HHStAW Bestand 1305

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Armin Clauss

Laufzeit

1964-2001

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der dienstliche Nachlass des ehemaligen hessischen Sozialministers Armin Clauss kam in einer Ablieferung im April 2003 ins Hessische Hauptstaatsarchiv. Der Zugang wurde vorsortiert und dann verzeichnet, wobei zahlreiche Dubletten (insbesondere der Reden) entnommen und vernichtet werden konnten. Als verwandter Bestand ist vor allem Abteilung 508 (Hessisches Sozialministerium) zu sehen.

Geschichte des Bestandsbildners

Der SPD-Sozialpolitiker Armin Clauss wurde am 16. März 1938 in Lauffen am Neckar geboren. Der Postbeamte (1952-1960) trat bereits 1959 in die SPD ein, studierte 1961 für ein Jahr an der Akademie der Arbeit in Frankfurt a. M. und arbeitete anschließend als Assistent an der Fritz-Tarnow-Schule in Oberursel. Von 1962 bis 1972 war er hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall und von 1972 bis 1976 Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Hessen. Außerdem war er ehrenamtlich in den Selbstverwaltungen von Landesarbeitsamt und Landesversichertenanstalt sowie als Arbeits- und Sozialrichter tätig. In der SPD übernahm Clauss schon früh zahlreiche Parteifunktionen (SPD-Landesvorstand und SPD-Bezirksvorstand Hessen-Süd). Im Dezember 1970 kam Clauss über die Landesliste zum ersten Mal in den Hessischen Landtag. Vom 16. Oktober 1973 bis 7. Dezember 1974 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender, anschließend bis zum 18. Oktober 1976 Fraktionsvorsitzender. Als Nachfolger des tödlich verunglückten Sozialministers Horst Schmidt trat Clauss am 20. Oktober 1976 in die von Holger Börner geführte Landesregierung ein. Das Sozialressort behielt er bis zum Amtsantritt des vierten Börner-Kabinetts Anfang Juni 1984, als SPD und Grüne eine begrenzte Zusammenarbeit eingingen und damit die anderthalbjährige Phase einer nur geschäftsführenden Regierung beendeten. Der Aufgabenbereich Umweltschutz - bisher beim Landwirtschaftsministerium - wurde neubewertet und Clauss wurden zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Bereiche Umweltverträglichkeit, Abfallwirtschaft und Immissionen übertragen. Seit dem 4. Juli 1984 firmierte Clauss als Minister für Arbeit, Umwelt und Soziales. Nach der Einigung über eine formale Regierungskoalition zwischen SPD und Grünen im Oktober 1985 kam es am 1. November 1985 zur Kabinettsumbildung. Joseph Fischer von den Grünen übernahm das neue Umweltministerium. Die Koalition zerbrach am 9. Februar 1987 vor allem an Differenzen um die Hanauer Plutoniumfabrik Alkem. Das Umweltministerium wurde bis zum Ende der Legislaturperiode kommissarisch von Clauss geleitet. Nach dem Regierungswechsel zu schwarz-gelb unter Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) gab Clauss sein Ministeramt am 23. April 1987 an Karl-Heinrich Trageser (CDU) ab. Damit waren auch seine Amtszeiten als stellvertretendes Mitglied des Bundesrats und als Vorsitzender des Bundesratsausschusses für Arbeit und Sozialpolitik beendet. In der Oppositions-SPD wurde Clauss erneut stellvertretender Fraktionsvorsitzender (1987-1991). Zuletzt war Clauss von 1994 bis 2001 Fraktionsvorsitzender und von 1995 bis 2001 stellvertretender Landesvorsitzender der hessischen SPD, sein Landtagsmandat endete 2003.

Enthält

Der größte Teil des vier laufende Meter umfassenden Bestands dokumentiert Clauss Tätigkeit als Minister. Der Schwerpunkt liegt dabei auf seinen Reden, die lückenlos von Clauss Amtsantritt 1976 bis zu seinem Ausscheiden 1987 erhalten sind. Diese Serie beinhaltet auch die Reden seines Amtsvorgängers Horst Schmidt (SPD) aus dem Jahr 1976. Der Schwerpunkt der weiteren Sachakten aus der Zeit als Minister liegt auf dem Gesundheitswesen. Zeithistorisch besonders interessant sind die Unterlagen zu den Folgen des Reaktorunfalls in Tschernobyl 1986 in Hessen sowie die Serie zum Genehmigungsverfahren der Hanauer Alkem-Nuklearbetriebe. Aus Clauss Parteitätigkeit sind vor allem die Akten zu den Gesprächen mit den hessischen Grünen (1983-1985) erhalten, die zur ersten rot-grünen Koalition führten. In der Zeit nach Clauss' Ausscheiden aus dem Ministeramt 1987 liegt der Schwerpunkt der im Nachlass erhaltenen Unterlagen auf dem Mediationsverfahren zum Ausbau des Flughafens Frankfurt a. M. (1998-2001).

Literatur

Sabine Hock, Siebzig Mosaiksteine zur Biographie des hessischen Sozialpolitikers Armin Clauss. Festschrift zum 70. Geburtstag am 16. März 2008, Frankfurt a. M. 2008.

Muntzinger-Archiv

www.hessischer-landtag.de

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

4,0 lfm (173 Nummern)

Bearbeiter

Sigrid Schieber, Sommer 2003

Benutzung

Nutzung nach dem Hessischen Archivgesetz