätzlich erfolgte ein Aufruf an staatliche, kommunale und private Träger der Jugendarbeit, -politik, -hilfe und -fürsorge, die neu gegründete Arbeitsstelle mit Material zu versorgen. Die Unterlagen wurden anschließend verzeichnet und exemplarisch in den alle zwei Monate erscheinenden Archiv-Berichten veröffentlicht.

Mitte 1950 wurde die Arbeitsstelle in "Deutsches Jugendarchiv München" umbenannt. Am 27. April 1961 beschloss der Bundestag die Gründung des "Deutschen Jugendinstituts" (DJI). Zu diesem Zweck sollten das Deutsche Jugendarchiv in München und das Studienbüro für Jugendfragen in Bonn zusammengeführt werden. Diese Vereinigung erfolgte schließlich im Jahr 1963.

In diesem Zusammenhang wurden die Archiv-Berichte des Deutschen Jugendarchivs eingestellt. An ihre Stelle trat die vom DJI im Jahr 1965 erstmals herausgegebene Zeitschrift "Dokumentationen zur Jugendforschung und Jugendarbeit", die einen stärkeren Fokus auf Buchbesprechungen und fachspezifische Bibliographien legte.

Im Jahr 1968 wurde die Zeitschrift in "Dokumentation Jugendforschung – Jugendhilfe – Jugendpolitik" umbenannt. Darin wurden weiterhin exemplarisch Neuerscheinungen zu den Themen Jugendhilfe und Jugendpolitik vorgestellt und ausgewertet. Bis 1995 veröffentlichte das DJI in regelmäßigen Abständen fachspezifische Bibliographien.
Findmittel Findmittel
unverzeichnet

Weitere Angaben (Bestand)


Umfang Umfang
85 Archivkartons
Referent Referent
Mario Aschoff