NL 213

Vollständige Signatur

StadtA WI, NL 213

Bestand


Identifikation (kurz)


Titel Titel
Simon, Hans (1906-1990)
Laufzeit Laufzeit
1955, 1975-1980

Bestandsdaten


Bestandsgeschichte Bestandsgeschichte
Zugänge:
1. 2020/02, 14.05.2020, Elisabeth Beiter (Bierstadter Str. 84, 65191 Wiesbaden), Schenkung (mit Vertrag)
Geschichte des Bestandsbildners Geschichte des Bestandsbildners
Hans Wilhelm Simon
Stadtbaurat a. D.; CDU-Politiker
evangelisch

* 25.3.1906 in Kiel (Reg.Nr. 630/1906)
† 18.4.1990 in Wiesbaden (Reg.Nr. 869/1990)

oo 25.7.1933 in Berlin-Karlshorst (Standesamt Berlin-Lichtenberg, Reg.Nr. 221/1933): Anneliese Wilhelmine Herta Brandt
* 29.4.1911 in Berlin
- 5 Kinder: Hildegard, Wilhelm, Elisabeth, Helmut, Ines
- wohnhaft: Sonnenberger Str. 71, Wiesbaden

Allgemeines zu Hans Simon:
- Architekt und Städtebauer in den 1950er und 1960er Jahren
- Er galt als international anerkannter Experte auf dem Gebiet der mittelalterlichen Stadtschöpfungen, der dabei den Blick für das Moderne und Neue bewahrte.
- Er warb für Verständnis für funktionale und gestalterische Erfordernisse zentraler Stadträume.
- Nach der beruflichen Laufbahn widmete er sich historischen Städtedarstellungen (siehe Publikationen und Ausstellungen).

Werdegang
1911 Übersiedlung nach Schierstein
Ostern 1912 - Ostern 1916 Besuch der Volksschule Schierstein
Ostern 1916 - Ostern 1925 Besuch des Realgymnasiums Biebrich (Riehlschule)
20.4.1925 Abitur an der Riehlschule Biebrich
1925 - 1930 nach kurzer Tätigkeit bei A. Winkler, Biebrich, und A. Betzel, Kastel, Studium der Architektur und des Städtebaus an den Technischen Hochschulen Darmstadt (u. a. Dozent Augusto Varnesi) und Berlin-Charlottenburg (u. a. Prof. Jansen und Prof. Heinrich Tessenow)
Dipl. Vorexamen 1928 "Mit Auszeichnung";
Dipl. Hauptexamen 1930 mit "Sehr gut" (Abschlussprüfung am 29.11.1930 an der TH Berlin-Charlottenburg)
15.1.1931 - 31.8.1931 Angestellter bei Architekturbüro P. Jürgensen, Berlin
1.9.1931 - 31.3.1932 Selbständiger Architekt in Berlin und München
1.4.1932 - 31.12.1932 Durchführung einer Studienreise im Auftrag der Hochschule Berlin
15.1.1933 - 8.6.1933 Angestellter im Hochbauamt der Stadt Wiesbaden: Prüfung von Baugesuchen, Vorbereitung einer projektierten Stadtrandsiedlung, Entwurf und Bauleitung für ein größeres Clubhaus (Tennisclubhaus im Nerotal)
1.8.1933 - 15.3.1934 Bautechniker im Amt Büderich bei Düsseldorf
1.4.1934 - 1.10.1934 Hochschulassistent an der TH Berlin
1.3.1935 - 14.7.1935 Dipl. Ing. Architekt im Heimstättenamt Berlin
15.7.1935 - 5.5.1945 Bauleiter (15.7.1935 - 11.12.1939) und Bauamtsvorsteher (11.12.1939 - 28.3.1947; Regierungsbaurat) bei der Luftwaffenbauverwaltung in Pommern mit Bauvorhaben an der Ostsee
2.12.1940 - 8.5.1945 Kriegsdienstzeit in besetzten Gebieten (Steiermark, Griechenland, Norwegen)
6.5.1945 - 27.3.1947 Kriegsgefangenschaft in Frankreich
1.4.1947 - 6.4.1948 Messe und Ausstellungsgesellschaft Frankfurt am Main
7.4.1948 - 29.6.1950 Technischer Angestellter als Dipl. Ing. Architekt bei der Stadt Frankfurt am Main, Bauverwaltung Hochbau
30.6.1950 - 31.12.1953 Stellvertretender Amtsleiter im Stadtplanungsamt der Stadt Frankfurt am Main
1.8.1954 - 31.12.1966 (Wiederwahl am 11.2.1960) Stadtbaurat/Baudezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden
Er wird zwei Mal wiedergewählt, die zweite Berufung nimmt er auf eigenen Wunsch nicht an, da es vorgesehen war die Verkehrsplanung und das Verkehrswesen vom Baudezernat zu trennen. Ruhestand: 31.12.1966.

Bauliche Entwicklung Wiesbadens in seiner Amtszeit als Stadtbaurat
1954 Inbetriebnahme der "Groß- und Kleinviehmarkthalle"
Fertigstellung des 1. Bauabschnitts der Großsiedlung Hainerberg
1955 Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes der Deutschen Pfandbriefanstalt
1956 Neubau des Statistisches Bundesamtes und des Verwaltungsgebäudes der Berlinischen Lebensversicherung am Schillerplatz
1958 Fertigstellung des Appartementhauses "Vierjahreszeiten"
1959 Fertigstellung des Erbenheimer Kreisels
Bau der Sporthallen in der Klarenthaler Straße
1960 Fertigstellung des Grohag-Gebäudes am Stresemann-Ring (heute Baudezernat)
Fertigstellung der Rhein-Main-Halle und des Finanzministeriums
1961 Einweihung der neuen Rheinterrassen
Einweihung des Alten- und Pflegeheims Biebrich
1962 Baubeginn des Rhein-Main-Schnellweges
1963 Prof. Ernst May stellt seine Planungen für die Großwohnsiedlungen Klarenthal und Schelmengraben vor
Fertigstellung der Thorwaldsenanlage, der ersten großzügigen innerstädtischen Grünanlage
1964 Fertigstellung des 2. Bauabschnitts am Kurplatz
1965 Fertigstellung der Feuerwache I am Kurt-Schumacher-Ring
1966 Die ersten Sozialwohnungen der Siedlung Klarenthal werden bezogen
Fertigstellung des Schwimmbades Maaraue

Weitere Berufliche Leistungen:
- nach eigenen Angaben während seiner Amtszeit Bauvorhaben im Wert von insgesamt 650 Millionen Mark im Hoch- und Tiefbau genehmigt
- Generalverkehrsplan als jahrelange Grundlage für den Straßenbau und Stadtaufbauplan mitentwickelt
- Sein Werk in Zahlen (u.a.): "400 Schulklassen, 80km Straßen, 40 Brücken, 23 Turnhallen" (Wiesbadner Kurier, 25.03.1986)
Verdienste:
- 1967: Ehrenschale der Stadt Wiesbaden
Mitgliedschaften:
- Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung
- Internationaler Rat für Denkmahlpflege (Seit 1965)
- Bauzuschuss des Hessischen Städtetages
Publikationen und Ausstellungen
- verschiedene Publikationen im Rahmen seiner Mitgliedschaften
- 1975: Das Herz unserer Städte. Handzeichnungen europäischer Stadtzentren des Mittelalters (7 Bände), erschienen im Bacht Grafische Betriebe und Verlag GmbH, herausgegeben von der Akademie für Städtebau und Stadtplanung
- 1986: Ausstellung vom Magistrat in der Villa Clementine zu seinen städtebaulichen Zeichnungen, Eröffnung am 18.4.1986
Es wurden 200 aus insgesamt 1600 Städtezeichnungen ausgewählt, die er von 1963-1984 erstellt hatte.
Zitat im Rahmen der Ausstellung:
" Als ich vor 35 Jahren mit der zeichnerischen Darstellung mittelalterlicher Stadtzentren begann, geschah dies in der Absicht, ihre Gestaltungsgesetze zu erkennen und für dir mir als planer gestellten Aufgaben nutzbar zu machen" (Wiesbadner Leben, 06/86)


Quellen:
Best. WI/P Nr. 5896
Best. LAA Nr. 11817
Literatur Literatur
Wiesbadener Kurier vom 24.3.1966, 2.1.1967, 24.3.1971, 25.3.1976, 25.3.1986, 19.4.1990
Wiesbadner Tagblatt vom 24.3.1966, 24.3.1976, 25.3.1981, 22./23.3.1986, 26.3.1986
Wiesbadener Leben, 6/1986
Findmittel Findmittel
Findbuch von Eva Bender (2021)
Datenbankerschließung in FAUST/Arcinsys seit 2020

Weitere Angaben (Bestand)


Umfang Umfang
7 VE; 0,2 lfd.m
Benutzung Benutzung
Nutzungsrechte: Sonstige: verschiedene Rechtelage
Deskriptoren Deskriptoren
Simon, Hans (1906-1990), Stadtbaurat