HStAM Bestand Urk. 96

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Extradenda [ehemals: Urkunden Y: Extradenda]

Laufzeit

1095-1836

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Urk. 84 [ehemals Urk. V Fremde Dynasten]

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Bestand 'Extradenda' ist eine archivarische Schöpfung des ausgehenden 19. Jahrhunderts und umfaßt Teile des Marburger Urkundenbestandes, die - nach Meinung der 'nach dem Pertinenzprinzip orientierten' Archivare des 19. Jh.s - nicht in den Archivsprengel des StA Marburg gehörten. So entstanden Extradenda gesondert nach den badischen, bayerischen, preußischen, württembergischen usw. Staatsarchiven, die die Urkunden vereinigten, die als Pertinenzen zu den jeweiligen Staatsarchiven abzugeben waren. Es war seiner Zeit üblich, solche Abgaben in Tauschgeschäften abzuwickeln, so daß einer Abgabe des StA Marburg sozusagen eine Gegenabgabe des entsprechenden Archivs erfolgen sollte. Da in vielen Fällen über die Tauschgeschäfte keine unmittelbare Einigung erfolgen konnte oder aus anderen Gründe ein Austausch ausblieb, verblieben ein Großteil der Extradenda im StA Marburg. Einige Abgaben mit Tauschgeschäften (Stuttgart und Karlsruhe) sind bis etwa zum Ende des 1. Weltkrieges abgewickelt worden, danach ist - nach Durchsetzung des erweiterten Provenienszprinzips ab Anfang 20. Jh. - ein Austausch nicht weiter verfolgt worden. (Vgl. hierzu Demandt: Katzenelnbogen Bd. I, S. 20-22)
Der Bestand der Extradenda ist nach dem 2. Weltkrieg im StA Marburg noch weiter verändert worden und zwar in der Weise, daß man einzelne Urkunden aus dem Bestand Extradenda in die jeweiligen Provenienzbestände zurückgelegt hat. So sind z. B. Katzenelnbogener Urkunden (bis zum Jahre 1479) nach 1938 dem Bestand Extradenda entnommen und dem Bestand 'J Grafschaft Katzenelnbogen' (neu: Urk. 54) wieder eingegliedert worden. Diese Maßnahme trifft auch noch - in geringem Umfang - auf einige andere Bestände zu.
Der Bestand wurde 2007 überarbeitet, indem die verbliebenen Extradenda dem Bestand Urk. 96 zugeordnet wurden, den Urkunden eine lfd. Nr. innerhalb des Bestandes zugewiesen wird und innerhalb der Klassifikation die Herkunft der einzelnen Urkunde aus den Extradenda nach Archiven erkennbar bleibt. In den Jahren 2007-2016 wurden die einzelnen Überlieferungen vereinzelt und umverpackt, die Siegel wurden mit Siegeltaschen versehen und die Signaturen wurden auf Numerus Currens umgestellt.

Geschichte des Bestandsbildners

Bei dem Bestand Extradenda handelt es sich provenienzmäßig nicht um eine einzelne Behörde oder Institution, sondern um ganz unterschiedliche Provenienzen, vor allem Hessen, Katzenelnbogen, Fulda und Hanau (so besonders Klöster, Lehen, Stiftungen etc.), so daß sinnvoller Weise die Geschichte des Bestandsbildners nicht rekonstruiert werden kann.

Enthält

Urkunden verschiedenen Inhalts betreffend:
Arolsen, Bückeburg, Darmstadt, Detmold, Dresden, Düsseldorf, Gotha, Hannover, Koblenz, Magdeburg, Meiningen, München, Münster, Schleswig, Sondershausen, Straßburg, Weimar, Wien, Wiesbaden, Wolfenbüttel

Literatur

K.E. Demandt, Regesten der Grafen von Katzenelnbogen (VHKN 11), Wiesbaden 1953-57.

Findmittel

Arcinsys-Datenbank

Repertorien Extradenda, angelegt nach 1890, handschriftlich, 23 Hefte und 1 Faszikel Zettel (Signatur: R 1933-1956).

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

1550 Urkunden

Filmkopien

Die Urkunden sind als Mikrofiches verfügbar.

Benutzung

Die Urkunden werden im Original vorgelegt.