StadtA KS Bestand B 23

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Bankhaus Wangenheim

Laufzeit

(1808), 1938-1969

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners

Nach dreimonatigen Verhandlungen wurde das Bankhaus 'Wangenheim & Co.' am 12. Oktober 1938 gegründet. (Freiherr) Eberhard von Wangenheim übernahm das jüdische Bankhaus 'S. J. Werthauer jr. Nachf.' auf dem Kasseler Königsplatz offenbar unter Druck der Nationalsozialisten. Der gelernte Bankkaufmann von Wangenheim arbeitete zuvor als Chefprokurist eines Kölner Bankhauses von Heydt & Co. Das Wangenheimer Bankhaus verfügte über ein Kapital von 685,000 Reichsmark, von denen jeweils 300,000 Reichsmark von der Reichs-Kredit-Gesellschaft und der Firma Henschel bereitgestellt wurden. Die restlichen 85,000 musste der Privatmann an Eigenkapital investieren. Die Übernahme des Bankhauses war Teil des Arisierungsprozesses jüdischer Banken während der Zeit des Nationalsozialismus. Aufgrund der Luftangriffe im Jahr 1943 wurde das Bankgebäude von Wangenheims fast vollständig zerstört. Lediglich die Tresorräume blieben erhalten, der Betrieb wurde jedoch für die nächsten fünf Jahre inmitten der Ruinen weitergeführt. Nachdem das Gebäude 1948 wieder aufgebaut wurde, verkaufte von Wangenheim das Unternehmen 1971 an die BHF-Bank AG in Frankfurt, die es ihrerseits 1982 an die Volksbank Kassel weiterverkaufte.

Literatur

Olten, Rainer: Art. Wangenheim, Eberhard, von, in: Kassel Lexikon, hrsg. von der Stadt Kassel, Bd. 2, S. 309

Köhler, Ingo: Die ‚Arisierung' der Privatbanken im Dritten Reich. Verdrängung, Ausschaltung und die Frage der Wiedergutmachung, München 2005

Weitere Angaben (Bestand)

Referent

Dr. Alexandra Lutz

Bearbeiter

Die Eingabe der Daten erfolgte 2012 im Rahmen eines DFG-Projekts zur Retrokonversion von Findmitteln.