HStAM Bestand 105 b

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Kurmainzische Kellereien und Ämter in Hessen

Laufzeit

1540-1817

Siehe

Korrespondierende Archivalien

23 c Amt Fritzlar

105 c Kurmainzische Zentralbehörden (Landesregierung)

105 b Kurmainzische Stifter in Hessen

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Bei der Erschließung der Bestände 105 a und 105 c wurden einzelne Akten gemäß dem Provenienzprinzip ausgeschieden und in dem Bestand 105 b zusammengeführt.

Geschichte des Bestandsbildners

Die Kurmainzischen Kellereien und Ämter in Hessen waren Mittelbehörden, die zwischen der landesherrlichen Zentralregierung in Mainz und den Städten und Gemeinen im Lande standen. Neben allgemeinen Verwaltungsaufgaben oblag ihnen insbesondere die Erhebung von Abgaben, während die Rechtssprechung von Centgerichten ausgeübt wurde. Insbesondere nach der Reformation gab es wiederholt Austauschpläne für die vier Ämter in Hessen (1581 gegen Eppstein und 1685 bzw. 1780 gegen hanauische Ämter), die jedoch an der Konfessionsfrage scheiterten. Amöneburg, Fritzlar, Naumburg und Neustadt gelangten 1802 nach den Bestimmungen des Friedens von Luneville an Hessen-Kassel, Orb nach denen des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das Fürstentum Aschaffenburg.
1. Amöneburg: Das Amt Amöneburg bildete sich in seinen Grundzügen bis zur Mitte des 13. Jhs. aus. Seit der 1. Hälfte des 14. Jhs. besaß es den Charakter eines mainzischen Oberamts.
2. Fritzlar: Das Amt Fritzlar entstand im 13. Jahrhundert auf der Grundlage von Besitzungen und Rechten des Erzstifts Mainz und des Fritzlarer Petersstifts. 1335 wurde das Amt vom mainzischen Oberamtmann auf der Amöneburg verwaltet. Zwischen 1462 und 1495 war es an die Grafen von Waldeck verpfändet.
3. Naumburg: 1266 übertrugen die Herren von Naumburg Kurmainz die Stadt Naumburg, die fortan als Amt verwaltet wurde; der älteste Amtmann ist für 1277 belegt, der älteste Keller für 1310. Zwischen 1345 und 1588 war die Stadt an Waldeck, zeitweise aber auch an ritterliche Familien verpfändet.
4. Neustadt: 1294 verkauften die Grafen von Ziegenhain dem Erzstift Mainz Stadt und Burg Neustadt. Noch in demselben Jahr errichtete Mainz dort ein Amt, das dem Oberamt Amöneburg unterstellt war. Zwischen 1477 und 1549/50 hatte die Familie von Dörnberg die Stadt als Pfandlehen inne, zwischen 1632 und 1648 war sie von Hessen besetzt.
5. Orb: Bereits 1064 erhielt Mainz das dem Spessart benachbarte Orb mit den zugehörigen Salzquellen und dem Orber Reisig von König Heinrich IV. In späteren Jahrhunderten wurde die Stadt allerdings wiederholt verpfändet: 1428 und 1547-1565 an die Grafen von Hanau, die sie zwischen 1631 und 1649 dann noch einmal als schwedische Schenkung besaßen, und 1666-1721 zunächst an Frankfurter Kaufleute, dann an die Freiherrn von Schönborn. 1540 wurde die Amts-Vogtei Orb dem neu gegründeten Oberamt Hausen einverleibt. Erst im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts löste Orb Hausen als Sitz des Oberamts ab.

Enthält

1. Oberamt und Kellerei Amöneburg: I. Verwaltung; II. Fiskus; III. Recht
2. Amt und Kellerei Fritzlar: I. Verwaltung; II. Fiskus; III. Recht
3. Amt und Kellerei Neustadt: I. Verwaltung; II. Fiskus; III. Recht
4. Amt und Kellerei Orb : I. Verwaltung; II. Fiskus; III. Recht
5. Amt und Kellerei Naumburg

Literatur

Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (Hrsg.), Historisches Ortslexikon des Landes Hessen, Bd. 1- , Marburg/Lahn 1973- .

Böhne, W., Naumburg 1170-1970, in: Stadt Naumburg (Hrsg.), Naumburg. Vergangenheit. Wegweiser in die Zukunft. Heimatbuch zur 800-Jahr-Feier vom 11. bis 14. Sept. 1870, o.O. [1970], S. 11-68.

Demandt, K.E., Geschichte des Landes Hessen, 2. Aufl., Kassel und Basel 1972.

Schneider, A., Stadt und Amt Amöneburg. Beiträge zur Geschichte der kurmainzischen Besitzungen im Raume Oberhessen, Amöneburg 1971.

Wolf, F.N., Das Landgericht Orb, seine Saline und Umgebungen, Aschaffenburg 1824 [ND Bad Orb 1977]

Findmittel

gedrucktes Findbuch (in Bearbeitung)

HADIS-Datenbank

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

2,3 MM

Referent

Dr. Vahl