HStAM Bestand 159

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Staatstheater Kassel

Laufzeit

1814-1968

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Bestände 5, 6 a, 6 b, 7 a, 73, 150, 175 und 300 Abt. 11

Bestandsdaten

Aufsatz

Mit dem nun vollständig verzeichneten Bestand 159 Staatstheater Kassel ist ein bedeutendes Stück Kasseler Geschichte im Staatsarchiv Marburg für die Nutzung zugänglich. Zusammen mit den Beständen 160 Akademie der Bildenden Künste und 223 Landesbibliothek Kassel gewährt die Überlieferung des Staatstheaters Kassel einen umfassenden Einblick in die Kulturgeschichte der Stadt. Bereits um 1600 gegründet, erlebte das Theater seine Blütezeit unter den Landgrafen Karl und Friedrich II. Ab 1821 wurde es als unmittelbare Einrichtung der Hofverwaltung geführt, nach der Übernahme Kurhessens durch Preußen 1866 den Königlichen Schauspielen zugeordnet und ab 1918 in Preußisches Staatstheater umbenannt. Der Bestand umfasst knapp 30 lfd. Regalmeter oder 2959 Verzeichnungseinheiten. Vom frühen 19. bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts lassen sich die künstlerischen Aktivitäten auf der Bühne und die Infrastruktur hinter der Bühne nunmehr fast lückenlos recherchieren. So enthält der Bestand Akten zu den Vorstellungen, zum Repertoire, zu den Gastspielen, zum Garderobe-, Kostüm- und Dekorationswesen sowie zum Finanz- und Rechnungswesen. Ein Großteil der Überlieferung besteht aus Personalakten der am Theater tätig gewesenen Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Schauspiel, Oper, Chor, Orchester und Ballett, darunter auch einige bekannte Persönlichkeiten wie der österreichische Komponist Gustav Mahler. Die zum Teil mit Fotografien, Presserezensionen und Referenzen bestückten Akten gewähren einen Einblick in das Wirken der Ensemblemitglieder und den Theaterbetrieb insgesamt. Der Bestand beleuchtet auch die finstere Zeit der Kasseler Theatergeschichte von 1933 bis zum Kriegsende, in der die jüdischen Beschäftigten und Parteigegner entlassen und verfolgt wurden. Damit reiht sich das Kasseler Theater in die Reihe jener sechs hessischen Theater ein, deren Geschichte während der NS-Zeit in der Ausstellung Verstummte Stimmen sowie in einer gleichnamigen Publikation aufgearbeitet wurde.

Bestandsgeschichte

Der Bestand enthält Vorakten des Hofmarschallamtes und anderer Hofbehörden.
Die älteren Akten und Rechnungen des Bestandes stammen aus einer Akzession von 1943.
weitere Akzessionen: Acc. 2010/60, Acc. 2013/21, Acc. 2016/109

Geschichte des Bestandsbildners

Die Anfänge des Kasseler Theaterwesens liegen noch unter Landgraf Moritz um 1600 (Errichtung des Ottoneums). Blütezeiten erlebte das Kasseler Theater dann unter Landgraf Karl und Landgraf Friedrich II. sowie unter Kurfürst Wilhelm II. (Generaldirektor Feige, Hofkapellmeister Spohr). Nachdem 1814 bis 1821 ein Hoftheater auf der Basis eines Unternehmervertrages betrieben worden war, wurde es 1821 zu einer unmittelbaren Einrichtung der Hofverwaltung. Das Kurfürstliche Hoftheater wurde 1866 mit Beginn der preußischen Zeit zu den 'Königlichen Schauspielen' und nach 1918 zum preußischen Staatstheater. Es gehörte zunächst zum Ressort des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, war 1932 bis 1935 (zur Vermeidung der Schließung) in städtischer Verwaltung und gehörte ab 1935 zum Ressort des preußischen Ministerpräsidenten.

Enthält

Der Bestand enthält Rechnungen und Akten u.a. zum Etat-, Kassen- und Rechnungswesen, zu den Vorstellungen und zum Repertoire, zu Personalangelegenheiten (darunter Schauspieler, Sängerinnen und Sänger, Chor, Orchester, Ballettt), zur Anschaffung von dramatischen und musikalischen Werken, zu Gastspielen, zum Garderobe-, Kostüm- und Dekorationswesen.

Acc. 2016/107: Theatergeschichtliche Sammlung, Inszenierungsakten des Dramaturgen Hans Joachim Schaefer (1923-2007), Schauspielerpersonalakten.

Literatur

Theater in Kassel, Kassel 1959

Findmittel

Arcinsys-Datenbank (Nr. 1-4074)

masch. Findbuch (Nr. 1-304, retrokonvertiert nach HADIS, 2009)

ca. 15,41 MM noch unverzeichnet

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

60,58 MM

Referent

Herr Dr. Murk

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen

Letzte Aktualisierung: 23.3.2017