HHStAW Bestand 740

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamt Südhessen

Laufzeit

1913-1994

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Einige ursprünglich im Bestand enthaltene Fotos von Laboren wurden Abt. 3008 angegliedert.

Die Überlieferung des Staatlichen Medizinaluntersuchungsamtes Darmstadt findet sich im Staatsarchiv Darmstadt (Abt. H 50).

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Bestand umfasst bislang drei Zugänge. Der erste Zugang (4/1963) stammt vom Bundesarchiv und enthält nur einen Band des Staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes in Frankfurt a.M. Im Jahr 1991 wurde vom Staatlichen Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamt Südhessen in Wiesbaden Schriftgut übernommen (Zugang 3/1991), das in erster Linie Unterlagen des Staatlichen Chemischen Untersuchungsamtes Wiesbaden umfasst, aber auch Unterlagen des Staatlichen Chemischen Untersuchungsamtes Darmstadt und des Städtischen Lebensmittel-Untersuchungsamtes Frankfurt a.M. enthält. Beim dritten Zugang (93/2001) handelt es sich um eine Abgabe des Staatlichen Untersuchungsamtes Hessen, die anlässlich der Auflösung der Außenstelle Frankfurt des Staatlichen Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamtes Südhessen 2001 erfolgte. Der Bestand dokumentiert folglich weniger die Tätigkeit des Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamtes Südhessen als diejenige von einigen seiner Vorgängerbehörden.

Geschichte des Bestandsbildners

Siehe auch Serientitel Abt. 745!
Das Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamt Südhessen bestand in dieser Form von 1985 bis 2001 und ging auf vier getrennte Vorgängerbehörden zurück, deren Wurzeln zum Teil in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg liegen.
Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt in Frankfurt a.M. wurde für die Diagnose von Tierseuchen, die Untersuchung von Lebensmitteln tierischer Herkunft und den Tiergesundheitsdienst im Regierungsbezirk Wiesbaden eingerichtet.
Das Staatliche Medizinaluntersuchungsamt in Darmstadt war im Wesentlichen für Untersuchungen zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, Blutgruppenuntersuchungen, Blutalkoholuntersuchungen und die Überwachung der Krankenhaus-Hygiene verantwortlich (StAnz. 1968 S. 1176f., StAnz. 1983 S. 301f.).
Zu den Aufgaben der Staatlichen Chemischen Untersuchungsämter in Darmstadt und Wiesbaden gehörten die Überwachung des Verkehrs mit Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen bzw. deren Untersuchung und Beurteilung, die Kontrolle von Wasser- und Luftreinheit sowie Untersuchungen zur Radioaktivität und von Arzneimitteln. Darüber hinaus wurde den beiden Dienststellen die Untersuchung bestimmter Lebensmittelgruppen für ganz Hessen als überregionale Spezialaufgabe zugewiesen (StAnz. 1962 S. 283, StAnz. 1973 S. 16, StAnz. 1976 S. 944f.).
Der regionale Zuständigkeitsbereich erstreckte sich auf den ehemaligen Regierungsbezirk Wiesbaden bzw. den Regierungsbezirk Darmstadt. Die Untersuchungsämter waren den Regierungspräsidenten unmittelbar nachgeordnet, wobei die Fachaufsicht im Laufe der Jahrzehnte verschiedenen Ministerien oblag (vgl. Behördengeschichte Abt. 745). Insbesondere die zwei Chemischen Untersuchungsämter unterlagen vielfältigen institutionellen Veränderungen.
Das Staatliche Chemische Untersuchungsamt Wiesbaden hatte seinen Sitz ursprünglich in Frankfurt a.M. Die Verlegung in die Landeshauptstadt erfolgte 1956 (StAnz. 1956 S. 583). Mit Wirkung vom 1. Januar 1970 wurden dem Amt durch den Erlass des Hessischen Sozialministers vom 24. Februar 1970 die Aufgaben des Städtischen Lebensmittel-Untersuchungsamtes Frankfurt a.M. übertragen. Für die Wahrnehmung dieser Aufgaben wurde in Frankfurt a.M. eine Außenstelle eingerichtet. Zum 1. Juli 1971 erfolgte die Angliederung des bis dahin selbständigen Hessischen Untersuchungsamtes für Arzneimittel in Wiesbaden (StAnz. 1971 S. 1161).
Das Staatliche Chemische Untersuchungsamt Darmstadt wiederum ging aus dem Städtischen Chemischen Untersuchungsamt hervor, das am 1. Juli 1961 aufgrund des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Lebensmittelgesetz vom Land übernommen wurde (GVBL S. 81f.).
Ende der 1970er Jahre kam es zu Überlegungen, die einzelnen Standorte der Chemischen Untersuchungsämter in Wiesbaden zusammenzuziehen. Ein Erlass des Hessischen Ministers für Arbeit, Umwelt und Soziales verfügte schließlich die Zusammenfassung der Staatlichen Chemischen Untersuchungsämter in Darmstadt und Wiesbaden, des Staatlichen Veterinäruntersuchungsamtes in Frankfurt a.M. sowie des Staatlichen Medizinaluntersuchungsamtes in Darmstadt. Das Medizinal-, Lebensmittel- und Veterinäruntersuchungsamt Südhessen nahm am 1. Januar 1985 seine Tätigkeit auf (StAnz. 1984 S. 2556). Der Sitz der Behörde war in Wiesbaden, Außenstellen gab es in Frankfurt a.M. und Darmstadt.
Insgesamt gliederte sich das Institut in folgende Abteilungen:
Abt. I Humanmedizin, Seuchen- und Umwelthygiene,
Abt. II Lebensmitteluntersuchung I und Bedarfsgegenstände,
Abt. III Wein und Sprituosen, Messtechnik für die Abteilungen II-IV,
Abt. IV Arzneimitteluntersuchung,
Abt. V Lebensmitteluntersuchung II, Meßtechnik für die Abteilungen V und VI,
Abt. VI Veterinärmedizin.
Die Dienst- und Fachaufsicht lag beim Regierungspräsidium in Darmstadt.
Zum 1. Juli 2001 wurden die Untersuchungsämter Nord-, Mittel- und Südhessen erneut reorganisiert und zum Staatlichen Untersuchungsamt Hessen (SUAH) in Gießen mit den weiteren Standorten Kassel, Dillenburg und Wiesbaden zusammengefasst (StAnz. 2001 S. 2508-2512). Die Medizinaluntersuchungsabteilung in Darmstadt, die Veterinärmedizinuntersuchungsabteilung in Frankfurt a.M. sowie die Arzneimitteluntersuchungsstelle in Wiesbaden wurden geschlossen.
Vorgeordnete Behörde wurde das Regierungspräsidium Gießen. Doch bereits mit Wirkung zum 1. Januar 2005 erfolgte die Gründung des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor (LHL), in dem das Staatliche Untersuchungsamt Hessen, ein Teil der Abteilung 3 des Hessischen Dienstleistungszentrums für Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz, das ehemalige Dezernat W 6 und das Ausbildungszentrum für Chemielaboranten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie sowie die Tierärztliche Grenzkontrollstelle Hessen zusammengefasst wurden.
(Stand 2009)

Enthält

Den Schwerpunkt der Überlieferung bilden Akten zur Überwachung von Lebensmitteln, insbesondere Wein, von Trink-, Grund- und Abwasser sowie anderen Gebrauchsgütern von den 1950er bis zu den 1980er Jahren.
Des Weiteren ist die Entwicklung, Organisation und Unterbringung der Staatlichen Chemischen Untersuchungsämter Wiesbaden und Darmstadt sowie der Staatlichen Veterinäruntersuchungsanstalt Franmkfurt a.M. dokumentiert.
Nachkassiert wurden 2 Mappen mit Traubensaftetiketten, diverse Zeitschriften zum Verbraucherschutz und andere Druckschriften ohne hessischen Bezug aus dem Zugang 31/1991.

Literatur

Hubertus E. Brunn, Reformprozess Staatliches Untersuchungsamt Hessen (SUAH), in: UWSF Z Umweltchem Ökotex 15/3, 2003, S. 182-184.

Doris Frania, Chronik der Lebensmittelüberwachung in Hessen. Ein Rückblick auf die Jahre 1950-1977, in: Die Fleischwirtschaft 29, 1977, S. 2194-2195.

50 Jahre Staatliches Veterinäruntersuchungsamt Frankfurt am Main, Sonderdruck aus: Tierärztliche Umschau 37/3, 1982.

Rudolf Thalacker, Die amtliche Lebensmittelüberwachung in Hessen aus der Sicht des Lebensmittelchemikers, in: Ernährungs-Umschau 12, 1972, S. 434-438.

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

11 lfm (Nr. 1-339)

Bearbeiter

Claudia Brack und Ulricke Dieckhoff, 2001

Anke Stößer, 2009