ISG FFM Fonds A.45.04

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Description: Fonds

Identification (short)

Title 

Museum für Völkerkunde (Weltkulturen Museum)

Life span 

1932-2008

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Corresponding archival items 

A.01.01 Stadtverordnetenversammlung Nr. 1.615 Völkermuseum 1904-1933.

A.02.01 Magistratsakten: S 1.519 - S 1.521 (Städtisches Völker-Museum, 1904-1930), S 1.522 (Forschungsinstitut für Kulturmorphologie und Afrikaarchiv, 1924-1930), Az.: 6.320 (in Nr. 2.365) bis 6.323 (Museum für Völkerkunde), 6.324a, 6.324/1 und 6.324/2 (Gesellschaft für Kulturmorphologie und Frobenius-lnstitut) 1930-1954; Nr. 2.365-2.366 (Museum für Völkerkunde und Frobenius-lnstitut) 1954-1969.

A.41 Kulturamt Nr. (u.a.) 231, 238-239, 477- 4 78, 779, 1.120, 1 .194, 1.206-1.210,
1.217, 1.265-1.270, 1.294, 1.325, 1.387, 1.389.

S 11175: Nachlass Dr. Bernhard Hagen und Anna Hagen-Treichel,

Fonds data

Custodial history 

Seit 1996 erfolgten folgende Abgaben durch das Museum:
Akz. Museum für Völkerkunde : III/1996-15;
Akz. Museum für Weltkulturen: II/2015-6.

History of creator 

Im Jahr 1904 wurde ein städtisches Völkerkundemuseum gegründet, in dem die bereits im städtischen Besitz vorhandenen ethnografischen und die Sammlung des Arztes Dr. Bernhard Hagen (1853-1919) aus dem melanesisch-indonesischen Raum vereinigt wurden. Im Jahr 1925 erwarb die Stadt das von Prof. Leo Frobenius (1873-1938) in Afrika zusammengetragene Material und vereinigte 1934 das Museum mit den von Frobenius geschaffenen Einrichtungen unter dessen Leitung. Von 1938 bis 1967 waren Museum, Frobenius-Institut und Seminar für Völkerkunde miteinander vereinigt. 1946 wurde das Haus in Städtisches Museum für Völkerkunde umbenannt, in den 1960er Jahren in Museum für Völkerkunde der Stadt Frankfurt am Main. 2001 erhielt das Museum den Namen Museum der Weltkulturen. Seit 2010 firmiert das Haus unter dem Namen Weltkulturen Museum.

Bereits die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft erwarb nach 1824 völkerkundliche Sammlungsgegenstände. Nachdem es bereits Ende des 19. Jahrhunderts Bemühungen zur Gründung eines Völkerkundemuseums in Frankfurt a.M. gegeben hatte, wurde eine völkerkundliche Ausstellung der Frankfurter Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte im Zoo im Jahr 1902 die Keimzelle des heutigen Museums für Völkerkunde. Die Sammlung des Arztes Dr. Bernhard Hagen (1853-1919), der lange Jahre auf Sumatra und Neuguinea zugebracht und umfangreiche Kenntnisse über die Völker des indonesischmalaiisch-melanesischen Raumes erworben hatte, konnte den damaligen Oberbürgermeister Adickes 1904 zur Gründung eines des Städtischen Völkermuseums gewinnen. Das neue Museum wurde zusätzlich um die ethnografischen Bestände des Historischen Museums und die Sammlungen des Anthropologischen Vereins erweitert und wie andere wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen in der Stadt mit Stiftungserträgen unterstützt. Es fand zunächst im Haus Münzgasse 1 Platz, doch schneller Zuwachs führte im Jahr 1908 zum Umzug ins ehemals Thurn- und Taxis-Palais, in dem das Museum bis zur Zerstörung im Jahr 1944 untergebracht war. Ebenfalls 1908 wurde mit Dr. Johannes Lehmann (1876-1961) der erste wissenschaftliche Beamte eingestellt, 1919 folgte mit Dr. Ernst Vatter ein zweiter wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Hagen war bis zu seinem Tod ehrenamtlicher Leiter des Museums und erweiterte dessen Bestände durch weitere Expeditionen, die auch nach seinem Tod fortgesetzt wurden, so 1928/1929, als das Museum eine von Vatter geleitete Forschungsreise nach Niederländisch-Indien und Timor unternahm, und in den dreißiger Jahren nach Nordost-Australien. Im Jahr 1925 erwarb die Stadt die von Leo Frobenius ( 1873-1938) auf mehreren Expeditionen erworbenen Sammlungen seines Afrika-Archivs und brachte sie in gesonderten Räumen im Thurn- und Taxis-Palais unter. Zugleich verlegte das von Frobenius im Jahr 1898 begründete Forschungsinstitut für Kulturmorphologie e.V. seinen Sitz nach Frankfurt. Ebenso wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen Museum, Afrika-Archiv und Forschungsinstitut vereinbart. Im Jahr 1934 wurden Völkerkundemuseum und das jetzt in städtischem Besitz befindliche Afrikaarchiv unter der gemeinsamen Leitung von Frobenius, der 1932 zum Honorarprofessor ernannt worden war, zusammengefasst. Im Jahr 1937 zog das Forschungsinstitut für Kulturmorphologie - seit 1945 Frobenius-lnstitut - in das Senckenberg Gebäude Stiftstraße 30 ein, wo es bis zur Zerstörung des Gebäudes 1944 arbeitete. Die Bestände konnten durch rechtzeitige Auslagerung weitgehend gerettet werden. Nur die Bibliothek und ältere Teile der Registratur verbrannte.

Im Jahr 1946 richtete die Frankfurter Universität eine Professur für Völker- und Kulturkunde ein und besetzte sie mit Adolf Jensen, einem Schüler von Frobenius, der 1938 kommissarischer Leiter geworden war, so dass der Lehrstuhl für Völkerkunde samt dem Seminar für Völkerkunde der Universität, das Museum und das Frobenius-lnstitut unter einer Hand vereinigt waren. Das Frobenius-lnsitut wurde 1967 von der Universität übernommen. Zugleich endete die Personalunion zwischen Museumsleitung und Lehrstuhl.

Das Museum fand nach dem Krieg zunächst provisorische Unterkunft in den Häusern Myliusstraße 29 und 31 sowie in verschiedenen Depots und zog letztlich 1968 in zunächst eine Villa am Schaumainkai (Nr. 29), später erweitert um die Villen Schaumainkai 35 und 37. Für seine Austellungen musste das Museum jeweils Ausstellungsräume suchen und blieb ohne einen eigenen Zweckbau. Nachdem eine letzte Planung auf dem Grundstück Schaumainkai 35 von 1989 unverwirklicht blieb, stehen dem Museum am Schaumainkai drei Villen und seit 1995 im Frankfurter Osten ein Magazinneubau zur Verfügung. (Stand 1998)

Leiter:
Dr. Bernhard Hagen ( 1904-1919, ehrenamtlich);
Dr. Johannes Lehmann ( 191 9-1934 kommissarisch);
Prof. Leo Frobenius (1934-1938);
Prof. Dr. Adolf. E. Jensen (1938 stellv. Leiter, 1945-1965 nebenamtlich);
Prof. Dr. Carl A. Schmitz (1965-1966, nebenamtlich);
Dr. Hermann Niggemeyer (1967-1971);
Dr. Heinz Keim (1971-1983);
Dr. Johanna Agthe (1983-1985 kommissarisch);
Prof. Dr. Josef Franz Thiel (ab 1985-1998);
Dr. Johanna Agthe (1998-2000 kommissarisch);
Dr. Annette Rein (2000-2008);
Dr. Christine Stelzig (2008-2010 kommissarisch);
Dr. Clementine Deliss (2010-2015);
Dr. Eva Raabe (2015-2019 kommissarisch, ab 2019)

Further information (fonds)

Extent 

63 Verzeichnungseinheiten (Stand 2019)

Access 

Lagerort: BO

Die Signatur 31 wurde nicht vergeben.