HStAM Fonds 410 Series

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Description: Fonds series

Identification (short)

Title 

Staatliche Schulämter

Life span 

1942-2004

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Corresponding archival items 

Bestände 152 Provinzialschulkollegium Kassel

166 Preußische Regierung Kassel: Abteilung II (Abteilung für Kirchen und Schulen)

180 Landratsämter bis zur hessischen Gebietsreform

405 Landratsämter seit der hessischen Gebietsreform

401/20 Regierungspräsident Kassel nach 1945: Kulturpflege, Kirchen, Schulaufsicht; 409 Personalbögen

Fonds data

Custodial history 

Die erste Abgabe aus der Registratur des Landratsamts Marburg erfolgte 1979. Seit Mitte der 1980er Jahre werden nahezu jährlich Unterlagen übernommen.

History of creator 

Die staatlichen Schulämter haben ihre Ursprünge in der preußischen Zeit. Sie wurden als Folge des 'Gesetzes über die Beaufsichtigung des Unterrichts- und Erziehungswesens' vom 11.3.1872 und der damit verbundenen staatlichen Einflussnahme auf das Schulwesen eingerichtet. Während der Verantwortungsbereich für die höheren Schulen dem Provinzialschulkollegium in Kassel zugeordnet wurde, lag das gesamte Elementarschulwesen bei den Regierungs- und Schulräten der Bezirksregierung Kassel. In der Weimarer Republik wurde die preußische Schulorganisation und -verwaltung auf der Grundlage des Artikels 144 der Weimarer Verfassung fortgesetzt. Unter der Gesamtaufsicht des Kultusministers stellten die Orts- und Bezirksschulräte die untere Verwaltungsbehörde dar, innerhalb derer die Gemeinden an der unmittelbaren Aufsicht und Verwaltung der Volksschulen mitwirkten.
Die hessische Verfassung vom 1.12.1946 legte in Artikel 56 die allgemeine Schulpflicht fest und stellte die Schulverwaltung durch das Schulkostengesetz vom 10.7.1953 und Schulverwaltungsgesetz vom 10.7.1953 in die preußische Schulverwaltungstradition. Die Schulaufsichtsbehörden bildeten nach dem Gesetz über die 'Unterhaltung und Verwaltung der öffentlichen Schulen und die Schulaufsicht' (Schulverwaltungsgesetz) vom 28.6.1961 in der Fassung vom 30.5.1969 weiterhin der Schulrat, der Landrat, der Regierungspräsident und der Kultusminister.

Die Schulaufsicht in Hessen wurde erst mit der Einführung der staatlichen Schulämter Ende der 1970er Jahre auf eine neue Grundlage gestellt. Einen ersten organisatorischen Einschnitt bedeutete das Gesetz zur Eingliederung von Sonderverwaltungen (Eingliederungsgesetz) vom 14. 7.1977 (GVBl. I S. 319). Mit dem hessischen Schulverwaltungsgesetz vom 4.4.1978 wurden neben den Regierungspräsidien als obere Schulaufsichtsbehörde die Staatlichen Schulämter als untere Schulaufsichtsbehörden bei den Landräten und den Oberbürgermeistern als Behörden der Landesverwaltung geschaffen. Sie waren zuständig für die Fach- und Dienstaufsicht über sämtliche Schulen in ihrem Bezirk, d.h. neben den Grundschulen, Hauptschulen und Sonderschulen nun auch über die Gymnasien, Gesamtschulen und Berufsschulen. Ausnahmen bildeten lediglich die Hessenkollegs, die Studienkollegs für ausländische Studierende, die landwirtschaftlichen Fachschulen sowie diejenigen Schulen, 'deren unmittelbare Beaufsichtigung der Kultusminister sich vorbehalten oder auf den Regierungspräsidenten übertragen hat.' Ferner wurden die schulpsychologischen Dienste den Schulämtern angegliedert. In den Kreisen oblag den Schulämtern auch die Rechtsaufsicht über die Schulträger. Die Aufgaben der Schulämter erstreckt sich nach § 59 des Schulverwaltungsgesetzes von 1980 über die Unterrichtsverteilung und Stundenpläne, die Ein- und Umschulung, die Beurlaubung und Entlassung der Schüler, die Betreuung der behinderten Kinder, die Lernmittelverteilung, die Bearbeitung der Lehrerpersonalangelegenheiten, den Lehrerstellenplan, die Lehrerfortbildung und andere Referatsaufgaben.
Mit dem Gesetz zur Ausgliederung der Staatlichen Schulämter vom 6. März 1985 (GVBl. I S. 57) wurden die Staatlichen Schulämter aus den Landräten und den Oberbürgermeistern als Behörden der Landesverwaltung ausgegliedert und als selbständige untere Schulaufsichtsbehörden errichtet (Art. 1 § 1).
Das Hessische Schulgesetz vom 17. Juni 1992 (GVBl. I S. 233; 2. Abschnitt, § 92-98) definierte die Aufgaben der Schulaufsicht präziser als bisher und legte die Eingriffsmöglichkeiten des Schulamts in den Schulbetrieb fest.
Das Gesetz zur Änderung des Hessischen Schulgesetzes und anderer Gesetze und zur Neugliederung der Staatlichen Schulämter vom 15. Mai 1997 (GVBl. I S. 165) löste die Schulabteilungen der Regierungspräsidien auf, was eine Aufgabenerweiterung der Schulämter mit sich brachte. So werden seitdem z.B. die Lehrerpersonalakten in den Schulämtern geführt; ferner übernahmen einzelne Ämter zentrale überregionale Aufgaben.
Auch die regionale Gliederung der Schulamtsbezirke wurde neu festgelegt: Als neue Dienstbezirke im Zuständigkeitsbereich des Staatsarchivs Marburg wurden die ehemals selbständigen Schulamtsbezirke Landkreis Kassel mit der Stadt Kassel, Schwalm-Eder-Kreis mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und der Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit dem Werra-Meißner-Kreis zusammengelegt. Die Landkreise Fulda und Marburg-Biedenkopf bilden weiterhin eigenständige Schulamtsbezirke.

Includes 

Personalakten, Stellenbesetzungen, Erwerbung der Lehrbefähigung, Verwaltungsorganisation, Vermögensverwaltung, Schulaufsicht, Grundschulen, Hauptschulen, Sonderschulen, Unterhaltung von Schulgebäuden, Schulvermögen

Literature 

Schulaufsicht in Hessen, hrsg. vom Hessischen Kultusminister, Wiesbaden 1986.

Finding aids 

Abgabelisten in der Dienstregistratur für die Schulämter Marburg-Biedenkopf, Kassel und Frankenberg