HStAD Bestand R 21 C 1 Nr. NACHWEIS

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Beschreibung

Identifikation (Fallakte)

Laufzeit 

1598-1856

Aktenart 

Biografischer Nachweis

Angaben zur Person

Personenname 

Curti, (N.N.) Familie von

Biografische Angaben 

Wilhelm / William Curtius (1598 - 1678)
Carl Wilhelm Curtius (+ 13.4.1733)
Wilhelm Curtius war, soweit feststellbar, nie konkret am Darmstädter Hof akkreditiert, obwohl sein Mandat als 'englischer Agent bei den deutschen Höfen' vermutlich auch Hessen-Darmstadt einbezog. Im hessen-darmstadtischen Haus -und Familienarchiv findet sich lediglich ein Dankschreiben Landgraf Ludwigs VI. an den 'Vesten, Unserm Lieben Besonderen Wilhelm Curtio, Königl. Engelschen Residenten und Churfürstl. Pfalzischen Gehaimen Rath' in Umstadt von 20.2.1669, in dem Curtius für ein durch den Darmstädter Amtmann Johannes Mylius überliefertes 'tractätlein' gedankt wird (Abt. D 4 Nr. 238/2). Unterlagen über die diplomatische Tätigkeit Curtius', finden sich in anderen Darmstädter Beständen, da die Darmstädter Regierung 1784 eingeschaltet wurden, um die Forderungen der Familie von Curti an die Krone England für di nicht bezahlten Gehälter und Auslagen des Vorvaters William als englischer Resident einzutreiben. Nach dem damals nach London geschickten Bericht (englisches Konzept hier bei den Akten Abt. E 12 Nr. 60/10) war William Curtius im Gefolge des flüchtigen Winterkönigs Friedrich von der Pfalz nach England gekommen. Nach der in Kopie vorliegenden Kostenaufstellung war er ab September 1639 als ständiger Resident König Karls I bei den deutschen Staaten bestallt. Die ebenfalls in Kopie vorliegenden Bestallungsurkunden datiern vom 18.10.1640 und (von dem damals seinerseits exilierten Karl II.) von 11.3.1652. Die berechneten Forderungen reichten bis ins Jahr 1654, als Curtius sich dem damals in Köln residierenden Exilhof Karls II. angeschlossen habe. Die Gesamtforderungen in Höhe von 14.255 Pfund Sterling hat Karl II. 1663 ausdrücklich anerkannt. Nach dem 'Repertorium der diplomatischen Vertreter' (Bd. 1, 1936) war Curtius von März 1649 bis Ende 1654 und erneut von Januar 1665 bis 1673 als englischer Resident in Frankfurt, von Ende 1654 bis Ende 1661 in Mainz akkeditiert. 1659 vertrat er Kurpfalz auf einem Deputationstag in Frankfurt. Curtius stand vor und nach, vermutlich auch während seiner Tätigkeit für England in kurpfälzischen Diensten. Er wird in der pfälzischen Korrespondenz über die vormals zur Abtei Limburg a.d. Hard gehörigen Lehen in Karben bei Frankfurt, die 1643 eingesetzt, von Pfalzgraf Karl Ludwig 1644 ausdrücklich als 'der Königl. Würde in Groß-Brittannien Resident in Teutschland und unser hiebevor gewesener Rat' bezeichnet. Schon 1650 wird er als kurpfälzischer Geheimer Rat und Oberamtmann zu Otzberg adressiert. Die Lehnsakten enthalten (bis 1659) auch eine Reihe von z. T. eigenhändigen Briefen von Curtius (Abt. E 14 G Nr. 214/1). Zusätzliche Unterlagen, u.a. Abschriften der Lehnsbriefe finden sich in den Akten der mittelrheinischen Reichsritterschaft (Abt. F 1 Nr. 82/6). Nach der ebenfalls bei den Lehnsakten überlieferten Sterbeurkunde des Pfarrers Conrad Hein von der Nieder-ländisch-Reformierten Gemeinde Frankfurt ist Curtius dort am 21.1.1678 verstorben. Er wird darin nach wie vor als 'Herr Wilhelm Curtius, Ritter und Baronett, Königlicher Englischer Resident in Teutschland am Rheinstrom, Chur-Pfaltz Geheimer Raht und Oberamtmann zu Otzberg und Umbstadt' bezeichnet. Ein Epitaph ist in der Frankfurter Katharinenkirche erhalten. Auf Curtius Herkunft verweist der Matrikeleintrag der Universität Heidelberg vom 24.11.1619, wo er als 'Johannes Wilhelmus Curtius Bensheimensis Palatinus' eingeschrieben wurde; am 1.10.1621 wurde er in Herborn immatrikuliert. Nach Mitteilung des Instituts zur Erforschung historischer Führungsschichten in Bensheim (aus dem dortigen ref. Kirchenbuch) ist Johann Wilhelm Kurtz am 14.5.1598 als Sohn des Bensheimer Ratsherrn und Gastwirts 'zur Armbrust' Wilhelm Kurtz in Bensheim geboren. Dieser Wilhelm Kurtz, der eigenlich Curti hieß, war als Refugié aus Garvedona bei Bergamo nach Bensheim gekommen. Wilhelm/William Kurtz/Curtius war in 1. Ehe seint 1650 mit Catharina Fabricius, gen. Von Gresenich (* 1625 Denklingen als Tochter des kurpfälzischen Richters und Rentmeisters Peter F.) verheiratet, die im 6. Kindbett am 6.10.1659 in Frankfurt starb. Er heiratete in 2. Ehe noch kurz vor seinem Tode am 27.4.1676 in Frankfurt Anna Sibylla von Stalburg (getauft 27.1.1636 Frankfurt, + 12.10.1699 Gut Coblenz Pommern, Tochter des Ratsherrn, Bürgermeisters und Stadtschultheißen Hieronymus von Stalburg aus dem Frankfurter Patriziat). Wilhelm oder William Curtius, der zunächst als 'W.C. Esq.' bezeichnet wird, war nach einem am 2.8.1652 in St. Germain datierten Schreiben des englischen Lordkanzlers Edward Hyde (abschriftlich bei den Lehnsakten) von König Karl II. 'some months since' als Baronet nobilitiert worden. Das Wappen findet sich als gleichzeitige Zeichnung auf Pergament bei den Akten, außerdem in den in Stein gehauenen Wappentafeln über der Tür des sogen. Curti-Schlosses in Groß-Umstadt (dortige Inschriften: Curtius Baronet/Curti de Gravedonna/von Gresenich). Auf Grund der englischen Adelserhebung führten der älteste Sohn Carl Wilhelm, der als ehemaliger kurpfälzischer Oberamtmann des Oberamts Otzberg/Umstadt, Burgmann und hessen-darmstädtischer Adeliger Regierungsrat am 13.4.1733 in Groß-Umstadt starb, und weitere Nachkommen den Adelsnamen 'von Curti'. Letzter Namensträger war Williams Urenkel, der hessen-darmstädtischer Jägermeister und Kammerjunker Wilhelm Adam von Curti, der am 21.1.182 kinderlos verstarb (vgl. Stammtafel in Lehnsakten Abt. E 14 G 52/4). Der Groß-Umstädter Besitz fiel an die Nachkommen seiner Schwester Albertine Julie, die mit dem hessischen Obersten und fürstlich Wittgensteinischen Hofmarschall Wilhelm Freiherr von Gall verheiratet war; die Galls haben das Schloss 1856 an die Stadt Groß-Umstadt verkauft.

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen 

Quelle: siehe Text

Repräsentationen

Zu dieser Verzeichnung sind keine Repräsentationen eingetragen.