StadtA KS Bestand C 89

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Mangold, Hans

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Nachlass von Hans Mangold wurde im November 2011 von seiner Tochter, Dr. Verena Metze-Mangold, als Schenkung an das Stadtarchiv Kassel übergeben. In der Zeit von November 2011 bis März 2012 verzeichnete die studentische Mitarbeiterin Jennifer Ulrich den Bestand im Rahmen eines Werkvertrags. Er umfasste bei der Abgabe elf Umzugskartons. Nach Ordnung und Verzeichnung beträgt der Umfang 160 Verzeichnungseinheiten. Die Archivalien entstanden in dem Zeitraum zwischen 1915 und 2011, der zeitliche Schwerpunkt liegt hierbei in den 1960er bis 1990er Jahren. Enthalten sind u.a. umfangreiche Korrespondenzen, Manuskripte, Reden und Redeentwürfe, Notizhefte, Akten zu verschiedenen kulturellen Projekten und zu seiner Tätigkeit in der Historischen Kommission Hessens sowie weiteren Vereinen und Gesellschaften. Daneben finden sich im Nachlass auch Gedichte und Gedichtentwürfe, persönliche Briefe und Fotos von seiner Jugendzeit bis ins hohe Alter.

Geschichte des Bestandsbildners

Hans Mangold wurde am 3. September 1915 als drittes von vier Kindern in Verden geboren (s. C89 Nr.55). Von 1922-1936 besuchte er in Kassel die Schule und bestand 1936 sein Abitur auf Schloß Bieberstein. Anschließend begann er ein Jurastudium in Berlin. 1939 zum Kriegsdienst einberufen, wurde er vom Soldaten bis zum Hauptmann befördert. Nach der Flucht aus der amerikanischer Kriegsgefangenschaft (s.C89 Nr.55), setzte er das Studium in Göttingen fort. Dort war er in der sozialistischen Studentengruppe aktiv, seit 1946 Mitherausgeber des Göttinger Musenalmanachs und begründete die Göttinger Universitäts-Zeitung, später Deutsche Universitätszeitung, mit. 1947 bestand er die erste juristische Staatsprüfung vor dem Hessischen Prüfungsamt in Marburg. 1949 begann er die Ausbildung für das Richteramt und den höheren Verwaltungsdienst, wo er als Referendar dem Staatsrechtsamt und später dem Landgericht zugeteilt war. 1950 folgte die große juristische Staatsprüfung, nach deren Bestehen er als Assessor in die Praxis seines Vaters eintrat. Seine Zulassung als Rechtsanwalt wurde am 1.März 1952 vom Amts- und Landesgericht Kassel ausgesprochen (s. C89 Nr. 55). Hans Mangold wirkte nun von 1952-1963 als Rechtsanwalt. Am 1. Juni 1963 begann seine Amtszeit als Direktor der Hessischen Brandversicherungsanstalt, dem Vorgänger-Unternehmen der SV-Sparkassenversicherung. Er übte dieses Amt bis 1979 aus und gestaltete in dieser Funktion die wirtschaftspolitische Entwicklung Nordhessens mit. In diesen Jahren gelang es ihm, seine berufliche Tätigkeit mit großem kulturellem Engagement zu verbinden. Ein zentrales Anliegen war hierbei stets die Professionalisierung der Museumslandschaft und die Förderung verschiedener Projekte. Seit 1963 war er Vorsitzender des Hessischen Museumsverbands, 1987 wurde er Ehrenvorsitzender. Von 1968 bis 1974 war er außerdem beratendes Mitglied des Aufsichtsrates der documentaGmbH. Darüber hinaus setzte er sich für die Neuordnung der städtischen Kunstsammlung in Hinblick auf ihre Vereinigung mit den staatlichen Kunstsammlungen ein und kümmerte sich um die Erschließung der Objekte. Zu seinen Projekten zählten weiterhin das Engagement in der Bürgerinitiative Pro Museum Fridericianum udn Pro Orangerie, die sich jahrelang für die erneute Nutzung des Fridericianums als Ausstellungsort und für den Wiederaufbau der Orangerie einsetze. Daneben leistete er Hilfe beim Aufbau des Thüringer Museumsverbands und setze sich für die Einrichtung und Betreuung der Jahresgaben und die Stiftung von Leihgaben der Hessischen Brandversicherungsanstalt für die städtische Kunstsammlung ein. Er war Vorsitzender des Kasseler Kunstvereins, in der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck, Mitglied des Hessischen Denkmalrates, Mitglied des Arbeitskreises der Gesamthochschule sowie in der Ankaufskommission staatlicher und städtischer Kunstsammlungen. Damit endet die Liste seiner Ämter nicht, war er doch zugleich auch ständiges Mitglied im Staatsgerichtshof sowie ehrenamtliches Mitglied im Kasseler Magistrat. Auch nach der Aufgabe seines Amts als Direktor der Brandkasse setzte er sein Engagement fort. Hierfür wurde er vielfach gewürdigt: 1973 erhielt er für seine Bemühungen um das Theater- und Museumswesen sowie um die Verdienste als Berater des Aufsichtsrates der documentaGmbH die Goethe-Plakette. Zwei Jahre später, 1975, wurden ihm das Bundesverdienstkreuz, die Carl-Schomburg-Plakette und das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold überreicht. 1978 folgte der Wappenring der Stadt Kassel für besondere Verdienste um das kulturelle Leben seiner Heimatstadt und 1982 die höchste Auszeichnung des Landes, die Wilhelm-Leuschen-Medaille. Hans Mangold war verheiratet und hatte drei Kinder. Er verstarb am 28. Mai 2011 in Kassel.

Enthält

Der Nachlass ermöglicht umfassende Einblicke in das Leben und Wirken von Hans Mangold und stellt zugleich eine wertvolle Ergänzung zur städtischen Überlieferung dar. Er zeigt in exemplarischer Weise, wie die Kulturpolitik Kassels seitens des Bürgertums wahrgenommen wurde, wie es sich vernetzte und Einfluss zu nehmen suchte.

Weitere Angaben (Bestand)

Referent

Dr. Alexandra Lutz

Bearbeiter

Jennifer Ulrich