HHStAW Bestand 369

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Hexenprozesse

Laufzeit

Mitte 16. Jh. bis Mitte 18. Jh.

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

In Abt. 369 sind Prozessakten aus folgenden Territorien zusammengestellt worden: Fürstentum Dillenburg, Grafschaft Diez und Herrschaft Beilstein, Fürstentum Nassau-Hadamar, Esterau, Grafschaft Nassau-Weilburg, Grafschaft Nassau-Usingen, Herrschaften Idstein und Wiesbaden, Kurtrier, Gemeinschaften Nassau und Vogtei Ems, Gemeinschaft Kirberg, Gemeinschaft Camberg, Gemeinschaft Wehrheim, Gemeinschaft Mensfelden, Gemeinschaft Cleeberg, Landgrafschaft Hessen Homburg, Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Kurmainz, Kloster Arnstein.
Hiervon abgesehen sind vereinzelte Hexenprozesse noch in weiteren Beständen überliefert.

Geschichte des Bestandsbildners

Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelte die Kirche in der Auseinandersetzung mit Ketzerei und Aberglaube die so genannte Hexenlehre. Danach setzt sich das schon seit dem Altertum bekannte Delikt der 'Zauberei' aus den Elementen Teufelspakt, Teufelsbuhlschaft, Hexenflug, Teilnahme am Hexensabbat und Schadenszauber zusammen. Die Hexenlehre stellte in der Frühen Neuzeit die Grundlage für die massenhafte Verfolgung ihrer vermeintlichen Anhänger in Europa dar. Diese wurden beschuldigt, einer vom Teufel geleiteten Verschwörung gegen das Christentum anzugehören, was seit dem Ende des 15. Jahrhunderts vor allem in Frankreich und der Schweiz zu groß angelegten Hexenprozessen führte.
Nach 1560 fanden auch in Deutschland größere Hexenverfolgungen statt. Deren Opfer - überwiegend Frauen und Angehörige der unteren Gesellschaftsschichten - wurden verantwortlich gemacht für auftretende Ernteausfälle und Seuchen, ausgelöst durch eine allgemeine Klimaverschlechterung und die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges.
Das Verfahren der Hexenprozesse war nach folgendem Muster aufgebaut:
1. Anklage (meist aufgrund einer Denunziation)
2. Inhaftierung
3. Verhör (bestehend aus Gütlicher Befragung, Territion, d.h. das Vorzeigen der Folterinstrumente, Peinlicher Befragung)
4. Hexenprobe
5. Geständnis
6. Befragung nach Mitschuldigen
7. Hinrichtung

Findmittel

Findbuch, 19. Jh. (handschriftlich)

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

4,875 m