HStAM Bestand 154/1

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Beschreibung

Serie

Bezeichnung

Landeskultur- und Flurbereinigungsbehörden

Identifikation (kurz)

Titel

Landeskulturamt Kassel, Generalia

Laufzeit

1867-1954 (-1992)

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Bestand 154 Landeskulturamt Kassel vereint die Überlieferung der verschiedenen seit dem Jahr 1867 für Flurbereinigung und Landesentwicklung zuständigen Landesbehörden (s. Behördengeschichte). Die Einrichtung eines eigenen Akten- und Kartenarchivs bei der Generalkommission im Jahre 1906 beschränkte die bereits vorher angelaufene Abgabe des Behördenschriftguts an das zuständige Staatsarchiv auf einzelne Stücke und führte zur Bildung eines umfangreichen Bestandes, der erst nach der Auflösung der Landeskulturstelle beim Regierungspräsidenten in Kassel im Jahre 1954 geschlossen an die Archivverwaltung abgeliefert und zwischen dem Hauptstaatsarchiv Wiesbaden und dem Staatsarchiv Marburg aufgeteilt wurde. Hier wird er gemeinsam mit den fortlaufenden Abgaben der in der Zuständigkeit nachfolgenden Behörden aufbewahrt und durch eine einheitliche Zentralkartei (Generalindex nach Ortsbetreffen) erschlossen.

Geschichte des Bestandsbildners

Nach der Eingliederung des vormaligen Kurfürstentums Hessen in den preußischen Staat wurde durch Verordnung vom 13. Mai 1867 die Ablösung alter Grunddienstbarkeiten, die Teilung gemeinschaftlichen Grundbesitzes und die Zusammenlegung zersplitterter Grundflächen mit dem Ziel der Förderung von Landwirtschaft und Landesausbau vorangetrieben. Die Durchführung oblag der in Kassel eingerichteten Generalkommission und einer sich an den Erfordernissen der Verwaltung orientierenden variablen Anzahl Spezialkommissionen an wechselnden Standorten. Eine Neuregelung und Vereinheitlichung des Flurbereinigungswesens erfolgte durch Preußisches Gesetz vom 3. Juni 1919, das den Spezial- und Generalkommissionen die Bezeichnung Kulturamt bzw. Landeskulturamt zuwies. Darüber hinaus bestimmte die preußische Umlegeverordnung 1920 die Aufgaben dieser Behörden. Obgleich auf der Ebene der Kulturämter weitere Veränderungen vorgenommen wurden - so löste man 1924 das Kulturamt Kassel auf -, blieb die Verwaltungsstruktur bis zur Umsetzung der Preußischen Verordnung vom 3. September 1932 im wesentlichen unverändert. Im Zuge der Verwaltungsstraffung 1932/33 ging die Funktion der bisher selbständigen Mittelbehörde zunächst an den Regierungs-, dann an den Oberpräsidenten über, der in Kassel eine Landeskulturabteilung einrichtete. 1953 brachte das hessische Flurbereinigungsgesetz das Ende der seit 1945 nun beim Regierungspräsidenten in Kassel angesiedelten Landeskulturstelle und die Einrichtung eines für das ganze Land Hessen zuständigen Landeskulturamts in Wiesbaden.
Die Behörden der unteren Verwaltungsstufe (Kulturämter), deren territoriale Zuständigkeit 1947 eine neue Festschreibung erfahren hatte, wurden in der Folge mehrfach umbenannt (1971 Hessisches Amt für Landeskultur, 1978 Amt für Landwirtschaft und Landentwicklung, 1993 Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft) und schließlich 2001 aufgelöst unter Aufteilung ihrer bisherigen Aufgaben an das Dienstleistungszentrum für Gartenbau, Landwirtschaft und Naturschutz in Kassel, die Landräte, die Katasterämter sowie die Regierungspräsidien.

Enthält

Akten der Generalkommission betr. Geschäftsführung, Organisation der Spezialkommissionen, Rechnungs- und Beihilfewesen, allg. Personalangelegenheiten
Akten der Spezialkommissionen betr. Geschäftsführung und Personalia
Verwaltungsakten des Kulturamtes, zuletzt Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft Fulda 1922-1992 (Acc. 1995/30) (zu Bestand 154/14 gehörig!)

Literatur

Amt für Landwirtschaft und Landentwicklung Kassel (Hrsg.), 125 Jahre Verkopplung, Auseinandersetzung, Zusammenlegung, Umlegung, Flurbereinigung. Königliche Special-Commission, Kulturamt, Hess. Amt für Landeskultur, Amt für Landwirtschaft und Landentwicklung in Kassel. Dokumentation über das 125-jährige Wirken der Flurbereinigungsbehörde Kassel für den ländlichen Raum, Wiesbaden 1992

Wilhelm Hallwachs, Werner Engel, Bestand 154 (1867- ca. 1970), Karten. Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Marburg, Marburg 1976

Landesplanungsgemeinschaft Hessen-Nassau, Kassel, Verzeichnis der öffentlichen Dienststellen für das Gebiet der Provinz Hessen Nassau, Kassel 1941, S. 1, 1b, 101

Werner Mascos, Landeskultur hat nichts mit Kultur zu tun. Das hessische Amt für Landeskultur in Marburg über 110 Jahre alt, in: Marburger Almanach 1980, S. 106-107

Willi Moegle, Hessisches Amt für Landeskultur 110 Jahre in Marburg, in: Deutscher Verein für Vermessungswesen, Landesverein Hessen, Mitteilungen 29, 1978, H. 2, S. 18-25

Christine Ried, Bestand 154 Biedenkopf. Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Marburg, Marburg 1996

A. Sinning, Die Entwicklung der Landwirtschaft in der Umgebung von Cassel in den letzten 50 Jahren , Berlin 1908

Findmittel

Arcinsys-Datenbank (Retrokonversion einer Kartei als Eigenleistung im Rahmen eines DFG-Retrokonversionsprojekts, 2014)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

9,91 MM

Referent

Frau Enke

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen

Letzte Aktualisierung: 11.12.2015