HStAD Bestand G 55

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Landestheater Darmstadt (heute: Staatstheater Darmstadt)

Laufzeit

(1830-) 1872 - 2016

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Die Druckschriften des Theaters (wozu auch die Programmhefte etc. zu zählen sind) befinden sich in der Dienstbibliothek des Staatsarchivs.

Die Plakate des Theaters befinden sich in der Plakatesammlung R 2.

Abbildungen des Ensembles sowie von Bühnenbildern finden Sie in der Bildersammlung R 4.

Die älteren Akten der Verwaltung (zunächst Hoftheater- und Hofmusikdirektion, ab 1900 Generaldirektion des Hoftheaters und der Hofmusik des 1809/10 begründeten Großherzoglichen Hoftheaters) gehörten bis 1918/19 als 'Hofamt' in den Bereich des Hofetats und sind im Bestand D 8 (Hofmarschallamt) überliefert.

Eine Parallelüberlieferung für das Schriftgut des Zeitraums 1810 - 1848 bildet ein Teil der Kabinettregistratur in der Abteilung D 12 des Großherzoglichen Haus- und Familienarchivs, der wie die Theaterüberlieferung in D 8 in das Findbuch des Bestands 'G 55 Landestheater' aus dem Jahre 1984 einbezogen wurde.

S. auch: Nachlass der Sopranistin Gertie Charlent (O 59 Charlent)

S. auch: Nachlass der Kammersängerin Hertha Faust (O 59 Faust)

Dokumentationsmaterial der Theatergeschichtlichen Sammlung der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek

Bestand 'ST 44 Musikverein Darmstadt' des Stadtarchivs

Flyer des Staatstheaters befinden sich in R 12 H.

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Die jüngeren Akten der Hoftheater- und Musikdirektion sind nur bruchstückweise überliefert, da sie sich wie die modernen Akten bei der Zerstörung des Theaters durch den Bombenangriff vom 11./12. September 1944 noch im Gewahrsam der Generaldirektion des Landestheaters befanden.
Die erhaltenen Teile wurden 1955/73 und 2007 übernommen.
Eine weitere große Aussonderungsaktion fand 2011/2012 statt. Seitdem werden die Unterlagen kontinuierlich übernommen.

Geschichte des Bestandsbildners

Die Verwaltung des 1809/10 begründeten Großherzoglichen Hoftheaters (Hoftheater- und Hofmusikdirektion, ab 1900 Generaldirektion des Hoftheaters und der Hofmusik) gehörte bis 1918/19 als 'Hofamt' in den Bereich des Hofetats.
1919 wurde aus dem Großherzoglichen Hoftheater das hessische Landestheater.
Im Zuge der Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Großherzog wurde das nunmehrige Landestheater 1919 dem Landesamt für Bildungswesen des Volksstaats Hessen (später Kultusministerium) unterstellt.
Während der ersten Intendanz Hartungs entwickelte sich das Theater zu einem der führenden Häuser in der Weimarer Republik.
1922 erfolgte die Eröffnung des 'Kleinen Hauses'.
Im Verlauf der 1920er Jahre wurde Darmstadt zu einer der modernsten Bühnen Deutschlands.
Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten endet die Intendanz Hartungs, zahlreiche Künstler mussten aus rassich oder politisch motivierten Gründen das Haus verlassen, völkisch-nationale Stücke standen anfangs im Mittepunkt der Aufführungen. Dies änderte sich durch die Intendanz Everths, der die Theaterarbeit so gut es ging vom NS-Einflüssen freihalten konnte.
1944 musste das Theater schließen, im September 1944 wurden beide Häuser durch einen Bombenangriff zerstört.
1945 erfolgte ein improvisierter, oft mühsamer Neubeginn in der Orangerie.
Unter Harro Dicks (Oper) und Gustav Sellner wurde das Haus wieder zu einem der führenden Deutschlands, es entstand der auch international bekannte 'Darmstädter Stil'.
1963 wurde Hans Drewanz Generalmusikdirektor, der mehr als drei Jahrzehnte prägend für das Musiklebens Darmstadts wirkte.
Die Aufführungen fanden in dieser Zeit nicht nur in der Orangerie und der Stadthalle sondern auch im Schloss auf einer Experimentierbühne statt.
1972 wurde der von Architekt Rudolf Prange entworfener Neubau eingeweiht, der auch heute noch Sitz des Theaters ist.
Das 'Landestheater' wurde zum 'Staatstheater' umbenannt.
Neue Impulse setzte Intendant Horres in den 1970er Jahren auf dem Gebiet des Musiktheaters.
Auf Irritation beim Publikum stießen anfangs die Inszenierungen Peter Girths, es kam zu einem Besucherschwund.
Während der Intendanz von Dew wurden mehrere Sanierungsarbeiten am Gebäude durchgeführt. Die Intendanz war überschattet durch mehrere öffentlich ausgetragene interne Konflikte.

Intendanten des Landes-/Staatstheaters:
- Adolf Krätzer (1919)
- Gustav Hartung (1920-1924)
- Ernst Legal (1924-1927)
- Carl Ebert (1927-1931)
- Gustav Hartung (1931-1933)
- Franz Everth (ab 1934)
- Wilhelm Henrich (ab 1945)
- Walter Jokisch (1946-1948)
- Siegmund Skraup (1948-1951)
- Gustav Rudolf Selnner (1951-1961)
- Gerhard F. Hering (1961-1971)
- Günther Beelitz (1971-1976)
- Prof. Kurt Horres (1976-1984)
- Peter Brenners (1984-1991)
- Dr. Peter Girth (1991-1996)
- Gerd-Theo Umberg (1996-2004)
- John Dew (2004-2014)
- Karsten Wiegand (2014-)

Schauspieldirektor:
- Jonas Zipf (2014-2015)
- Oliver Brunner (2016-)

Operndirektor:
- Berthold Schneider (seit 2014)

Generalmusikdirektor:
- Will Humburg (seit 2014)

Enthält

Personal- und Versorgungsakten für künstlerisches und technisches Personal (vorwiegend ab 1920)
Werkakten
Akten betr. Aufführungsrechte, Tantiemen, Gema (ab 1872)
Besucherstatistik (seit 1964)
Organisation von Konzerten, Gastspielen und Sonderveranstaltungen
Inventar und Spielbetrieb
Spielpläne und Öffentlichkeitsarbeit, Presseausschnittssammlung.
Haushaltsunterlagen (ab 1936), Rechnungen und Belege (aus G 35)

Literatur

s. die entsprechenden Artikel im Stadtlexikon Darmstadt

Staudt, Reinhold: 150 Jahre Darmstädter Theater, Sonderdruck, 1960/1961 [Bibliothek: J 1065/12]

275 Jahre Theater in Darmstadt. Ausstellung des Hessischen Staatsarchivs und der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek, 1986 [Bibliothek: J 1065/13]

Heer, Hannes (u.a.): Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der 'Juden' und 'politisch Untragbaren' aus den hessischen Theatern 1933 bis 1945, Berlin 2011.

Staatstheater Darmstadt. 300 Jahre Theatertradition 1711-2011, Darmstadt 2011.

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Maschinenschriftliches Findbuch (mit behörden- und personengeschichtlicher Einleitung und Personenindex), bearb. 1984 mit Anwärtern und Angestellten von Eckhart G. Franz.

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

103 m (komplett erschlossen)

Referent

Eva Rödel