HHStAW Bestand 537

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Forschungsanstalt Geisenheim

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Zugänge 48/1969, 60/1970, 76/1975, ff. (auch Schriftgut aus der Vorkriegszeit).
Regelmäßige Aktenablieferungen.

Geschichte des Bestandsbildners

1872 wurde dank der Bemühungen von Freiherr Heinrich Eduard von Lade (1817-1904) bei dem preußischen König Wilhelm I. sowie Reichskanzler Otto von Bismarck per Dekret die Forschungsanstalt als Königlich Preußische Lehranstalt für Obst- und Weinbau gegründet. Aufgaben der Forschungsanstalt waren anfangs die Forschung, vor allem in den Bereichen Weinbau und Pomologie (griechisch: Lehre des Obstbaus), sowie die Organisation eines Studiums im Garten- und Weinbau. Die beiden Weltkriege wirkten sich unterschiedlich stark auf den Forschungs- und Lehrbetrieb der Anstalt aus. Während nach dem Ersten Weltkrieg relativ schnell an den Arbeitsbetrieb der Vorkriegsjahre angeknüpft werden konnte, bedeutete der Zweite Weltkrieg eine deutliche Zäsur im Wirken der Forschungsanstalt. Bereits 1941 wurden der Lehr- und auch weitestgehend der Forschungsbetrieb eingestellt. Nach dem Krieg wurde die Arbeit wieder aufgenommen, nun als Einrichtung des neu gegründeten Bundeslandes Hessen. In den 1950er bis 1970er Jahren war Geisenheim wieder eines der wichtigsten Forschungs- und Ausbildungszentren für Gartenbau in Deutschland. Seit 1955 führte die Anstalt die Bezeichnung 'Hessische Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau'. Sie unterstand zunächst dem Hessischen Minister für Landwirtschaft und Forsten. Heute ist sie eine dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst direkt nachgeordnete Einrichtung. Finanziert wird die Forschungsanstalt Geisenheim, neben der Einwerbung von Drittmitteln, vor allem durch die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, die in einem Staatsvertrag Betrieb und Finanzierung der Forschungsanstalt geregelt haben (Neufassung des Staatsvertrages, Stand 17. Dezember 2002, GVBl. I 2003 Nr. 9, S.164). 1971 erfolgte eine Trennung von Forschung und Lehre. Die Studiengänge Gartenbau, Weinbau und Landespflege wurden an die neu gegründete Fachhochschule Wiesbaden abgegeben (siehe Abt. 805). Bis März 2005 war die Fachhochschule Wiesbaden mit 3 Fachbereichen am Studienort Geisenheim präsent. 2005 wurden dann die Fachbereiche zum neuen Fachbereich Geisenheim (FBG) zusammengefasst. Aufgabe der Forschungsanstalt Geisenheim ist anwendungsbezogene Forschung in den Bereichen des Weinbaus und der Önologie, der allgemeinen Getränketechnologie, des Garten-baus, der Landespflege und in verwandten Bereichen. Die Forschungsanstalt unterhält ein eigenes, 24 ha großes, Weingut. Die von dem Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer (1817-1900) ursprünglich geschaffene große Parkanlage der Forschungsanstalt gliedert sich in zwei Teile, zum einen rund um das Hauptgebäude und zum anderen rund um die Villa Monrepos, 1861 als Landsitz von Heinrich Eduard von Lade erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts wurde von Hermann Müller als erstem Leiter der pflanzenphysiologischen Versuchsstation in Geisenheim die neue Weinrebsorte Müller-Thurgau (heute teilweise Rivaner genannt) gezüchtet. Bereits mit der Gründung wurde eine Bibliothek eingerichtet. Die Hauptbibliothek weist mit den 17 Fachbibliotheken der Fachgebiete einen Gesamtbestand von 111.730 Bänden auf (Stand: 1. Januar 2006).

Enthält

ca. 25 lfm Schriftverkehr und Unterlagen ab 1936. Personalakten ab 1913. Prüfungsarbeiten ab 1926.

Literatur

Hessische Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau Geisenheim /Rhein (Hrsg.): Geisenheim 1872-1972. 100 Jahre Forschung und Lehre für Wein-, Obst- und Gartenbau. Ulmer, Stuttgart 1972. ISBN 3-8001-3023-8 Paul Claus: Geisenheimer Erinnerungen (1817-1972). Eduard von Lade und die Lehr- und Forschungsanstalt. Hrsg.: Förderkreis Kulturdenkmäler Geisenheim. Beiträge zur Kultur und Geschichte der Stadt Geisenheim. Bd. 8. Geisenheim 2005.

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

ca. 25 lfm