HHStAW Bestand 170 I

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Urkunden

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

In das Dillenburger Archiv wurden 1561 die Urkunden von Nassau-Beilstein sowie im 16. Jh. Urkunden der Grafschaft Diez und im Zuge der Reformation auch solche kirchlicher Stiftungen des Territoriums eingereiht. Das Archiv blieb nach 1607 gemeinsames Archiv der abgeteilten Linien und übernahm auch die Landessachen aus Sonderarchiven dieser Linien. Das Archiv war seit 1764 in einem eigenen Gebäude untergebracht und wurde durch die Archivare Anton Ulrich von Erath 1747-73 und Karl Heinrich von Rauschard 1778-96 neu geordnet. Aus dem Archiv wurden nach 1815 Haus- und Familienurkunden für den König der Niederlande sowie nach Pertinenz vor allem Urkunden des Siegerlandes an Preußen abgegeben. Seit 1815 und besonders 1849 kamen Teile, 1868 bei Auflösung des Filialarchivs Dillenburg der gesamte restliche Bestand in das Archiv zu Idstein. Im 19. Jh. wurden außer Stifts- und Klosterurkunden auch nach Pertinenz zahlreiche Urkunden herausgelöst und in andere Bestände verteilt. Gleichzeitig wurden außer einem Teil der mit dem Katzenelnbogener Erbe nach Marburg gelangten und von dort abgegebenen Urkunden der älteren Linie Nassau-Hadamar auch viele Urkunden fremder Provenienz, so etwa von Kurtrier, St. Alban in Mainz und vom Deutschorden aus Marburg und Mainz, besonders in die älteren Teile eingemischt. Der Bestand war schon im 18. Jh. chronologisch geordnet. Ein Versuch von Bier, die Urkunden aus der Zeit nach 1400 nach Sachgruppen zu ordnen, blieb um 1930 bald stecken. Der Bestand wurde nach der Auflösung dieser, auch in der Abgrenzung der Sachgruppen unbefriedigenden Ordnung durch Demandt 1957 wieder chronologisch geordnet.
Im Zuge der 1965 begonnenen, oft unterbrochenen Neuverzeichnung der Akten des alten Dillenburger Archivs (Abt. 171) wurden auch die darin überlieferten Urkundenabschriften aufgenommen sowie daneben in den Jahren 1969-1981 die bisher unverzeichneten Urkunden dieses Archivs (Abt. 170). Nach dem Ausscheiden aus dem Dienst hatte Dr. H. Gensicke in das Findbuch die Überlieferung der Nassau-Dillenburger Knüttelschen Diplomatare (Abt. 3001 Nr. 10-12), der Dillenburger Urkundenabschriften (Abt. 170 II) und der Korrespondenzen (Abt. 170 III) mit vielen, sonst nicht überlieferten Stücken eingearbeitet. Die Lehnsnotizen des Alten Dillenburger Mannbuches (171 Z 813) wurden nur zum Teil aufgenommen. Unberücksichtigt blieben die oft nur kurzen Regesten in älteren Urkundenverzeichnissen und Inventaren (171 A 350 Adel, B 31 und B 447 Nassau-Beilstein, B 1254 von Bicken, H 366, H 740, H 742 von Haiger, Z 818 Aktivlehen, Z 819, Z 820 Lehnsverzeichnis, Z 461 Nassau-Hadamar, Z 1105 von Mudersbach, Z 3042 Inventar Diez 1628, Z 4500 von Seelbach). Aufgenommen wurden jedoch die in Dillenburg entstandenen Urkundenabschriften im Nachlass Eberhard (Abt. 1008a). Weitere Nachträge zu dieser Überlieferung sind in Teilen der Abt. 171 zu erwarten. Die Reinschrift besorgte Frau Barbara Brauer.
Die Urkunden des Bestandes im HHStAW wurden im Jahr 2013 mit Fördermitteln der DFG retrokonvertiert.

Geschichte des Bestandsbildners

Bei der Bruderteilung von 1255 kamen die nassauischen Landesteile nördlich der Lahn an Graf Otto von Nassau. Hauptsitz der ottonischen Linie war zunächst Siegen, seit dem 14. Jh. jedoch Dillenburg. Vom Erbe der alten Linie Nassau-Hadamar (1303-94) um Driedorf und Hadamar kamen große Teile an die Grafen von Katzenelnbogen. Die seit dem 15. Jh. in den Niederlanden reichbegüterte Linie Nassau-Dillenburg gewann im 15. Jh. einen Teil der Grafschaft Diez und 1561 das Erbe der 1343 abgeteilten Linie Nassau-Beilstein. Bei der Landesteilung von 1607 entstanden die Linien Nassau-Dillenburg (+1739), Nassau-Siegen, später unterteilt in Nassau-Siegen, kath. (+1743) und Nassau-Siegen, reform. (+1734), Nassau-Beilstein (Landesteil 1620 aufgeteilt), Nassau-Diez und Nassau-Hadamar (+1711). Die Linie Nassau-Diez, die in den Niederlanden das Erbe der im 16. Jh. abgezweigten Linie Nassau-Oranien angetreten hatte, verfügte seit 1743 allein über das Fürstentum Nassau-Oranien.

Enthält

Urkunden 958-1814

Literatur

Johannes von Arnoldi: Geschichte der Oranien-nassauischen Länder und ihrer Regenten. 4 Bde. 1799-1818.

Pierre Even: Das Haus Oranien-Nassau bis zu den Königen der Niederlande.Werl 2009 (Deutsche Fürstenhäuser, 30).

Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. Wiesbaden 1958 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, 13), S. 278 ff., 346 ff., 486 ff.

Karl Hermann May: Territorialgeschichte des Oberlahnkreises. Marburg 1939 (Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau, 18. Stück).

Otto Meinardus: Der Katzenelnbogische Erbfolgestreit. 4 Bände. Wiesbaden 1899-1902.

Friedrich Philippi: Siegener Urkundenbuch I und II (II bearb. von W. Menn und B. Messing). Siegen 1887, 1927.

Anton Josef Weidenbach: Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866. Wiesbaden 1870 (Nachdruck Neustadt a.d. Aisch, 1980), S. 271-280, 320-332

Findmittel

Urkunden: Chronologisches Repertorium des Dillenburger Archivs 1048-1815 (Nr. 1-7134), 3 Bände, Ende 18. Jh.-1815; dazu Index, gemeinsam für Orte, Personen und Sachen, 6 Bde., Anfang 19. Jh.

Urkunden 958-1400 (Nr. 1-875): Repertorium von Schaus, 1900-1914, 1932 (masch.)

Urkunden 958-1400: Index von Schaus, überarbeitet von Hellmuth Gensicke, 1968 (masch.)

Urkunden 1401-1499 (Nr. 1285-2370): Repertorium von Hellmuth Gensicke 1983-1986 (masch.)

Urkunden 1450-1802: zum geringen Teil in Kartei, um 1880-1900

Urkunden der Ämter und Ortschaften: Repertorium von Bier, um 1930 (hs.)

Repertorium von Hellmuth Gensicke, 5 Bände, 1983 (masch.)

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

100 m (ca. 8000 Urkunden)

Bearbeiter

Hellmuth Gensicke, 1983

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen

Die mit "Dep." (Deperditum) bezeichneten Verzeichnungen fehlen im Bestand und können nicht vorgelegt werden (2 Verzeichnungen).