A4-KD
Vollständige Signatur
StadtA WZ, A4-KD
Bestand
Identifikation (kurz)
Titel
Titel
Königsberger Diakonie
Laufzeit
Laufzeit
1684-2019
Bestandsdaten
Bestandsgeschichte
Bestandsgeschichte
Infolge der Besetzung Königsbergs durch die Russen im Jahr 1945 und der späteren Vertreibung fehlt der reguläre Aktenbestand aus der Königsberger Zeit. Bis auf wenige Ausnahmen (u.a. Fotos und persönliche Überlieferungen) beginnt die Aktenüberlieferung mit dem Wiederbeginn der Arbeit nach 1946. Der Aufbau des Archivs der Königsberger Diakonie geht auf das Engagement des Pfarrers Dieter Nebeling zurück. Ein Registraturplan der Verwaltung lag nicht vor, deswegen wurde die Gliederung des Aktenbestandes neu festgelegt. Während seiner Amtszeit zwischen 1966 und 1999 sammelte er die Akten der Königsberger Diakonie im Keller des Verwaltungsgebäudes. Eine erste Erschließung des Aktenbestandes wurde 1996 durch das Archiv der Diakonie GmbH, hier durch Frau Ursula Fresse und Frau Gudrun Meyer, durchgeführt. Aus Kostengründen konnte aber nicht der gesamte Bestand erschlossen werden. Die Arbeiten wurden durch Pfarrer Nebeling und Frau Isabelle Südwasser weitergeführt. Die Verzeichnung wurde durch den ehemaligen Leiter des Wetzlarer Stadtarchivs Dr. Christoph Franke unverändert in Arcinsys übertragen.
Geschichte des Bestandsbildners
Geschichte des Bestandsbildners
Am 18. Mai 1850 wurde die Königsberger Diakonie als Krankenhaus der Barmherzigkeit durch königlich-preußischen Erlass in der Form eines nicht eingetragenen Vereins mit zunächst 20 Betten gegründet. Maßgeblich beteiligt war ein Freundeskreis um die preußischen Gräfinnen Magda und Clara zu Dohna Schlobitten. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nahm die Zahl der Diakonissen erheblich zu. Im Jahre 1930 wurde der Neubau eines Krankenhauses im Stil des Bauhauses mit mehr als 600 Betten abgeschlossen, die Königsberger Diakonie beschäftigte seinerzeit etwa 1.050 Diakonissen, die zum größten Teil aus evangelischen Gemeinden Ostpreußens stammten. Darüber hinaus versorgten 195 Gemeindeschwestern 172 Gemeinden in Ostpreußen. In der Kriegs- und Nachkriegszeit sind 244 Diakonissen umgekommen, ca. 600 überlebten und wurden beim Neubeginn 1948 in Berlin wieder gesammelt und von hier aus in verschiedenen Tätigkeitsbereichen wie der Pflege und der Gemeindearbeit eingesetzt. Nach langwierigen Verhandlungen über die Übernahme der Pflege in einem größeren Krankenhaus stellten die Diakonissen 1953 das Pflegepersonal des Städtischen Krankenhauses in Wetzlar. Zugleich wurde der Wiederaufbau des Klosters Altenberg bei Wetzlar als Zentrum des Mutterhauses begonnen und 1955 eingeweiht. Neben der Pflege im Wetzlarer Krankenhaus widmeten sich die Diakonissen auch der Altenpflege. Ein Diakonie-Zentrum wurde 1963 mit dem Bau von Haus Königsberg in Wetzlar errichtet. Außerdem erwarb die Königsberger Diakonie Grundstücke des ehemaligen Stadtkrankenhauses. In den nächsten Jahrzehnten verlagerten sich infolge der städtischen Umstrukturierungen, der sinkenden Diakonissenzahlen und der geringen Verbandsschwesternschaft die Arbeitsschwerpunkte weg vom Krankenhaus, 1984 wurden die letzten noch im Krankenhaus Wetzlar arbeitenden Schwestern des Mutterhauses offiziell von der Stadt übernommen, zur Altenpflege und therapeutischen Einrichtungen hin mit ihrem Schwerpunkt am Robert-Koch-Weg in Wetzlar.
Enthält u.a.
Enthält u.a.
Obwohl viel Material verlorenging, sind zahlreiche Berichte über die Kriegszeit, die Zeit im russischen Kaliningrad, über Kriegsgefangenschaft und Neuanfang erhalten geblieben. Da es sich hierbei meist um Berichte einzelner Schwestern handelt, ergeben sie einen vielfältigen Einblick in die damalige Zeit und sind auch für außenstehende Historiker von Interesse. Hervorzuheben sind die Akten von Schwester Maria Vogel, die in ihren Briefen über ihre Arbeit in Tansania berichtet. Außerdem berichtet Schwester Berta Zimmer, die sich zwischen 1947 und 1953 in russischer Kriegsgefangenschaft befand, aus dieser Zeit.
Die Zusammensetzung der Diakonissenschaft und ihre Herkunft ist durch die Personalakten und die kurzen, anlässlich des Heimgangs in den Grüßen gedruckten Lebensabrissen so gut belegt, wie sonst sicher bei keinem früheren kirchlichen Werk im heutigen polnischen oder russischen Gebiet. Auch die Verhandlungen über einen Lastenausgleich und über Kriegsgefangenenentschädigung für die Schwestern stellen eine gute Fundgrube zur Darstellung eines besonderen Aspekts der Geschichte des Lastenausgleichs dar.
Die Fotos sind in säurefreien Klarsichttaschen aufbewahrt; sie wurden aber nicht als Fotosammlung extra aufgeführt, sondern tragen Aktennummern. Der Bestand an Bauplänen, obwohl er unvollständig ist und nicht alle Gebäude umfasst, ist erheblich. Es fand sich nahezu die gesamte Überlieferung des Architekten Hämmerling, der die Entwürfe für den Altenberg und Haus Königsberg erstellt hatte. Darüber hinaus liegt sein umfangreicher Schriftwechsel vor. Allerdings sind viele Transparentpapier-Originale brüchig und in schlechtem Zustand, so dass sie nur mit Vorsicht zu gebrauchen sind. Alle Baupläne und Zeichnungen wurden von uns auf der Rückseite mit blauem Stift neu nummeriert; alte Nummern stammen von Architekt Hämmerling und sind nicht vollständig.
Die Zusammensetzung der Diakonissenschaft und ihre Herkunft ist durch die Personalakten und die kurzen, anlässlich des Heimgangs in den Grüßen gedruckten Lebensabrissen so gut belegt, wie sonst sicher bei keinem früheren kirchlichen Werk im heutigen polnischen oder russischen Gebiet. Auch die Verhandlungen über einen Lastenausgleich und über Kriegsgefangenenentschädigung für die Schwestern stellen eine gute Fundgrube zur Darstellung eines besonderen Aspekts der Geschichte des Lastenausgleichs dar.
Die Fotos sind in säurefreien Klarsichttaschen aufbewahrt; sie wurden aber nicht als Fotosammlung extra aufgeführt, sondern tragen Aktennummern. Der Bestand an Bauplänen, obwohl er unvollständig ist und nicht alle Gebäude umfasst, ist erheblich. Es fand sich nahezu die gesamte Überlieferung des Architekten Hämmerling, der die Entwürfe für den Altenberg und Haus Königsberg erstellt hatte. Darüber hinaus liegt sein umfangreicher Schriftwechsel vor. Allerdings sind viele Transparentpapier-Originale brüchig und in schlechtem Zustand, so dass sie nur mit Vorsicht zu gebrauchen sind. Alle Baupläne und Zeichnungen wurden von uns auf der Rückseite mit blauem Stift neu nummeriert; alte Nummern stammen von Architekt Hämmerling und sind nicht vollständig.
Literatur
Literatur
Hans-Jürgen Simon: Die Königsberger Diakonie im Wandel der Zeit ..., in: Lebenszeichen - Das Magazin der Königsberger Diakonie, Frühjahr 2010.
Dieter Nebeling: Von der Gründung, in: Lebenszeichen – Das Magazin der Königsberger Diakonie, Frühjahr 2010.
Andrea Pühringer: Katalog zur Ausstellung „Die Königsberger Diakonissen der Barmherzigkeit“ i.A. des „Freundeskreises der Königsberger Diakonie“, Wetzlar 2018.
Weitere Angaben (Bestand)
Umfang
Umfang
1570 Verzeichnungseinheiten
Benutzung
Benutzung
Nur nach Vorbestellung, da die Unterlagen nicht im Archivgebäude gelagert werden.