HHStAW Bestand 130 I

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Walramisches Hausarchiv

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Als nach dem Aussterben der nassauischen Linien in Saarbrücken, Ottweiler und Idstein die nassau-usingische Verwaltung 1729 begann, im Schloss zu Idstein ein Zentralarchiv aufzubauen, sah es der neuberufene Archivar Hagelgans als eine seiner vordringlichsten Aufgaben an, die bisher zerstreut liegenden Hausakten zu einem Gesamtbestand zusammenzuführen. Ein Großteil dieser Archivalien war bereits in dem 1574 gebildeten und 1728 aufgelösten Samtarchiv des walramischen Zweiges zeitweise vereinigt gewesen, aus den unterschiedlichsten Gründen aber mehrfach wieder in Sonderbestände aufgesplittert und an mehrere Orte verlagert worden. Hagelgans hat die Hausakten nicht nur zusammengezogen, sondern in seinem 1741 fertiggestellten 'Repertorium über die Gemeinschaftlichen Briefschaften des Nassau-Saarbrückischen Hauses' auch im einzelnen nachgewiesen. Weitere Zugänge von Haus- und Familiensachen des walramischen Zweiges erhielt das Idsteiner Archiv sowohl von der Usinger als auch, nachdem es 1816 zum Herzoglich-Nassauischen Zentralarchiv erhoben worden war, von der Weilburger Linie.
Die Annexion Nassaus durch Preußen im Jahr 1866 ließ auch das Hausarchiv nicht unberührt. Nur ein kleiner Teil des auf Hagelgans zurückgehenden Bestandes der walramischen Hausakten verblieb als staatliches Eigentum im nunmehr Preußischen Staatsarchiv Idstein. Der größte Teil wurde 1868 zusammen mit Unterlagen aus dem Filialarchiv in Weilburg als Fideikommißvermögen an den depossedierten Herzog von Nassau ausgeliefert und in das Schloss nach Weilburg überführt, wo daraus das Herzoglich-Nassauische Hausarchiv entstand (s. Abt. 130 II). Der im Staatsarchiv verbliebene und von Dünkelberg verzeichnete Rest umfaßte nur noch knapp 700 Archivalieneinheiten. Diese bildeten den Grundstock, auf dem dann in der Folgezeit Sauer ein neues Walramisches Hausarchiv aufbaute. Die unter rein sachlich-thematischen Gesichtspunkten als Ergänzung hinzugenommenen Archivalien waren unterschiedlichster Herkunft. Die meisten stammten aus dem Alten Weilburger Archiv (s. Abt. 150) und der Weilburger Kabinettsregistratur (s. Abt. 151) sowie aus dem Herzoglich-Nassauischen Staatsministerium (s. Abt. 210) und der Herzoglich-Nassauischen Landesregierung (s. Abt. 211).
Auch dieses neue Walramische Hausarchiv blieb indessen nicht in seinem ursprünglichen Umfang erhalten. Auf Ersuchen Herzog Adolfs, der inzwischen zum Großherzog von Luxemburg aufgestiegen war und sich persönlich an den preußischen König gewandt hatte, wurde daraus in den Jahren 1897-1899 ein erheblicher Teil der Urkunden, Akten und Rechnungen ausgesondert und ebenfalls an das in Weilburg errichtete Herzoglich-Nassauische Hausarchiv abgegeben. Eine weitere Verminderung des Bestandes erfolgte 1912 durch die Aussonderung von 204 Urkunden, von denen 179 an das Reichsarchiv in Straßburg und 25 an das Reichsarchiv in Metz gingen. Ferner wurde in späteren Jahren eine Reihe von Akten in ihre Herkunftsbestände, insbesondere in die Bestände des Staatsministeriums und der Landesregierung, zurückgelegt.
Die Urkunden des Bestandes im HHStAW wurden im Jahr 2013 mit Fördermitteln der DFG retrokonvertiert.

Enthält

Urkunden 1255-1843: Standeserhöhungen, Eheverträge, Erbfolgeregelungen, Privilegien, Einkünfte, Darlehen und Verpfändungen sowie Territorial- und Lehenssachen.
Akten 14.-19. Jh.:
Generalia: Geschichte und Genealogie des Hauses im allgemeinen (15.-18. Jh.), Staatsrechtliche Stellung des Hauses, Standeserhöhungen (1653-1806), Titel und Wappen (16.-18. Jh.)
Specialia: Persönliche Angelegenheiten einzelner Glieder des Hauses: Geburten, Taufen, Konfirmationen (1704-1817), Erziehung (1636-1813), Vormundschaften, Volljährigkeit, Erteilung der Venia aetatis, Regierungsantritt (15.-18. Jh.), Verlöbnisse, Ehepakte und Ehesachen, Aussteuer und Dotalsachen, Wittum (15.-19. Jh.), Politische und militärische Angelegenheiten einzelner Glieder des Hauses, Zivildienststellungen, geistliche Ämter und Präbenden, Ehrenstellungen (15.-18. Jh.), Reisen (17. und 18. Jh.), Todesfälle, Beisetzungen, Familiengrüfte (16.-19. Jh.).
Haus- und Erbsachen, Lehensachen, Testamente: Hausverträge, Hausgesetze und Observanzen (17.u.18. Jh.), Hausordnung (19. Jh.), Seniorat, Direktoriat, Gesamthauskasse (17.-18. Jh.), Hauskonferenzen, Einführungen der Primogenitur, Erbverbrüderungen, Gebietsteilungen (14.-18. Jh.), Reichslehen (15.-18. Jh.), Passivlehen von Kurmainz, Kurtrier, Kurköln, Kurpfalz, Hessen, Bistum Worms, Bistum Speyer und Kloster Weißenburg, Stift Fulda, Stift Bleidenstadt, Bistum Metz, Herzogtum Lothringen, Kloster Limburg a.d. Hardt (15.-19. Jh.), Testamente, Erbschafts- und Nachlaßsachen, Teilungen (16.-19. Jh.)
Feierlichkeiten am Hofe und im Lande: Jubiläen, Ovationen, Adressen (18.-19. Jh.), Öffentliche Kirchengebete (18.-19. Jh.), Hof- und Landestrauer (18.-19. Jh.).
Reichssachen: Kaiserliche Kommissionen (15.-18. Jh.), Korrespondenzen, Notifikationen (14.-19. Jh.), Politische Vergleiche (15.-17. Jh.), Vormundschaften (16.-18. Jh.)
Praetensionen (Beanspruchte Titel und Würden) (15.-18. Jh.)
Hofordnungen, Hofchargen und Diener (17.-18. Jh.).
Vermögenssachen: Aktivvermögen des Hauses, Schlösser, Landgüter (15.-18. Jh.), Herrschaft Oudhuyzen, Schuldensachen der einzelnen nassauischen Linien (15.-19. Jh.)

Findmittel

Urkunden: Repertorium nach älterer Kartei (masch.)

Urkunden: Online-Datenbank (Arcinsys)

Akten: Repertorium von Sauer und Ausfeld, vor 1897 (hs.)

Repertorium von Christiane Heinemann, 1986

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

72,275 m (1120 Urkunden; 58,275 m Akten)

Bearbeiter

Sauer und Ausfeld

Christiane Heinemann, 1986

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen

Die mit "Dep." (Deperditum) bezeichneten Verzeichnungen fehlen im Bestand und können nicht vorgelegt werden (15 Verzeichnungen).