AdJb Bestand A 13

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Greifenbund

Bestandsdaten

Aufsatz 

Gründungsdatum: 26.12.1915, in Berlin

--- Gründer ---
Otger Gräff (1893-1917), deutscher Offizier (Leutnant), zuvor aktiver Wandervogelführer und Schriftleiter der Wandervogel-Führerzeitung, der den Begriff "A-Semitismus" prägte. Später rief Gräff die "Deutschstrebenden" der Jugendbewegung zum Zusammenschluß in einem "Jungdeutschen Bund" auf, dessen Gründungsversammlung vom 9. bis 12. August 1919 auf Burg Lauenstein stattfand.

--- Politische Einstellung, Weltanschauung ---
Völkisch und antisemitisch.
Von den Mitgliedern wurde eine "deutsche Abstammung und deutsche Gesinnung" (Gräff) verlangt. Als „Stellungnahme zur Rassenfrage“ mußte eine „schriftliche Erklärung und Begründung, dass die zu uns Wollenden nach bestem Wissen von nichtarischem Blute frei sowie von deutscher Gesinnung sind“ vorgelegt werden.

--- Leitung ---
Dankwart Gerlach, Werner Schmidt und Rudolf Hudemann wurden 1915 zu vorläufigen Leitern des Greifenbundes bestellt. Ab 1916:
Geschäftsführer/-leiter: Unteroffizier Werner Schmidt.
Bundeswart bzw. Obmann der Deutschen Siedelungs-Gemeinschaft: Rudolf Hudemann (bis ca. Mai 1916), dann Anton Bücheler.
Bundeswart des Volksschulbundes: Oberleutnant Asko Oehring.
Gildenmeister: Leutnant Otger Gräff.
Verlag: Erich Matthes.
Presseamt: Kurt Feder. Ab Mai 1916 wurde nur noch gebeten, Aufsätze über den Greifenbund, die in Zeitungen erschienen sind, an Dr. Bruno Harms zu schicken.
Auskunft über Volksschulwandern: Else Hiebsch.
Schriftlietung des Greifenblattes (ab Mai 1916): Leutnant Albert Brell.

--- Mitglieder ---
Greifenbund als "Tatgemeinschaft" der "älteren, deutschvölkischen Jugend" (Wandervögel, Wanderscharen, Fahrende Gesellen ab etwa 20 Jahren), genannt "Greifen", gegründet.
Ca. 100 Mitglieder beider Geschlechter.
Ein bekanntes Mitglied im Greifenbund war Adalbert Luntowski, genannt Reinwald (1883-1934), deutscher Lehrer, Schriftsteller, Übersetzer und Lebensreformer, Geschäftsführer der Fichte-Gesellschaft von 1914 (ab 1916), Mitbegründer der Fichte-Hochschulen (1917) und Gründer der vegetarischen Siedlungsgemeinschaft Haus Asel (1919).

--- Organisation ---
Die Mitglieder schloßen sich in örtlichen Gilden und diese wieder in Gauen zusammen.
Innerhalb des Greifenbundes wurde auch 1915 eine Deutsche Siedlungsgemeinschaft gegründet, der diejenige Gilden und Einzelmitglieder angehörten, die das "landbauliche Sieden im deutschvölischen Sinne" fördern wollten. Im Siedelamt wurden zunächst Dr. Richard Bloeck, Karl Russwurm, Anton Bücheler und Ernst Haacke - alle Bewohner der Obstbausiedlung Eden - bestellt. 1916 wurden mehrere "Greifenwarte" bestellt, die die Gildenämter einrichten sollten.

--- Organ ---
Die "Flugblätter des Greifenbundes" wurden von Otger Gräff herausgegeben. Der Wandervogel-Greif und eine linksgewinkelte Swastika sind auf der Titel- und Rückseite der Flugblättern abgedruckt

--- Entwicklung ---
1918: Beitritt des Greifenordens, der Führungsgruppe des Greifenbunds, in den 1911 von dem Postdirektor und Schriftsteller Otto Sigfried Reuter (1876-1945) gegründeten Deutschen Orden. Dieser völkisch-religiöse Bund mit neopaganem germanischen Glauben setzte die "arische Geburt" seiner Mitglieder vor, verlangte aber deren Kirchenaustritt nicht. Von da an agierten die Greifen als Jugendorganisation des Deutschen Ordens unter dem Namen "Jungborn. Bund der Jungborn-Lauben Deutschen Ordens", später "Jungscharen Deutschen Ordens". Der Deutsche Orden wurde 1933 aufgelöst.

Bestandsgeschichte 

Pertinenzbestand des AdJb

Literatur 

- Adler, Benjamin Benno und Voigts, Manfreg (Hg.), Esra - Die Geschichte eines orthodox-jüdischen Jugendbundes zur Zeit der Weimarer Republik, Wiesbaden: Harrassowitz, 2001.
- Kindt, Werner (Hg.), Grundschriften der Deutschen Jugendbewegung, Düsseldorf/Köln: Eugen Diederichs Verlag, 1963.
- Mogge, Winfried, "Wir lieben Balder, den Lichten... ". Völkisch-religiöse Jugendbünde vom Wilhelminischen Reich zum "Dritten Reich", in: Puschner, Uwe und Vollnhals, Clemens (Hg.), Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2012, S. 45-64.

Findmittel 

Online-Datenbank ArcInSys

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang 

1 Akte