HHStAW Bestand 371

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Großherzogtum Frankfurt

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Die Akten des Großherzogtums Frankfurt wurden erstmalig im Staatsarchiv Wiesbaden im Jahre 1886/87 von dem Archivar Dr. Hagemann geordnet. Die Archivalien bilden einen Teil der Registratur des ehemaligen Großherzogtums, enthalten daneben aber auch Akten aus der Zeit des primatischen Staates und des Generalgouvernements. Sie wurden 1867 von Frankfurt nach Berlin an das Kgl. Geheime Staatsarchiv überführt und von dort Februar 1885 laut Verfügung des Direktoriums der Staatsarchive an das Kgl. Staatsarchiv abgegeben.
Im Jahre 1968/69 wurden die infolge von Um- und Auslagerungen in schlechten Zustand geratenen Akten völlig neu aufgenommen und durch die Akten der Departements, vornehmlich von Aschaffenburg, aber auch Hanau und Fulda, die bisher noch nicht geordnet waren, ergänzt.
Ein 1889 an das Stadtarchiv Frankfurt abgegebener Teil (41 Bde. v.a. zu Stiftungen) ging dort während des 2. Weltkrieges verloren. Die Überlieferungsdichte zu den vier Departements ist unterschiedlich: Der Schwerpunkt liegt bei den Zentralbehörden sowie bei den Departements Frankfurt und Aschaffenburg, zu Fulda und Hanau liegen nur 24 bzw. 15 Bde. vor.
Die Akten der Präfekturen Fulda und Hanau werden im Staatsarchiv Marburg, der durch Kriegsverluste stark dezimierte Bestand der Präfektur Aschaffenburg im Staatsarchiv Würzburg aufbewahrt.

Geschichte des Bestandsbildners

Nach der Säkularisation des Erzbistums Mainz war für dessen letzten Koadjutor von Dalberg durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 ein neuer Staat geschaffen worden, der zunächst die Fürstentümer Aschaffenburg und Regensburg sowie die Grafschaft Wetzlar umfasste. 1806 kam u.a. die Reichsstadt Frankfurt hinzu. Durch Dekret vom 16. Februar 1810 übertrug Napoleon I. zwar das Fürstentum Regensburg dem König von Bayern, entschädigte aber Dalberg mit den neuen Fürstentümern Hanau und Fulda. Der neue Staat mit seinen vier Departements Frankfurt, Hanau, Aschaffenburg und Fulda wurde nunmehr 'Großherzogtum Frankfurt' genannt und bestand bis zur Abdankung Dalbergs am 28. Oktober 1813. Danach wurde die Verwaltung vorübergehend von Generalgouverneuren - zunächst vom k.u.k. österreichischen Feldmarschall-Leutnant Prinz Philipp von Hessen-Homburg, dann von dem k.u.k. Feldzeugmeister Heinrich XIII. Fürsten von Reuß-Greiz - ausgeübt. Auf dem Wiener Kongress wurde Frankfurt als freie Reichsstadt im Umfang von 1803 wiederhergestellt und das Territorium des aufgelösten Großherzogtums auf verschiedene Staaten des Deutschen Bundes (namentlich Kurhessen und Bayern) aufgeteilt.

Enthält

Akten 1791-1816 und Amtsbücher 1806-1815
Inhalt: u.a. Kabinettsprotokolle und -berichte, Akten über Staatsrat und Ständeversammlung, Organisation und Geschäftsgang der Behörden und Personalangelegenheiten der Beamten, Beziehungen zu anderen deutschen Staaten, Gesandtschaften, Standes- und adelige Gerichtsherren (insbesondere Schuldenwesen, Zahlung von Zinsen und Pensionen), Militärsachen, Finanzverwaltung, Steuern, Einführung und Abschaffung der französischen Gesetzgebung, Kirchen- und Schulwesen, Gemeindeverwaltung, Sicherheitspolizei und Zensur, Wirtschaft und Verkehr, Forstwesen, Einführung neuer Maße und Gewichte, Chaussee-, Wege- und Wasserbau.

Literatur

Johann Conrad Beyerbach: Sammlung der Verordnungen der Reichsstadt Frankfurt. 11 Teile, Frankfurt 1798-1818.

Großherzoglich Frankfurtisches Regierungsblatt, 1810-1813.

Paul Darmstaedter: Das Großherzogtum Frankfurt. Frankfurt 1901, zugleich Habil. München 1900.

Klaus Rob: Karl Theodor von Dalberg (1744-1817). Eine politische Biographie für die Jahre 1744-1806. Frankfurt 1984 (Europäische Hochschulschriften, 3; Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, Bd. 231).

Findmittel

Repertorium von Hagemann, 1886-1887 (hs.), neu bearbeitet von Nicolaus Runge, 1968-1869 (masch.).

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

29 m

Bearbeiter

Nicolaus Runge, 1968-1869

Deskriptoren

Frankfurt

Fulda

Hanau

Aschaffenburg