HStAD Bestand G 42 B

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Gewerbemuseum Darmstadt

Laufzeit

1887-1930

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners

Behörden- und Bestandsgeschichte: Das hessische Gewerbemuseum Darmstadt gehört zu den ältesten öffentlichen Sammelstellen gewerblicher Kunst in Deutschland. Es ist aus den Sammlungen des 1836 gegründeten Landesgewerbevereins (siehe G 42 A) hervorgegangen. Die sukzessive durch Erwerb von Apparaten, Gebrauchsgegenständen und Materialproben aufgebaute Technische Mustersammlung des Landesgewerbevereins, die auch über eine bedeutende Bibliothek zu Fragen der Physik, der Chemie und der Maschinenkunde verfügte, konnte im Jahre 1878 ein eigenes Museumsgebäude in Darmstadt (Neckarstraße 3) beziehen. Geplant war, die Sammlung als Gewerbemuseum derart auszubauen, dass sie ein Bild der fortschreitenden Entwicklung der Gewerbetätigkeit vermitteln konnte. Der an gleicher Stelle in den Jahren 1893 bis 1896 errichtete, noch heute bestehende Neubau konnte im November 1898 feierlich von der 'Großherzoglich-Hessischen Zentralstelle für die Gewerbe' bezogen werden. 1908 wurde das Museum auf Veranlassung der Ministerialabteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe derart umorganisiert, dass in Zukunft nicht mehr wahllos gesammelt wurde. Vielmehr sollten nur noch diejenigen Gegenstände aufgenommen werden, die die neueren technischen Entwicklungen deutlich machen konnten. Der Neuaufbau, der durch die Einteilung in die fünf Materialgruppen Holz, Keramik, Metalle, Textilien und Buchgewerbe sein charakteristisches Gepräge erhielt, ist wesentlich ein Werk des von 1909 bis 1916 amtierenden Museumsleiters Dr. Hermann Kienzle. Wirtschaftliche Schwierigkeiten führten dazu, dass das Museum aufgrund eines am 27. Juni 1930 gefassten Landtagsbeschlusses aufgelöst werden musste. Die Bestände wurden auf das Landesmuseum und die Landesbibliothek in Darmstadt verteilt. Der in der Landes- und Hochschulbibliothek verbliebene Aktenbestand konnte 1985 als Depositum ins Hessische Staatsarchiv Darmstadt übernommen werden.

Enthält

Im Bestand sind vor allem Akten zur Organisation und Planung von Ausstellungen, Vorträgen und sonstigen Veranstaltungen zur Gewerblichen Kunst enthalten. Daneben befinden sich in ihm: Personalakten des Museumspersonals, Dienstakten, Registraturpläne, Protokolle und Mustersammlungen, Akten über Patentrechte und Gewerblichen Rechtsschutz, Schriftwechsel mit dem Deutschen Werkbund, mit Prof. Rudolf Koch/Offenbach und Gewerbetreibenden. Zahlreiche Firmenbriefköpfe; Beteiligung an der Deutschen Gewerbeschau München 1922.

Literatur

Der Gewerbeverein für das Großherzogtum Hessen und die Großherzogliche Zentralstelle für die Gewerbe. Denkschrift zur Feier des 75jährigen Bestehens, verfasst von den Beamten der Großherzoglichen Zentralstelle, Darmstadt 1911

Georg Haupt, Zum Andenken an das Hessische Gewerbemuseum in Darmstadt, in: Volk und Scholle Bd. 9, Heft 2, 1931, S. 48-52

Feier zur Vollendung des neuen Dienstgebäudes der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe in Darmstadt, in: Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen. Zeitschrift des Landesgewerbevereins, Nr. 14/15, April 1896, S. 107-110

Findmittel

Findkartei, erstellt 1985 von Peter Berninger (unauffindbar); Neuverzeichnung erforderlich

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

4,625 m

Referent

Klaus-Dieter Rack